Der Koblenzer Torschütze Matej Mavric (l.) jubelt nach dem Spiel mit seinem Mannschaftskameraden Andreas Glockner.
Der Koblenzer Torschütze Matej Mavric (l.) jubelt nach dem Spiel mit seinem Mannschaftskameraden Andreas Glockner.

Der Koblenzer Torschütze Matej Mavric (l.) jubelt nach dem Spiel mit seinem Mannschaftskameraden Andreas Glockner.

dpa

Der Koblenzer Torschütze Matej Mavric (l.) jubelt nach dem Spiel mit seinem Mannschaftskameraden Andreas Glockner.

Koblenz. Norbert Meier wollte nach der 0:1-Niederlage in Koblenz "die Kirche im Dorf lassen". Deshalb vermied er es, zumindest gegenüber den Medienvertretern, über seine Mannschaft herzufallen. "Wir sind ein Aufsteiger und haben bislang eine gute Saison gespielt", sagte der Trainer von Fußball-Zweitligist Fortuna Düsseldorf. "Deshalb können wir auch mit dieser Niederlage umgehen."

Auch in punkto Einzelkritik ließ sich Meier nichts entlocken. "Es bringt doch nichts, über einzelne Spieler herzufallen. Natürlich haben nicht alle ihre Topform gezeigt." Das galt auch für Martin Harnik, der sich nach dem Spiel zunächst nicht beruhigen konnte. "Die steigen ab, und wir verlieren hier", sagte er im ersten Zorn.

Dann trat er noch einen unschuldigen Stuhl um und pflaumte einen Ordner an. Aber danach hatte sich auch der erfolgreichste Torschütze der Fortuna wieder beruhigt und klagte über die "unnötige Niederlage" wie alle seine Kollegen. "Uns war klar, dass wir hier nicht zaubern können", sagte Fortunas Trainer. "Aber wir hatten unsere Chancen. Wenn wir in Führung gegangen wären, hätte uns der Gegner den Sieg nicht streitig machen können."

Aber ähnlich wie bei den wenigen Gelegenheiten vor dem gegnerischen Tor, zeigten sich die Spieler des Aufsteigers auch unkonzentriert beim (Gegen-)Tor des Tages. Denn eine Fehlerkette in der Fortuna-Abwehr ermöglichte dem Gastgeber das 1:0. Johannes van den Bergh spielte nahezu unbedrängt den Ball in die Füße von Emmanuel Krontiris, der sofort abzog.

Der Ball rutschte dann Fortunas Torhüter Michael Ratajczak aus den Händen über die Torauslinie. Und Martin Harnik ließ dann seinen bei der Ecke ihm zugeteilten Gegenspieler Matej Mavric in Seelenruhe zum 1:0 einköpfen. Meier wollte nicht den Fehler machen, die Niederlage auf die Platzverhältnisse zu schieben. "Wir haben gewusst, dass uns die einzige Gefahr nur nach Standards drohte", erklärte Meier.

"Ich wusste, wenn wir das 0:0 halten, gewinnen wir."

TUS-Trainer Petrick Sanders eigenwillige Überlegungen wurden Wirklichkeit.

"Hier musst Du mit einem 0:0 nach Hause fahren. Vielleicht ist es das, was uns noch fehlt."

Christian Weber, Fortuna-Abwehrspieler, bemängelt die fehlende Cleverness der Fortuna.

"Wir hatten gute Torchancen, ich muss das Ding reinmachen."

Fortunas Nummer neun Ranisav Jovanovic über seine Möglichkeit in der zweiten Hälfte.

"Keine Ahnung, woran es liegt. An der Unterstützung durch unsere Fans sicher nicht."

Fortuna-Kapitän Andreas Lambertz über die Auswärtsschwäche seines Teams.

"Wir haben wie schon in Rostock die Bodenverhältnisse nicht angenommen. Wir denken, wir können alles spielerisch lösen."

Wolf Werner, Geschäftsführer Sport der Fortuna, kritisiert die Einstellung der Mannschaft.

"Mein Gegenspieler macht das Tor, da war ich einfach nicht wach."

Fortuna-Torjäger Martin Harnik nimmt das entscheidende Gegentor auf seine Kappe.

"Trotzdem dürfen wir uns nicht darauf verlassen, dass wir vermeintlich die spielerisch bessere Mannschaft sind." Ohnehin war wenig von der augenblicklichen Tabellenposition zu erkennen. Kapitän Lumpi Lambertz kam kaum zur Geltung, Marco Christ bekam das Spiel nicht in die Hand und die Stürmer konnten sich nur selten durchsetzen.

"Wir sind kilometerweit vom Aufstieg entfernt", sagte Jens Langeneke. "Das konnte man heute sehr gut sehen." Dennoch hätten die knapp 3.000 mitgereisten Fans von ihrer Mannschaft in Koblenz mehr erwarten dürfen - ohne übertriebene Erwartungen zu haben.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer