Das 1:3 gegen den 1. FC Nürnberg ist die zweite bittere Heimniederlage in Folge.

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Da zappelte der Ball im Nürnberger Netz: Joel Pohjanpalo traf zum 1:0 (67.), das aber nicht lange Bestand hatte.

Da zappelte der Ball im Nürnberger Netz: Joel Pohjanpalo traf zum 1:0 (67.), das aber nicht lange Bestand hatte.

Christof Wolff

Da zappelte der Ball im Nürnberger Netz: Joel Pohjanpalo traf zum 1:0 (67.), das aber nicht lange Bestand hatte.

Düsseldorf. Von einer „Heim-Krise“ wollten Spieler und Verantwortliche bei der Fortuna nach dem 2:3 gegen Erzgebirge Aue nicht sprechen. Das Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg sollte den vierten Dreier in der Stockumer Arena bringen. Nach 90 Minuten hieß es 1:3 (0:0) – die vierte Heimniederlage im zwölften Spiel, die zweite bittere Pleite innerhalb von zehn Tagen vor eigenem Publikum. Und das vermeintliche Ende der letzten Aufstiegsträume.

Die Fortuna war vor 30.213 Zuschauern zunächst darauf bedacht, hinten sicher zu stehen. Nach drei Gegentreffern gegen Aue, bei denen der Gegner förmlich zum Tore schießen eingeladen wurde, hatte Trainer Oliver Reck reagiert und in der Defensive umgestellt. Für Dustin Bomheuer, der nicht einmal im 18er-Kader Berücksichtigung fand, rückte Bruno Soares nach Gelbsperre wieder ins Team. Nach seinem Platzverweis in Karlsruhe war auch Jonathan Tah wieder mit dabei. Gemeinsam mit Kapitän Adam Bodzek bildeten Soares und Tah eine Dreierkette, die sich bei Nürnberger Angriffen durch Julian Schauerte und Lukas Schmitz zu einer Fünferkette formierte.

Nach etwas mehr als zehn Minuten fanden die Rot-Weißen erstmals den Weg nach vorne. Doch Charly Benschop übersah den besser postierten Schauerte und verzettelte sich bei seinem Dribbling. Die Franken hingegen zeigten sich nach 19 Minuten zum ersten Mal gefährlich vor dem Tor von Michael Rensing. Routinier Jan Polak zielte aber sowohl im Anschluss an einen Freistoß als auch unmittelbar nach der folgenden Ecke nicht genau genug.

Die erste gute Chance vergab Axel Bellinghausen (26.). Nach Sololauf von Benschop über die linke Seite legte der Niederländer den Ball für den Linksfuß auf, doch Bellinghausen musste es mit dem schwächeren rechten Fuß probieren – und verzog. Auch an der zweiten guten Szene der Gastgeber waren Benschop und Bellinghausen beteiligt. Nach Flanke des Niederländers, diesmal über die rechte Seite, erwischte Bellinghausen den Kopfball jedoch nicht richtig (36.).

Spätestens nach Michael Liendls Schuss aus der zweiten Reihe (39.), der nur knapp über das von Patrick Rakovsky gehütete Tor der Gäste flog, durfte von einer klaren Steigerung gegenüber dem Aue-Spiel gesprochen werden. Dennoch blieb es zur Pause beim torlosen Remis.

Rensing – Soares, Bodzek (79. Hoffer), Tah – Schauerte, Pinto, Fink, Liendl (55. Pohjanpalo), Bellinghausen (69. Lambertz), Schmitz – Benschop

Rakovsky – Celustka, Petrak, Hovland, Pinola – Polak, Stark – Burgstaller (65. Blum), Schöpf (87. Kerk), Mlapa (46. Füllkrug) – Sylvestr

Fink / Polak

30.213

Tobias Stieler (Hamburg)

1:0 Pohjanpalo (67.), 1:1 Stark (71.), 1:2 Blum (77.), 1:3 Kerk (88.)

Im zweiten Durchgang änderte sich zunächst nicht viel. Die Fortuna hatte mehr Spielanteile, das letzte Risiko fehlte aber. Reck nahm Spielmacher Liendl vom Feld und brachte nach 55 Minuten in Joel Pohjanpalo einen zweiten Stürmer. Und der Finne sollte wenig später gleich eine entscheidende Rolle spielen. Nach einer Ecke von Pinto in der 67. Spielminute verlängerte der starke Bruno Soares den Ball und Pohjanpalo drückte die Kugel über die Linie.

Die Freude über die Führung dauerte aber nur vier Minuten. Nach Vorarbeit des eingewechselten Niclas Füllkrug zog Niklas Stark (71.) mit links ab, Fortuna-Torhüter Michael Rensing war machtlos und es stand 1:1. Gäste-Trainer René Weiler durfte sich sechs Minuten später abermals auf die Schulter klopfen. Der ebenfalls von ihm eingewechselte Danny Blum (77.) nutzte eine Unaufmerksamkeit der Fortuna nach einem Eckball aus und traf zum 2:1 für die Franken.

Reck setzte alles auf eine Karte, nahm Bodzek vom Feld und schickte in Erwin Hoffer einen dritten Angreifer auf den Rasen. Der Österreicher wurde sogleich in Szene gesetzt, sein akrobatischer Schuss in der 81. Minute tropfte aber nur an den Pfosten.

Die endgültige Entscheidung besorgte der dritte eingewechselte „Club“-Spieler. Sebastian Kerk (88.) war gerade einmal eine Minute auf dem Platz, als er die Fortuna mit seinem Treffer endgültig ins Mittelmaß der 2. Fußball-Bundesliga beförderte.

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