Trainer Lorenz-Günther Köstner spürt keinen Druck und will seine Spieler besser machen.

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Die Ballübergabe – Interimstrainer Oliver Reck gibt das Kommando an Lorenz-Günther Köstner weiter.

Die Ballübergabe – Interimstrainer Oliver Reck gibt das Kommando an Lorenz-Günther Köstner weiter.

Christof Wolff

Die Ballübergabe – Interimstrainer Oliver Reck gibt das Kommando an Lorenz-Günther Köstner weiter.

Düsseldorf. Wer mit tollen Überraschungen oder großen Worten gerechnet hatte, der wurde am Dienstag bei der Vorstellung von Lorenz-Günther Köstner erwartungsgemäß enttäuscht. Der 61-Jährige, der älteste Trainer im deutschen Profifußball, ist eher ein Vertreter der leisen und dezenten Töne, die aber meistens ihre Wirkung nicht verfehlen. „Ich freue mich, dass ich in Düsseldorf Trainer bin. Und ich freue mich über die seriösen Verhandlungen“, sagte Köstner, der die Verantwortlichen der Fortuna mit seinem Konzept und vor allem mit seiner Erfahrung überzeugt hat. „Alle Dinge sind so eingetroffen, wie man sie mir von Vereinsseite versprochen hat.“

Köstner möchte den Weg, den die Fortuna mit den Aufstiegen eingeschlagen hat, fortsetzen. „Wenn man Vertrauen hat und die entscheidenden Handlungsträger standhaft sind, kann man als Verein viel erreichen“, sagte Köstner. „Dass es auch andersherum gehen kann, hat der Abstieg gezeigt.“ Das müsse man nun verarbeiten. „Vielleicht hat sich Mike Büskens als Sympathisant des Vereins zu sehr unter Druck gesetzt“, erklärte Köstner. „Da fehlten ihm einfach zum richtigen Zeitpunkt ein paar Ergebnisse und ein paar Tore.“ Zudem habe es in der jüngsten Zeit viele Verletzte gegeben.

Köstner verspricht Spielern eine anstrengende Vorbereitung

Auch der neue Cheftrainer wollte wie der neue Sportvorstand keine speziellen Ziele nennen, was Platzierungen oder sportliche Erfolge angeht. „Ich möchte die Aufgabe mit Gelassenheit, mit Mut und mit Zuversicht anpacken“, sagte Köstner, der die vielen negativen Dinge, die ihm über Fortuna in jüngster Vergangenheit von Außenstehenden erzählt wurden, gar nicht an sich herankommen lassen will. „Wir gehen sehr positiv an die Sache heran, auch wenn es für die Spieler eine sehr anstrengende Vorbereitung geben wird. Schließlich haben wir nur noch 15 Spiele bis zum Saisonende.“

Helmut Schulte sprach von einem Neuanfang, wie das immer ist, wenn führende Köpfe ausgetauscht werden. „Ich freue mich, dass wir einen erfahrenen Trainer haben, der die 2. Liga kennt, der die Bundesliga kennt und schon viele Dinge erlebt hat“, sagte Fortunas neuer Sportvorstand. „Wir haben die richtige Wahl getroffen für die Situation, in der wir uns gerade befinden.“

„Ich will meine Gelassenheit auf die Spieler übertragen“

Ob es Verpflichtungen in der Sommerpause geben werde, ließ Köstner noch offen. „Das wird noch ausführlich besprochen“, sagte der Trainer, der am Dienstagabend im Anschluss an die Vorstellung für die Medien auch dem Aufsichtsrat noch Auskunft über seine Vorstellungen und Zielsetzungen gab.

„Ich spüre keinen Druck“, erklärte Köstner. „Ich mache das aus Leidenschaft und Freude. Sowohl die positiven als auch die negativen Dinge kann ich gut verarbeiten. Und ich habe nirgendwo ein Stadionverbot, bin nie fortgejagt worden.“ So will Köstner seine Gelassenheit auf das Team übertragen und nur den Druck auf die Spieler ausüben, jeden Tag besser zu werden. „Das ist der einzige Druck, den es bei mir geben wird“, sagte der Cheftrainer.

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