Im Spiel gegen die Stuttgarter Kickers brachte Terrode die Fortuna in Führung. Christ sorgte nach seiner Einwechslung für den 2:0-Endstand.

Im ersten Spiel nach der Winterpause ist den Fortunen ein Sieg geglückt.
Im ersten Spiel nach der Winterpause ist den Fortunen ein Sieg geglückt.

Im ersten Spiel nach der Winterpause ist den Fortunen ein Sieg geglückt.

Christof Wolff

Im ersten Spiel nach der Winterpause ist den Fortunen ein Sieg geglückt.

Düsseldorf. Über die Blamage hatte Fortunas Trainer Norbert Meier eigentlich nicht mehr reden wollen. "Dafür bekommen wir doch jetzt nichts mehr", sagte Meier über das Pokal-Aus des Dritt- beim Viertligisten nach Elfmeterschießen.

Demzufolge könne auch nicht von einer zweiten Chance die Rede sein. Doch irgendwie war es eine zum Wiederbeginn nach der Winterpause am Donnertagabend gegen die Stuttgarter Kickers. Und am Ende war sie mit dem 2:0 (1:0) sogar vom Ergebnis her gelungen.

Meier gab den Versagern von Essen die Möglichkeit zur Wiedergutmachung, ließ exakt dieselbe Formation spielen wie fünf Tage zuvor. Kein Zeichen mehr von den drohenden Ausfällen von Torwart Michael Melka (Hüftprellung) und Innenverteidiger Jens Langenke (Halswirbelprobleme).

Und die Gastgeber legten in der mit nur 9125 Zuschauern spärlich gefüllten Arena gleich flott los, nach 21 Sekunden scheiterte Ahmet Cebe mit einem 14-Meter-Schuss freistehend an Stuttgarts Torwart Manuel Salz. Zehn Minuten später folgte das 1:0: Ranisav Jovanovic überrannte die Kickers-Abwehrreihe, passte quer zu Simon Terrode, der nur noch einzuschieben brauchte.

Ein Auftakt nach Maß gegen den Tabellenletzten, der von rund 40 mitgereisten Anhängern unterstützt wurde. Die sahen ihre Mannschaft zunächst meist nur aus der Ferne, denn die Fortunen drängten die Kickers mit druckvollem Spiel in Richtung Südtribüne, auf der die treuesten Düsseldorfer Fans stehen. Die hatten schließlich mit einem Spruchband die Richtung vorgegeben: ,,Einfach kämpfen und siegen." Eine Abwandlung des langjährigen Werbespruchs des Drittligisten.

Melka - Halet, Palikuca, Langeneke, Hampel - Cebe (86. Costa), Sieger (70. Christ), Lambertz, Caillas - Jovanovic (76. Gaus), Terodde

Salz - Steinle, Traub, Mann, Härter (58. Parmak) - Reiß, Deigendesch, Rosen (46. Kettemann), Gentner - Kacani, Galm

Kuno Fischer (Leer)

9125 Zuschauer verfolgten den Rückrundenauftakt der Fortuna.

Nach etwa einer halben Stunde war die anfängliche positive Anspannung wie verflogen, die Begegnung verflachte zusehends, und es schlichen sich Nachlässigkeiten ein. So hätte Stuttgarts Alexander Rosen beinahe den Ausgleich erzielt, als er sich freistehend an der Strafraumgrenze die Ecke aussuchen konnte, aber den Flachschuss knapp daneben setzte (30.). Auf der anderen Seite zirkelte Jovanovic einen von ihm selbst herausgeholten Freistoß aus 18 Metern an die Unterkante der Latte (40.), Torwart Salz wäre chancenlos gewesen. 

In der zweiten Hälfte nahm das Duell nur sehr behäbig Fahrt auf. Wenn überhaupt sorgten die Schwaben durch vermehrten Einsatz für gefährliche Situationen. Chancen für die Fortuna gab es meist durch Zufälle oder bei Standardsituationen wie in der 62. Minute, als Olivier Caillas mit einem abgefälschten Freistoß aus 18 Metern die Latte traf. Trainer Meier versuchte mit der Einwechslung von Marco Christ für Stephan Sieger rund 20 Minuten vor dem Ende etwas Leben in das trist-tote Mittelfeld zu bringen. Der bis dahin kaum aufgetauchte Andreas Lambertz rückte von der Position hinter den Spitzen auf jene vor der Abwehr.

Eine Umstellung, die sich auszahlen sollte: Ausgerechnet Christ hämmerte einen 20-Meter-Freistoß ins Netz zum 2:0 (76.). Die endgültige Entscheidung gegen die Stuttgarter, die bis auf Kampf nicht viel entgegenzusetzen hatten.

Dass die Fortuna kaum spielerisch überzeugen konnte, mochten die Fans angesichts des wichtigen Erfolgs nach vier Ligaspielen ohne Sieg verschmerzen. Denn es war ,,wieder ernst" geworden gegen die Stuttgarter Kickers, wie Trainer Meier vor dem Spiel gesagt hatte.

Auch wenn er damit die Blamage von Essen - bewusst oder unbewusst - ausgeblendet hatte: Zumindest vom Ergebnis her hat die Mannschaft den Ernst der Lage erkannt. ,, Jetzt müssen die anderen erst mal nachlegen", so Meier. Seine Mannschaft in der kommenden Woche gegen Burghausen aber nicht weniger.

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