Trotz der schwachen ersten Saisonhälfte wird die Fortuna wohl nicht mehr auf dem Transfermarkt aktiv. Auch nicht in der enttäuschenden Offensive – der schlechtesten der zweiten Bundesliga.

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Rachid Azzouzi will einen Aufwärtstrend erkannt haben. Archiv

Rachid Azzouzi will einen Aufwärtstrend erkannt haben. Archiv

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Rachid Azzouzi will einen Aufwärtstrend erkannt haben. Archiv

Düsseldorf. Die kurze Winterpause ist für Fortuna Düsseldorf am Donnerstag bereits wieder Vergangenheit. Mit einem Laktattest steigt der Fußball-Zweitligist um 10 Uhr ins Training ein, bevor am 6. Februar das nächste Ligaspiel gegen den 1. FC Heidenheim ansteht. Interessierte Fans, die neue Gesichter unter den Profis in der Leichtathletik-Halle an der Arena sehen möchten, werden in den beiden Trainingsgruppen, die nacheinander den Ausdauertest absolvieren, wohl enttäuscht sein. Bislang hat die Fortuna noch keine Winterverpflichtungen gemeldet. Wenn es nach den Aussagen von Sportdirektor Rachid Azzouzi geht, wird höchstens ein neuer Spieler verpflichtet oder ausgeliehen, der der Fortuna auch direkt weiterhelfen kann.

„Unsere Mannschaft ist bisher unter ihren Möglichkeiten geblieben. Aber wir haben großes Vertrauen zu unseren Spielern“, erklärte Rachid Azzouzi. „Wir werden jetzt nicht aktiv, nur weil wir unbedingt etwas machen müssen. Wir wollen keinen Aktionismus.“ Zudem müssten dann auch Spieler abgegeben werden, damit der Kader nicht zu groß ist.

Azzouzi macht die Torflaute nicht nur an den Stürmern fest

Allerdings garantieren die derzeit im Kader stehenden Stürmer nicht, dass die Torflaute im Jahr 2016 ein Ende finden wird. Dazu haben die Leistungen in der zweiten Jahreshälfte in der Offensive keinen Anlass gegeben. 15 Tore hat die Fortuna bisher erzielt – schlechter ist kein anderer Zweitligist. „Das bedeutet aber auch, dass nicht nur die Stürmer enttäuscht haben, sondern auch alle anderen Spieler zu selten torgefährlich waren“, sagt Azzouzi. Man müsse bedenken, dass sich durch die Verpflichtung eines oder mehrerer neuer Spieler auch für die Talente die Chancen auf einen Einsatz verringern.

So argumentiert der Sportdirektor, dem aus Fankreisen vorgeworfen wird, aus Fehlern seines Vorgängers Helmut Schulte nicht lernen zu wollen. Der hatte vor einem Jahr trotz diverser Probleme in der Struktur der Mannschaft keinen neuen Spieler in der Winterpause holen wollen. Das Vertrauen von Schulte in den bestehenden Kader zahlte sich nicht aus. Es folgte eines der enttäuschendsten Jahre in der Geschichte der Fortuna und der letzte Platz in der Jahrestabelle, wenn man die Rückrunde 2014/15 und die bisherigen Spiele der Saison 2015/16 zusammenrechnet.

„Ich denke, dass inzwischen ein klarer Trend nach oben zu erkennen ist“, sagt Azzouzi trotzdem. „In den letzten neun Spielen hatten wir die fünftbeste Punktausbeute in der Liga, und in sieben dieser Begegnungen nur vier Tore kassiert.“ Das sei ordentlich, aber kein Ruhekissen. „Wir wissen, dass wir im Abstiegskampf stecken, haben den Kampf aber auch angenommen.“

Es gibt Kandidaten, die für eine Verpflichtung in Frage kommen

Ob eine Rückholaktion von Charly Benschop möglich ist, kommentiert Azzouzi nicht. Der Niederländer will sich in der Bundesliga durchsetzen, aber mit der Verpflichtung von Adam Szalai hat sein Verein Hannover 96 gezeigt, dass er nicht unbedingt mit Benschop rechnet. Allerdings war dieser auch längere Zeit verletzt.

So gibt es aus der Bundesliga andere Kandidaten, die möglicherweise für ein Leihgeschäft oder Verpflichtung in Frage kämen. Beispielsweise Julian Green und Sinan Kurt (beide FC Bayern), Änis Ben Hatira (Hertha BSC), Artjoms Rudnevs (HSV), Bard Finne (1. FC Köln), Elias Kaschunga und Thomas Pekhart (beide Ingolstadt) sowie der bereits in Düsseldorf thematisierte Srdan Lakic vom SC Paderborn.

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