Acht Tage lang waren die Zweitliga-Fußballer im Trainingslager in Spanien. Am Ende sprach der Trainer über seine Eindrücke.

Fußball
Friedhelm Funkel während der Presserunde am Ende des Trainingslagers in Marbella.

Friedhelm Funkel während der Presserunde am Ende des Trainingslagers in Marbella.

Christof Wolff

Friedhelm Funkel während der Presserunde am Ende des Trainingslagers in Marbella.

Düsseldorf. Die Testspiel-Ergebnisse interessieren ihn nicht, hatte Friedhelm Funkel zu Beginn des Trainingslagers von Fortuna Düsseldorf in Marbella gesagt. Entsprechend haben das 0:2 gegen Dortmund und das 1:3 gegen Lüttich höchstens statistischen Wert. Die Erkenntnisse, die Fortunas Cheftrainer aus diesen Spielen und den acht Tagen Trainingslager im Süden Spaniens mitnimmt, sind da viel entscheidender. Die WZ stellt sie vor:

Schwerarbeit

Fortunas Profis haben sich heute und morgen zwei freie Tage verdient, weil sie nicht nur hart gearbeitet haben, sondern wirklich jeder engagiert mitgezogen hat. Die konditionellen Grundlagen sind gelegt, das wissen die Spieler, auch ohne ihre richtig schweren Beine. „Positive oder negative Überraschungen gab es nicht“, sagt Funkel.

Verletzung

Bis auf die Knieverletzung von Gökhan Gül, der ausgerechnet jetzt wegen der Sperre von Kaan Ayhan und Andre Hoffmann im nächsten Spiel gebraucht wird, sind alle anderen Spieler fit. Die leichten Rückenprobleme von Rouwen Hennings und Zimmergenosse Raphael Wolf sollten in anderthalb Wochen keine Rolle mehr spielen. Zudem hat Tim Wiesner eindrucksvoll in den Testspielen unterstrichen, dass er im Fall der Fälle für die Nummer 1 im Tor, Raphael Wolf, einspringen könnte. Michael Rensing wird hingegen noch mehrere Wochen brauchen.

Rotation

Auch in den Testspielen wurde deutlich, dass Fortuna nicht auf drei, vier ganz wichtige Spieler verzichten kann. Florian Neuhaus war gegen Lüttich der mit Abstand beste Spieler auf dem Platz. Auch den Ausfall von Kaan Ayhan, Benito Raman, Hennings oder Marcel Sobottka kann die Fortuna nicht so einfach wegstecken. „Wir haben zwar 17, 18 Spieler, die zum Stamm zählen, aber wenn sich gleich mehrere davon verletzten, können wir nicht mehr um den Aufstieg mitspielen“, sagt Friedhelm Funkel. „Dann würde es nur für einen guten Mittelfeldplatz reichen.“

Spielsystem

Fortuna hat gezeigt, dass die Mannschaft variabel und mit mehreren System spielen kann. „Verbessern müssen wir uns aber trotzdem“, sagt der Trainer. „Das gilt für die Ballbesitz-Phasen, in denen die Mannschaft mehr Ruhe beweisen muss, genauso wie für das aggressive Anlaufen des Gegners, wenn dieser in Ballbesitz ist“, sagt der Trainer. „Insgesamt müssen wir mehr Mut entwickeln.“ Das gilt auch für die eigenen Standards: Gegen Lüttich fiel das Gegentor zum 1:1 mal wieder nach einer gegnerischen Standardsituation (Ecke).

Mit kontrolliertem Spiel hat Fortuna auswärts meist besser gespielt als in der eigenen Arena. Auf fremden Plätzen wurde das Spiel oft dominiert. Dabei kam der Funkel-Elf auch das mehr nach vorne gerichtete Spiel der jeweiligen Heimteams entgegen. Zuhause will es für den Tabellenführer nur selten gelingen, mit dieser Dominanz zu agieren. Zu oft ist das Spiel vor eigenem Publikum zu hektisch. Das schnelle Passspiel mit Auge war einer der wichtigsten Übungen im Trainingslager.

Verlängerung

Friedhelm Funkel führte viele Gespräche – auch mit Clubchef Robert Schäfer über seine eigene Zukunft, da er ja nur Ein-Jahres-Verträge abschließt. „Ich habe noch Lust und Spaß an diesem Job“, sagt der 64-Jährige. „Allerdings sind die Gespräche noch nicht in der finalen Phase. Wir setzen das zeitnah in Düsseldorf fort und schauen, ob es mit mir weitergeht oder eben nicht.“ Es könne Konstellationen geben, über die man jetzt noch nicht nachdenkt. „Mein Wunsch ist es, mit Fortuna weiterzumachen.“ Schäfer äußerte ebenfalls, dass Fortuna den Trainer des Tabellenführers halten will. Alles andere wäre nach draußen auch kaum zu verkaufen.

© WhatsBroadcast

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