Florian Neuhaus erzielte in der Nachspielzeit den Siegtreffer.
Florian Neuhaus erzielte in der Nachspielzeit den Siegtreffer.

Florian Neuhaus erzielte in der Nachspielzeit den Siegtreffer.

Christof Wolff

Florian Neuhaus erzielte in der Nachspielzeit den Siegtreffer.

Düsseldorf. Spiele gegen Union Berlin haben bei und für Fortuna Düsseldorf in den vergangenen Jahren immer wieder eine besondere Bedeutung gehabt. Auf den Tag genau vor 13 Jahren standen sich beide Clubs im ersten Pflichtspiel der Geschichte der Multifunktionsarena gegenüber. Gustav Policella und Mariano Pasani per Freistoß sorgten damals für den 2:0-Erfolg der Fortuna vor 38 123 Zuschauern. 2010/11 gelang den Düsseldorfern in der mobilen Arena neben dem großen Stadion, die aufgrund des Eurovision Song Contest eigens errichtet wurde, mit einem 3:0 der höchste Sieg über die „Eisernen“.

Am Sonntagmittag war es zweifellos die tabellarische Voraussetzung, die das Aufeinandertreffen mit dem Club aus der Hauptstadt besonders machte. Schließlich ging die Fortuna als Tabellenführer in den fünften Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga. Am Ende von 90 äußerst unterhaltsamen und mitunter turbulenten Minuten blieb die Mannschaft von Trainer Friedhelm Funkel vor 26 341 Zuschauern ungeschlagen, egalisierte beim 3:2 (1:0) wieder einmal einen Rückstand und verteidigte mit dem vierten Saisonsieg die Tabellenspitze. Marcel Sobottka (17.), Takashi Usami (84.) und Florian Neuhaus (90.) trafen für die Fortuna, Damir Kreilach (68.) und ein Eigentor von Kaan Ayhan (77.) hatten die Berliner das Spiel zwischenzeitlich drehen lassen.

Mit Benito Raman stand einer der beiden „Last-Minute-Einkäufe“ in der Startformation, Takashi Usami nahm zunächst auf der Ersatzbank Platz. Die Düsseldorfer hatten von Beginn optische Vorteile und mehr Ballbesitz in der gefährlichen Zone vor und im Strafraum. Kaan Ayhan (13.) und Sobottka (16.) verbuchten die ersten guten Möglichkeiten, auf der Gegenseite zeigten sich die Berliner durch Angreifer Sebastian Polter (11.), der mit seinem Schuss aber am glänzend reagierenden Torhüter Raphael Wolf scheiterte.

Eine Standardsituation bescherte der Fortuna dann die Führung. Nach einem Eckball von Niko Gießelmann kam André Hoffmann zunächst nicht richtig zum Kopfball. Über Umwege landete der Ball dann vor den Füßen Sobottkas, der seinen dritten Saisontreffer erzielte. Der Rückstand schockte die Berliner nicht. Union tat nun mehr für die Offensive, das ermöglichte der Fortuna Räume zum Kontern. Raman (25.) und Sobottka (28.) verpassten das mögliche 2:0.

Ayhan trifft ins eigene Tor, Usami korrigiert, Neuhaus krönt seine Leistung

Den besseren Start in den zweiten Durchgang erwischten die Gäste. Union wirkte nach der Pause engagierter, die Fortuna benötigte einige Minuten, um auch in den Zweikämpfen wieder den entsprechenden Zugriff zu bekommen. Dann entwickelte sich ein offenes Spiel, in dem die technischen Feinheiten der ersten Hälfte nicht mehr in derselben Regelmäßigkeit zu sehen waren.

FORTUNA Wolf – Zimmer, Ayhan, Hoffmann, Gießelmann – Bodzek (79. Kujovic), Sobottka – Raman (74. Usami), Neuhaus, Lovren (65. Fink) – Hennings

IM KADER Wiesner – Bormuth, Schmitz, Fink, Nielsen, Usami, Kujovic

UNION BERLIN Busk – Trimmel, Leistner, Schönheim, Pedersen – Fürstner (59. Hartel) – Kroos, Kreilach – Gogia (75. Uchida), Polter, Hedlund (88. Hosiner)

SCHIEDSRICHTER Arne Aarnink (Nordhorn)

ZUSCHAUER 26 341

TORE 1:0 (17.) Sobottka, 1:1 (68.) Kreilach, 1:2 (77./Eigentor) Ayhan, 2:2 (84.) Usami, 3:2 (90.) Neuhaus

GELBE KARTEN Raman (1.), Gießelmann (2.) / Gogia, Leistner, Kreilach, Hartel

BESTE SPIELER Florian Neuhaus (Fortuna) / Damir Kreilach (Union)

SPIELNOTE 1-

SPIELFAZIT Die Fortuna überzeugte vor allem in der ersten Hälfte auch spielerisch. Union fand erst nach der Pause besser in die Partie. Unter dem Strich gewann die Fortuna verdient.

STIMMUNG IM STADION Nach einer halben Stunde erhoben sich die Fans in der Arena und honorierten die bis dahin starke Vorstellung ihres Teams. Beide Fanlager trieben ihre Teams bis zum Schluss nach vorne. Am Ende ließ Neuhaus mit dem 3:2 die Arena „explodieren“.

Berlin kam durch einen Eckball zum Ausgleich. Die Hereingabe von Christopher Trimmel köpfte Damir Kreilach (68.) aus kurzer Distanz an Wolf vorbei ins Netz. Union blieb gefährlich, der Fortuna fehlte im letzten Drittel ein wenig die Präzision. Eine unglückliche Aktion von Kaan Ayhan bescherte den „Eisernen“ sogar die Führung. Der kurz zuvor eingewechselte Atsuto Uchida flankte von rechts und Fortunas Abwehrspieler unterlief beim Klärungsversuch vor dem heraneilenden Sebastian Polter ein Eigentor (78.).

Funkel reagierte, brachte mit Emir Kujovic einen zweiten Stürmer. Doch es war ein Anderer, der den Gastgebern den verdienten Punkt rettete. Der ebenfalls eingewechselte Takashi Usami, erst zehn Minuten zuvor von Funkel aufs Feld geschickt, besorgte nach 84 Minuten den 2:2-Ausgleich. Beide Teams drängten auch in den Schlussminuten auf den dreifachen Punktgewinn. Und der beste Fortune, Florian Neuhaus, krönte seine hervorragende Leistung in einem turbulenten, abwechslungsreichen und am Ende mitreißendem Fußballspiel mit dem 3:2-Siegtreffer in der Schlussminute.

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