Doppeltorschütze
Düsseldorfs Dani Schahin (M) wird nach Spielende von den Fans gefeiert. Foto: Jonas Güttler

Düsseldorfs Dani Schahin (M) wird nach Spielende von den Fans gefeiert. Foto: Jonas Güttler

dpa

Düsseldorfs Dani Schahin (M) wird nach Spielende von den Fans gefeiert. Foto: Jonas Güttler

Düsseldorf (dpa) - Kein Fortuna-Fan unter den 54 000 Zuschauern in der ausverkauften Arena wollte nach Hause. Noch lange nach Spielende feierten sie das Düsseldorfer 2:2 (0:2) gegen Schalke 04.

«Einfach Wahnsinn», entfuhr es dem Doppel-Torschützen Dani Schahin angesichts der Stimmung, die den Fußballprofis des Bundesliga-Aufsteigers in den zweiten 45 Minuten Flügel verlieh. «Die Leute peitschen dich nach vorn», sagte Schahins Kollege Oliver Fink, nachdem ein Teil der tollen Fortuna-Serie weiter Bestand hatte: Der deutsche Meister von 1933 ist auch nach dem sechsten Spieltag unbesiegt. «Wunderbar», meinte Düsseldorfs Kapitän Andreas Lambertz immer wieder.

Sie alle genossen das 2:2, das Schahin mit seinem zweiten Erstliga-Doppelpack (47./77. Minute) möglich gemacht hatte. Für die Schalker war es ein bitterer Abend, der mit den Treffern von Klaas-Jan Huntelaar (13.) und Joel Matip (20.) so gut begonnen hatte. Manager Horst Heldt konstatierte: «Es fühlt sich an wie eine 0:5-Niederlage.» Trainer Huub Stevens war «fassungslos, wie wir nach der Pause aufgetreten sind. Ich war mit der kompletten Mannschaft nicht zufrieden.»

Im 37. Erstligaduell zwischen den West-Konkurrenten deutete alles auf einen Routineerfolg des Champions-League-Starters hin. Leicht und locker knackten Huntelaar und Matip die zu-Null-Serie der Fortunen, die in den fünf Begegnungen zuvor ohne Gegentreffer geblieben waren. «Es war mir klar, dass ich auch mal hinter mich greifen muss», kommentierte Fortuna-Keeper Fabian Giefer. In dieser Phase waren die Königsblauen so überlegen, dass einem um den Aufsteiger Angst und Bange werden musste.

Heldt: «Ich habe es selten erlebt, dass man den Gegner so intensiv beherrscht und ihn an die Wand spielt.» Dann geschah das, was Heldt als «unerklärlich alles» bezeichnen sollte: Die Fortuna powerte zurück und hielt urplötzlich auch beim hohen Niveau mit, das zuvor nur die Schalker gezeigt hatten. Schahin: «Wir können auch Fußball spielen.» Für Fink gab es nach dem 0:2 nur noch eins: Motor anwerfen, sich nach vorn peitschen lassen und «es einfach noch mal probieren».

Es klappte. Auch, weil die Schalker «dickste Möglichkeiten kläglich vergaben», wie Kapitän Benedikt Höwedes bemerkte. Huntelaar verschenkte das 3:1 und warf sich und seinen Kollegen völlig zurecht vor, «dass wir hier zwei Punkte liegenlassen haben». Heldt war so angefressen, dass er - sonst kein Vertreter der Sprachlosigkeit - das Schweigen vorzog: «Ich halte mich besser zurück.» Auch Stevens wollte nicht viel reden: «Das sollen lieber die Spieler machen.»

Die taten es auch, durchaus mit der Neigung zu Selbstkritik. «Wir sind alle richtig enttäuscht», meinte Tranquillo Barnetta. «Es fühlt sich an wie eine Niederlage.» Und Jermaine Jones: «Am Ende sind wir natürlich alle sauer auf uns selbst.» Huntelaar empfahl eine Analyse des 2:2 und ganz schnelle Besinnung auf die am Mittwoch anstehende Aufgabe im ersten Champions-League-Heimspiel 2012/2013 gegen Montpellier HSC: «Darauf müssen wir uns jetzt konzentrieren.»

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