Fortuna-Trainer Friedhelm Funkel macht noch einmal deutlich, dass er die ganze Saison über wechseln will.

Fußball
Selbst langjährige Stammkräfte wie Oliver Fink und Adam Bodzek haben ihren Platz im Team nicht sicher. Und auch ein junger Aufstrebender wie Marcel Sobottka (v.l.) nicht. Archiv

Selbst langjährige Stammkräfte wie Oliver Fink und Adam Bodzek haben ihren Platz im Team nicht sicher. Und auch ein junger Aufstrebender wie Marcel Sobottka (v.l.) nicht. Archiv

Wolff

Selbst langjährige Stammkräfte wie Oliver Fink und Adam Bodzek haben ihren Platz im Team nicht sicher. Und auch ein junger Aufstrebender wie Marcel Sobottka (v.l.) nicht. Archiv

Düsseldorf. Friedhelm Funkel ist lange genug im Geschäft, um grundsätzliche Veränderungen festzustellen und bewerten zu können. Eine davon ist die Tatsache, dass „die Kaderbreite in den einzelnen Vereinen größer geworden ist“, sagt der Trainer von Fortuna Düsseldorf. Zu seiner Freude könne er diese Aussage endlich auch auf seinen eigenen Verein beziehen. „Da haben wir eine gute Arbeit gemacht, eine sehr, sehr gute Arbeit“, sagt Funkel, der dieser Tage äußerst zufrieden mit sich und der Welt wirkt.

Nun hatte der 63-Jährige selbst in der vergangenen Saison, als die Fortuna in der Rückrunde in eine Negativsprirale gekommen war und plötzlich um den Klassenerhalt in der 2. Fußball-Bundesliga bangen musste, nicht zur öffentlichen Nervosität geneigt. Im Gegenteil: Ruhig und gelassen war er geblieben. Egal, wie sein Team gespielt hatte.

Da kann es wenig überraschen, dass er auch jetzt nicht zur Hektik neigt. Sein Team mag zwar vier Punkte aus den ersten Liga-Spielen der neuen Saison geholt und im Pokal einen Auswärtssieg gelandet haben, für Funkel ist das aber längst kein Grund, schon von einem gelungenen Saisonstart zu sprechen. „Sieben, acht Spieltage“ wolle er abwarten, ehe er ein erstes Zwischenfazit abgibt. Selbst wenn sein Team am Sonntag (13 Uhr, Arena) gegen den 1. FC Kaiserslautern den ersten Heimsieg der Saison landen und sich in der Spitzengruppe festsetzen würde, wird er das nicht ändern.

Stattdessen scheint er gerade ein anderes Lieblingsthema gefunden zu haben: die Tiefe seines neuen Kaders. Das sagt der Coach nicht nur, da zeigt er auch durch seine Aufstellungen. Obwohl jedes Spiel bislang mindestens als ordentlich bewertet werden konnte, gab es beim folgenden Spiel zahlreiche Änderungen.

Auch am Samstag gegen die „Roten Teufel“ könne das wieder passieren. Schließlich stünden ihm bis auf den leicht angeschlagenen Havard Nielsen sämtliche Spieler zur Verfügung. Konkret werden wollte Funkel in Sachen Strategie und Personal zwar nicht, sagte aber: „In diesem Jahr gibt es immer wieder Überraschungen, mal weniger, mal mehr, mal größere, mal kleinere.“

Niemand habe einen Stammplatz sicher

Aufstellung/Tor Michael Rensing

Abwehr Kaan Ayhan, André Hoffmann, Niko Gießelmann

Mittelfeld Jean Zimmer, Adam Bodzek, Marcell Sobottka, Jerome Kiesewetter, Lukas Schmitz

Angriff Ihlas Bebou, Rouwen Hennings

Kader Raphael Wolf, Julian Schauerte, Robin Bormuth, Florian Neuhaus, Axel Bellinghausen, Oliver Fink, Emir Kujovic

Schiedsrichter Bastian Dankert (Rostock)

Laut der Fortuna waren gestern etwas mehr als 21 000 Eintrittskarten verkauft, die Verantwortlichen rechnen für morgen mit etwa 25 000 Fans. Mehr als 2000 davon bringt der 1. FC Kaiserslautern mit nach Düsseldorf.

55 Pflichtspiele gab es zwischen der Fortuna und dem FCK . 17 Mal gewannen die Düsseldorfer, zwölf Spiele endeten Unentschieden, Lautern gewann 26 Mal.

Selbst wenn die Fortuna weiter so erfolgreich spiele und gewinne, werde es keine feste Stammelf geben. Die derzeitige Rotation sei nicht etwa dem frühen Zeitpunkt der Saison geschuldet oder der Tatsache, dass er sich erst ein Bild seines neuen Kaders machen müsse. „Natürlich wird das ein Dauerzustand sein“, sagt Funkel, der auch keine Rücksicht auf Namen nehmen will: „Weil die Breite im Kader größer geworden ist, gibt es keine prominenten Spieler. Es gibt Spieler, die stehen in der Anfangsformation oder nicht.“

Selbst wer seit Jahren zum Stamm der Mannschaft gehört, kann sich nicht sicher sein. Erleben mussten das bereits Spieler wie Adam, Bodzek, der im Pokal in Bielefeld draußen saß oder auch Publikumsliebling Axel Bellinghausen, der zuletzt in der zweiten Mannschaft in der Regionalliga zum Einsatz kam.

Einen Bonus wegen vergangener Leistungen hat also niemand. „Das wäre ja fatal, wenn ich das machen würde, dass ein Spieler immer spielt, nur weil er schon lange hier spielt. wenn andere gleichgut oder besser sind.“

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