Zwei Platzverweise und eine schwere Verletzung von Kevin Akpoguma begleiten das 1:3 der Düsseldorfer gegen den FC St. Pauli.

Düsseldorf. Von einem richtungsweisenden Spiel war im Vorfeld die Rede. Fortunas Heimspiel gegen den FC St. Pauli am 30. Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga sollte der vorletzte Schritt in Richtung der 40-Punkte-Marke werden, mit dem jedwede Diskussion über einen möglichen Abstieg zumindest an Intensität fürs Erste verlieren würde. Problem war nur, dass die Gastgeber in ihrem eigenen „Wohnzimmer“ seit Oktober 2016 keinen dreifachen Punktgewinn mehr einfahren konnten und diesbezüglich nicht mit den besten Voraussetzungen in die Partie gestartet waren. Am Ende standen die Fortunen wieder einmal mit leeren Händen da. Beim 1:3 (0:0) gab es nicht nur eine weitere Niederlage – gleich drei Stammspieler schieden verletzt oder mit Platzverweisen aus.

Die Rot-Weißen mussten ohne den kranken Rouwen Hennings sowie Robin Bormuth auskommen, der nach seiner Verletzung noch nicht wieder fit genug für einen Platz im 18er-Kader ist. Nach zehn Minuten Spielzeit war Trainer Friedhelm Funkel dann bereits erstmals zum Wechseln gezwungen.

Akpoguma soll monatelang ausfallen

Innenverteidiger Kevin Akpoguma stieß im eigenen Strafraum mit St. Paulis Bernd Nehrig zusammen. Beide Spieler konnten nach minutenlanger Behandlungspause nicht weitermachen. Doch während Nehrig, gestützt von zwei Betreuern, immerhin auf den eigenen Füßen in die Kabine humpelte, musste Fortunas Abwehrspieler mit einer Trage vom Feld gefahren werden. Durch eine Halskrause wurden zunächst die Nackenwirbel von Akpoguma stabilisiert, ehe es für den Leihspieler aus Hoffenheim umgehend ins Krankenhaus ging. Auch Nehrig wurde nach Verlassen des Platzes ins Krankenhaus gebracht.

„Die Diagnose hat uns alle schockiert“

Trainer Friedhelm Funkel

Update: Nach Aussage von Trainer Friedhelm Funkel wird Akpoguma aufgrund eines gebrochenen Halswirbels monatelang ausfallen. Der Spieler hat nach Angaben der medizinischen Abteilung des Vereins allerdings „keine neurologischen Ausfälle“ und „keine Lähmungserscheinungen“. Es sei jedoch noch unklar, ob der Innenverteidiger operiert werden müsse. „Die Diagnose hat uns alle schockiert. Unsere Gedanken sind bei Kevin“, sagte Fortuna-Trainer Friedhelm Funkel.

Nach knapp 20 Minuten kam die Fortuna dann zum ersten Mal gefährlich vor das Tor der Hamburger. Der Kopfball von Oliver Fink war aber im Vergleich zur Chance von Christian Gartner wenige Sekunden später die qualitativ schlechtere Möglichkeit. Während St. Paulis Schlussmann Philipp Heerwagen von Kopfball des Düsseldorfer Kapitäns problemlos fangen konnte, wäre er bei Gartners Versuch machtlos gewesen. Doch der Schuss des Österreichers strich knapp am Pfosten vorbei.

Rensing – Schauerte, Akpoguma (10. Sobottka), Hoffmann, Schmitz – Bodzek – Bebou, Ayhan, Fink, Gartner – Yildirim (70. Iyoha, 86. Madlung)

Heerwagen – Ziereis, Sobiech, Gonther, Dudziak (42. Buballa) – Nehrig (11. Flum, 77. Thy), Buchtmann – Sahin, Möller Daehli, Sobota – Bouhaddouz

Schiedsrichter: Benedikt Kempkes (Thür)

Zuschauer: 28 429

Tore: 1:0 (72.) Hoffmann, 1:1 (78.) Ziereis, 1:2 (83.) Buchtmann, 1:3 (90.) Bouhaddouz

Gelbe Karten: Bodzek (9.), Yildirim (1.), Fink (6.), Ayhan (9.) / Buballa

Gelb-Rote Karte: Adam Bodzek (66./wiederholtes Foulspiel)

Rote Karte: André Hoffmann (82./Notbremse)

Ersatzbank: (FORTUNA) Unnerstall – Madlung, Ferati, Kiesewetter, Ritter, Sobottka, Iyoha

Spieler des Tages: Kaan Ayhan (Fortuna) / Christopher Buchtmann (St. Pauli)

Note des Spiels: 4

Gartner (34.) verpasste auch die dritte gute Gelegenheit der Fortuna, die kurz zuvor aber auch Glück hatte, dass Aziz Bouhaddouz (32.) bei seinem Schuss etwas zu ungenau gezielt hatte. Dann war Özkan Yildirim, der für den durch Magen-Darm-Grippe geschwächten Hennings in die erste Elf gerückt war, plötzlich auf und davon (38.). Christopher Buchtmann konnte Yildirim, der ins Stolpern geriet, allerdings noch entscheidend stören. Die letzte Szene vor der Pause gehörte wieder Kapitän Fink (45.), der den Ball nach Flanke von Lukas Schmitz aber nicht optimal traf.

Hoffmann trifft und fliegt vom Platz

St. Pauli wurde nach dem Seitenwechsel offensiver, die Fortuna ließ hingegen aber wenig zu. Offensiv zeigte sich die Funkel-Elf in der ersten Viertelstunde des zweiten Durchgangs seltener. Dann kam Marcel Sobottka (65.) zum ersten nennenswerten Abschluss. Gefahr resultierte daraus nicht, doch das Spiel gewann wieder an Schwung. Zunächst musste Adam Bodzek nach wiederholtem Foulspiel in der 66. Minute mit der gelb-roten Karte vom Feld. Bei einem Konter eine Minute später stimmte das Zuspiel von Ihlas Bebou auf Özkan Yildirim nicht richtig, sonst hätte es 1:0 für die Fortuna gestanden.

Was Bebou und Yildirim verpassten, holte der aufgerückte André Hoffmann in der 72. Spielminute nach. Im Anschluss an einen Eckball und Schuss des eingewechselten Emmanuel Iyoha reklamierten die Düsseldorfer zunächst ein Handspiel. Hoffmann schaltete am schnellsten und traf aus elf Metern Entfernung. Anschließend reckte der Torschütze sechs Finger in die Höhe – ein Zeichen an und für den verletzt ausgeschiedenen Kevin Akpoguma.

Die Freude über den Treffer währte allerdings nicht lange. Nur sechs Minuten nach dem 1:0 glich Philipp Ziereis für die Hamburger aus. Dann sah auch noch André Hoffmann nach einer Notbremse kurz vor dem Strafraum die Rote Karte. Den fälligen Freistoß zirkelte Christopher Buchtmann für die Gäste ins Netz – es war die Entscheidung in einem Spiel, das für die Fortuna am Ende der Saison noch bittere Konsequenzen haben könnte. Mit Akpoguma, Hoffmann und Bodzek fehlen zudem in einer Woche in Hannover drei wichtige Spieler. Das 3:1 durch Aziz Bouhaddouz hatte nur noch statistischen Wert.

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