Direkt nach der Ankunft geht es auch schon das erste Mal auf den Trainingsplatz.

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Die Mannschaft von Fortuna ist in Belek im Hotel Titanic Deluxe gut angekommen. Kerem Demirbay (l.) macht sich auf die Zimmersuche. Fabian Holthaus (M.) ist noch unschlüssig.

Die Mannschaft von Fortuna ist in Belek im Hotel Titanic Deluxe gut angekommen. Kerem Demirbay (l.) macht sich auf die Zimmersuche. Fabian Holthaus (M.) ist noch unschlüssig.

Christof Wolff

Die Mannschaft von Fortuna ist in Belek im Hotel Titanic Deluxe gut angekommen. Kerem Demirbay (l.) macht sich auf die Zimmersuche. Fabian Holthaus (M.) ist noch unschlüssig.

Belek. Hoffentlich ist der Name kein schlechtes Omen für den Abstiegskampf. Fortuna hat am Montagmittag das komfortable Fünf-Sterne-Hotel „Titanic Deluxe“ im südtürkischen Belek bezogen und startet mit dem achttägigen Trainingslager in die nächste Phase der Vorbereitung auf die Restsaison der 2. Liga. Pünktlich um 14.10 Uhr traf der Bus mit den Kickern des Tabellenviertletzten vor der riesigen Anlage vor. An Bord: Der komplette Kader mit 26 Spielern sowie Trainern, Betreuern, Physiotherapeuten und Ärzten. Der Tross war von Düsseldorf mit Air Berlin um 8.15 Uhr in Richtung Antalya abgehoben und reiste von dort aus rund 35 Minuten mit dem Bus nach Belek. Die Fortunen konnten von Glück sagen, dass sie da alle noch im Besitz ihres Gepäcks waren, denn 80 Mitreisende hatten am Kofferband des Flughafens vergeblich darauf gewartet.

Nach dem Mittagessen kündigte der Coach seinen Schützlingen während einer längeren Ansprache an, dass sie während der acht Tage am Mittelmeer ein straffes Programm erwartet: Bis kommenden Montag will er mit ihnen zehn, vielleicht sogar elf, Übungseinheiten und drei Partien absolvieren. Verabredet sind Testspiele mit Razgrad (Mittwoch), St. Gallen (Samstag), und dem ungarischen Zweitligisten Szeged Gyula 2011 (Sonntag).

Fotos mit Spielern unter Palmen und am Pool sind „verboten“

Die Fußballer halten sich zum richtigen Zeitpunkt in der Türkei auf: Das Wetter in Belek ist derzeit zwar keineswegs top, aber viel besser als derzeit in Deutschland. Sonne und Regen wechseln sich ab, die Temperaturen liegen tagsüber bei zehn bis 14 Grad. „Die Bedingungen und die Trainingsplätze hier sind einfach überragend“, sagte Trainer Marco Kurz. „Wir wollen das nutzen, um uns intensiv vorzubereiten.“ Der Fokus liege neben der Fitness auch auf Taktik und Technik. „Wir wollen fleißig sein und ein gutes Gefühl für die Rückrunde bekommen.“ Damit in der Heimat auch ja kein falscher Eindruck entsteht, verbot die sportliche Leitung Fotos mit den Kickern am Pool oder unter Palmen.

Die Riesenherberge „Titanic Deluxe“ mit Strand zum Mittelmeer verfügt über ein imposantes 50-Meter-Schwimmbecken, sieben Restaurants, zwei türkische Bäder, drei Saunen, zwei Fitnesscenter und 1200 Betten. Und der saftiggrüne Rasen des hoteleigenen Fußballplatzes hat gute Aussichten, zu dem besten der insgesamt etwa 800 Plätze in der Region um Belek gewählt zu werden. Dort versammelte der Coach seine Truppe kurz vor Sonnenuntergang unter Flutlicht zum ersten Mal zur ersten Übungsrunde. Für anderthalb Stunden tobten die Kicker gut gelaunt über den Platz. Mit in die Türkei gereist ist auch Nachwuchsspieler Anderson Lucoqui, der aber ebenso wie der angeschlagene Adam Bodzek (Knieprobleme) nicht alle Übungen mitmachen konnte.

Das Attentat in Istanbul sorgt bei den Rot-Weißen derweil nicht mehr für große Unruhe. „Das Sicherheitspersonal rund um das Hotel wurde aufgestockt“, sagte Teammanager Sascha Rösler. „Man hat uns erklärt, dass wir uns nicht über die vielen Polizisten wundern sollen, die die Anlage sichern. Wir machen uns auch keine Sorgen um eine eventuelle Gefahr durch den Terrorismus.“

Trainingsquartier Belek ist seit einigen Jahren der Wintergarten des deutschen Fußballs. Etwa 600 Mannschaften bereiten sich in diesem Januar dort vor. Im Jahr sind es rund 2500 Mannschaften aus der ganzen Welt, die sich dort auf ihren Liga-Alltag vorbereiten.

Eigentor Belek als Trainingsquartier ist in Gefahr, seine Anziehungskraft zu verlieren. Wegen der politischen Verwerfungen nach dem Abschuss eines russischen Kampfjets durch die türkische Luftwaffe haben die russischen Vereine ihre Aufenthalte stornieren müssen. Die Türken beklagen auch deshalb Einbußen von vielen Millionen Euro im Fußball-Tourismus.

Bundeliga Aus Deutschland waren in diesem Jahr sieben Bundesligisten in der Küstenregion am Mittelmeer, dazu eine ganze Reihe von Clubs aus der zweiten und dritten Liga. Für die Vereine ist die Türkei interessant, weil die Trainingslager dort gegenüber Spanien und der Portugal kostengünstiger sind. Für Fortuna, die zum ersten Mal seit zehn Jahren wieder in Belek weilt, ist die Reise aber teurer als in den vergangenen Jahren, weil sie die Hamburger Agentur Match IQ mit der Organisation und Durchführung beauftragt hat.

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