Aufsteiger bezwingt mit viel Selbstvertrauen den Karlsruher SC verdient mit 1:0.

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Marco Christ (v.l.), Michael Ratajczak, Martin Harnik und Jens Langeneke feiern den Sieg.

Marco Christ (v.l.), Michael Ratajczak, Martin Harnik und Jens Langeneke feiern den Sieg.

Wolff

Marco Christ (v.l.), Michael Ratajczak, Martin Harnik und Jens Langeneke feiern den Sieg.

Düsseldorf. Die Spieler von Fortuna Düsseldorf tragen sie voller Stolz, und auch die Fans zeigen ihre breite Brust ganz deutlich: "Wir sind wieder da", sangen die Anhänger des so erfolgreich agierenden und platzierten Aufsteigers.

Was ein so großes Selbstbewusstsein ausmacht, mussten am Freitag die Spieler des Karlsruher SC erkennen. Denn das Fortuna-Fußball-Märchen in der 2. Fußball-Bundesliga geht weiter: Vor 23.950 Zuschauern besiegte der Neuling den Bundesliga-Absteiger völlig verdient mit 1:0 (1:0).

Fortuna Düsseldorf nahm erstmalig die Favoritenrolle ein

Diesmal schlüpften die Fortunen nicht nur in ihre roten Trikots sondern erstmals auch in die Favoritenrolle, weil die Karlsruher (13.) acht Plätze hinter den Gastgebern platziert waren. In der 3. Liga hatten die Spieler von Trainer Norbert Meier mit dieser Rollenverteilung oft genug ihre Probleme, weil sich die meisten Gegner gerade in der Arena tief in der eigenen Hälfte verschanzt hatten.

Der KSC aber wollte von Anfang an mitspielen, zeigte auch bis zum gegnerischen Strafraum einige gute Kombinationen. Doch dann war Schluss. "Uns fehlte die Effizienz, obwohl wir eigentlich ein gutes Spiel gemacht haben", sagte Karlsruhes Trainer Markus Schupp.

Das lag an der Fortuna-Defensive, der es gelang, nur eine vielversprechende Chance der Gäste zuzulassen. Vor allem "Bamba" Anderson und der überragende Claus Costa als Mittelfeld-Abräumer waren die Garanten für die Abwehrstärke der Fortuna.

"In den gefährlichen Wochen gegen die großen Gegner haben wir schon sechs Punkte geholt."

Andreas Lambertz, Fortuna-Kapitän, zu den bisher zwei Siegen gegen die "Großen" der Liga und dem jetzt dritten "Dreier" in Folge

"Unser Plus ist unsere Geschlossenheit."

Marco Christ, Fortuna, zu dem, was die Mannschaft derzeit von anderen abhebt

"Wir feilen weiter an unseren Erfolgen. Mal sehen, wohin uns die Reise führt."

Wolf Werner, Sport-Geschäftsführer der Fortuna, der die weiteren Ziele und damit auch die FRage nach dem Aufstieg offen lässt

"Wir haben angeknüpft an die gute Leistung in Kaiserslautern. Für solche Spiele ist man Profi."

Claus Costa, Fortuna, der vor der Abwehr ein starkes Spiel machte

"Düsseldorf hat viel mehr Spielfreude gezeigt und Leidenschaft an den Tag gelegt."

Markus Miller, KSC-Torwart, zur Verkrampfung der im Tabellenkeller stehenden Gäste

"Das war überragend herausgespielt und technisch fein gemacht."

Martin Harnik, Fortuna, zu seinem 1:0, das Jovanovic und Lambertz exzellent vorbereitet hatten und der Stürmer in der Mitte nur vollenden musste.

Aufstellung Fortuna Düsseldorf: Ratajczak - Weber, Anderson, Langeneke, Cakir - Costa - Lambertz, Christ (90. +2 Sieger), Caillas (70. Fink) - Jovanovic (86. Gaus), Harnik

Aufstellung Karlsruher SC: Miller - Mutzel (86. Engelhardt), M. Langkamp, S. Langkamp, Schäfer (71. Blum) - Adoube - Staffeldt, Iashvili, Stindl - A.Fink, Tarvajärvi (75. Dulleck)

Schiedsrichter: Jochen Drees (Münster-Sarmsheim)

Zuschauer: 23.950

Tore: 1:0 (44.) Harnik

Gelbe Karten: Cakir (2) / Staffeldt

12. Minute: Weber prüft Miller aus 18 Metern.

14.: Freistoß von Christ saust knapp drüber.

18.: Tarvajärvi köpft nach einer Ecke, Caillas rettet auf der Linie.

39.: Harnik kommt nach Caillas-Flanke frei fünf Meter vor dem Tor an den Ball, vergibt aber.

41.: Costa vergibt nach Caillas-Vorarbeit.

43.: Jovanovic bedient Lambertz per Hacke, der spielt den völlig freien Harnik an - 1:0.

57.: Lambertz trifft nach einem Konter den Pfosten.

65.: Stindel prüft Ratajczak mit einem Gewaltschuss.

72.: Fink und Harnik vergeben Konter leichtfertig.

82.: Harniks Schuss aus 16 Metern geht knapp vorbei.

Am Freitag steht das ersehnte Auswärtsspiel beim Kiez-Kultklub FC St. Pauli an (18 Uhr). Der Arbeitskreis Fan-Arbeit bietet eine Bus-Tour mit Übernachtung an (Anmeldung: ole95@t-online.de).

Norbert Meier lässt seine Mannschaft zum Testspiel am Dienstag, 10. November, 19 Uhr, in Langenfeld gegen den Tuspo Richrath antreten. Am Freitagabend, 13. November, 18.30 Uhr, geht es zum Regionalligisten SV Wilhelmshaven.

Die nur auf einer Position veränderten Gastgeber (Cakir für den verletzten van den Bergh) benötigten erneut eine Anlaufzeit, um ins Spiel zu kommen. "Wir haben uns reingebissen", sagte Fortunas Trainer Norbert Meier, der seiner Mannschaft eine gute Ordnung und viel Leidenschaft attestierte. Nachdem Olivier Caillas bei einer KSC-Chance auf der Linie gerettet hatte, folgte kurz vor der Pause die stärkste Phase des Aufsteigers.

Am besten sahen die Aktionen der Fortunen im Konter aus. Nachdem sie zwei gute Möglichkeiten durch Martin Harnik (39.) und Claus Costa (41.) im Strafraum vergeben hatten, brachte die schönste Kombination den Siegtreffer: Über Ranisav Jovanovic und Andreas Lambertz kam der Ball zum freistehenden Österreicher Martin Harnik, der in der 44. Minute nur noch einschieben musste.

Viele gute Konterchancen vergab Fortuna fahrlässig

"Das war ein Treffer zum wichtigen Zeitpunkt", erklärte Fortunas Verteidiger Christian Weber. Ein Zurücklehnen und vorzeitiges Genießen des Sieges war nach der Pause aber nicht möglich. Dazu drückten die Karlsruher zu stark. "Wir haben 100 Prozent geben müssen, aber dadurch auch viele Zweikämpfe gewonnen", sagte Trainer Meier.

Im entscheidenden Moment wurden die Angreifer des KSC gestört und viele Bälle frühzeitig erobert. Die daraus entstehenden Konterchancen ließ der Aufsteiger allerdings teilweise fahrlässig aus. "So mussten wir bis zum Ende zittern", sagte "Lumpi" Lambertz. "Aber es hat sich ja gelohnt." Die breite Brust des Kapitäns schien noch etwas breiter geworden zu sein. Der Fortuna-Blick geht weiter nach oben.

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