Der erste Dreier seit vier sieglosen Heimspielen macht wieder ein wenig Hoffnung nach zuletzt turbulenten Wochen.

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Kapitän Andreas Lambertz bei seinem Siegtreffer zum 1:0 Endstand gegen Dynamo Dresden.

Kapitän Andreas Lambertz bei seinem Siegtreffer zum 1:0 Endstand gegen Dynamo Dresden.

Christof Wolff

Kapitän Andreas Lambertz bei seinem Siegtreffer zum 1:0 Endstand gegen Dynamo Dresden.

Düsseldorf. Norbert Meier muss sich schon "1.000-prozentig" sicher gewesen sein. Das hatte der Trainer von Fußball-Drittligist Fortuna Düsseldorf vor dem Spiel angesichts eines Einsatzes von Marco Christ zur Bedingungen gemacht.

Zum einen weil der Mittelfeldspieler im Training der vergangenen Tage umgeknickt war, zum anderen weil da noch die enttäuschende Leistung des Akteurs nach der Einwechslung im Spiel gegen Stuttgart II (1:1) im Raume schwebte. Doch angesichts der verletzungsbedingten Ausfälle im Mittelfeld (Ahmet Cebe, Stephan Sieger, Olivier Caillas) schickte Meier den 28-Jährigen von Beginn an aufs Feld.

Nach vier Heimspielen ohne Sieg sollte es schließlich wieder mal drei Punkte zu bejubeln geben. Und der Samstagnachmittag wurde nach langer Durststrecke wieder ein Freudentag für Fortuna, die mit 1:0 (1:0) gewann und im Aufstiegsrennen weiter mitmischt. Nach munteren Anfangsminuten war die Begegnung der zwei kriselnden Traditionsklubs allerdings verflacht.

Da war der Karten-Wurf von Schiedsrichter Karl Valentin schon ein heimlicher Höhepunkt - als er den Dresdener Pavel Dobry verwarnen wollte, rutschte die Karte aus der Hand und flatterte zur Belustigung der rund 15.000 Zuschauer auf den Rasen der Arena (33.). Während Dynamo Dresden, unterstützt von 3.500 mitgekommenen Fans in Gelb-Schwarz, wenigstens einen Pfostentreffer durch Halil Savran zu verzeichnen hatte (34.), passierte bei den Fortunen offensiv lange wenig bis gar nichts.

Ehe plötzlich Ranisav Jovanovic über links durchgebrochen war, den Ball flach in die Mitte passte, wo der mitgelaufene Andreas Lambertz den Ball zum 1:0 irgendwie im Netz unterbrachte (40.). Nach der Pause hatte Dresden deutlich mehr vom Spiel und die klar besseren Chancen. So musste Kai Schwertfeger bei einem Schuss von Sascha Pfeffer für den bereits überwundenen Michael Melka in höchster Not auf der Linie klären (62.). Zumindest nutzten die Fortunen die sich bietenden Räume in den letzten 20 Minuten.

Fortuna Düsseldorf - Dynamo Dresden 1:0 (1:0)

Fortuna: Melka - Schwertfeger, Cakir, Langeneke, Hergesell - Lambertz, Christ (90. Hampel), Costa, Heidinger (65. Kadah) - Lawarée, Jovanovic (84. Kastrati)

Dresden: Kirsten - Pergl (73. Müller), Oppitz, Hübener, Nikol - Pfeffer, Truckenbrod, Wagefeld, Bröker Dobry, Savran

Zuschauer: 14.024

Schiedsrichter: Karl Valentin (Taufkirchen)

Tore: 1:0 (40.) Lambertz

Gelbe Karten: Heidinger, Kadah, Kastrati / Dobry, Wagefeld, Truckenbrod

Rote Karte: Hübener (79./grobes Foulspiel)

Wobei sich zu der Zeit auch unschöne Szenen auf den Rängen abspielten. Aus den Reihen der Fortuna-Fans wurden Feuerzeuge und andere Gegenstände auf die Akteure geworfen, auf der anderen Seite versuchten Dresdener Chaoten die Zäune ihres Fan-Blocks zu überwinden. Auf dem Rasen nahm die Dramatik zu, als Thomas Hübener für eine böse Grätsche gegen den eingewechselten Kadah an der Mittellinie die Rote Karte sah (79.).

Selbst im Anschluss daran blieb Dresden das gefährlichere Team, hätte angesichts der Klarheit an Einschussmöglichkeiten den Ausgleich verdient gehabt. Doch am Ende jubelten die Düsseldorfer über den schmeichelhaften Erfolg, der Balsam war auf die Fortuna-Seelen in kuriosen Zeiten. Im Stadion hatten sich die Verantwortlichen alle Mühe gegeben, die Konzentration auf das sportliche Geschehen zu lenken. Angesichts der chaotischen Umstände nach dem Rücktritt des Aufsichtsratsvorsitzenden Reinhold Ernst bei der Mitgliederversammlung am vergangenen Montag.

Der Vorstand um Peter Frymuth bat darum im Vorwort des Stadionmagazins mit eindringlichen Worten und wollte jeden Zweifel am Aufstiegswillen der Akteure ausräumen: "Es ist auch eine Sache des Willens, und wir haben weiterhin den Eindruck, dass diese Mannschaft will." Nicht zuletzt wurden im Vorfeld des Drittliga-Duells auch auf die anstehenden Herausforderungen der U23, U19 und U17 des Vereins hingewiesen, die ebenfalls in dieser Saison eine Klasse höher klettern können.

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