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Martin Harnik (r., hier beim Spiel gegen den FC Augsburg) erzielte kurz vor dem Halbzeitpfiff den Führungstreffer für die Fortuna.

Martin Harnik (r., hier beim Spiel gegen den FC Augsburg) erzielte kurz vor dem Halbzeitpfiff den Führungstreffer für die Fortuna.

Christof Wolff

Martin Harnik (r., hier beim Spiel gegen den FC Augsburg) erzielte kurz vor dem Halbzeitpfiff den Führungstreffer für die Fortuna.

Düsseldorf. Am Freitagabend um 18 Uhr suchten viele Augen in der Arena die linke Abwehrseite der Fortuna - da wo die Gegengerade auf die Südtribüne mit den treuesten Düsseldorfer Fans trifft. Trainer Norbert Meier hatte es offen gelassen, wen er beim Fußball-Zweitligisten an Stelle der verletzten Fabian Hergesell und Johannes van den Bergh als Linksverteidiger gegen den Karlsruher SC aufbieten wollte.

Seine Wahl war auf Kai Schwertfeger gefallen, doch 17 Minuten vor dem Anpfiff waren die Überlegungen nicht mehr die Tinte auf dem Aufstellungsbogen wert. Der 21-Jährige krümmte sich plötzlich auf dem Fußballrasen, hielt sich schreiend das linke Knie. Die Kollegen winkten erst Physiotherapeut Bernd Restle wild herbei, kurz darauf auch Mannschaftsarzt Ulf Blecker.

Mit einer Trage musste der Rotschopf schließlich vom Feld getragen werden, das linke Knie dick einbandagiert. Eine Kernspintomographie soll sm Samstag gemacht werden, die Ergebnisse sollten am Sonntag vorliegen. Schwertfeger musste das 1:0 (1:0) seiner Mannschaft vor 23.950 Zuschauern gegen den Bundesliga-Absteiger also tatenlos mit ansehen.

Hamza Cakir war von Meier in die Startformation beordert worden. Seine Erfahrungen als Außenverteidiger liegen zwar mehr als ein Jahr zurück, aber der Türke kannte das spontane Einspringen schließlich schon, in Ahlen hatte er den bei der Bus-Abfahrt im Hotel schlafenden Anderson kurzfristig aus der Start-Elf "verdrängt". Das Spiel damals gewann die Fortuna mit 4:1. Am Freitag schien das Schicksal Schwertfegers die Mannschaft in den ersten Minuten etwas zu verunsichern, entsprechend mühsam arbeiteten sich die Fortunen in die Begegnung.

Einen 18-m-Schuss von Christian Weber konnte KSC-Torwart Markus Miller nur mit Mühe über die Latte lenken (12.), auf der anderen Seite klärte Olivier Caillas nach einer Ecke auf der Linie (18.). Schnell wurde klar, dass die technisch versierten und taktisch klug agierenden Karlsruher ein schwerer Brocken für die Gastgeber sein würden. So war Martin Harnik in der 39. Minute wohl so überrascht, im Strafraum frei zum Schuss zu kommen, dass er sich einen Knoten in die Beine löffelte, statt den Ball richtig zu treffen.

Fortuna Düsseldorf - Karlsruher SC 1:0

Aufstellung Fortuna Düsseldorf: Ratajczak - Weber, Anderson, Langeneke, Cakir - Costa - Lambertz, Christ (90. Sieger), Caillas (70. O. Fink) - Jovanovic (86. Gaus), Harnik

Aufstellung Karlsruher SC: Miller - Mutzel, M. Langkamp, S. Langkamp, Schäfer (71. Blum) - Adoube - Staffeldt, Iashvili, Stindl - A. Fink, Tarvajärvi (75. Dulleck)

Schiedsrichter: Jochen Drees (Münster-Sarmsheim)

Zuschauer: 23.950

Tore: 1:0 (44.) Harnik

Gelbe Karten: Cakir / Staffeldt

Ähnlich wenig Schusskraft brachte Claus Costa an der Strafraumlinie auf Zuspiel von Olivier Caillas hinter den Ball, der deshalb am Tor vorbeitrudelte (41.). Doch nach diesem "Vorspiel" klappte es dennoch mit der Führung: In der 44. Minute hatte Harnik keine Mühe, eine Traumkombination zwischen Jovanovic und Andreas Lambertz mit dem 1:0 abzuschließen, das die Fortuna aufgrund der besseren Chancen verdient mit in die Pause nahm.

Es war das erste Mal, dass die Spielfreude der Vorwoche vom 2:0 in Kaiserslautern wirklich aufblitzte. Ansonsten war es ein eher unansehnliches und hartes Stück Arbeit gegen die enttäuschend in die Saison gestarteten Gäste. Vielleicht wäre es schon leichter gefallen, wenn Lambertz ins Tor statt den Pfosten getroffen hätte (57.).

Mit der Einwechslung des defensiver ausgerichteten Mittelfeldspielers Oliver Fink für Caillas signalisierte Meier, dass es nun vor allem um die Sicherung des eigenen Tores gehen sollte. Und der KSC stellte letztlich auch die Schwäche der vergangenen Monate erneut unter Beweis, die Gäste-Stürmer waren so gefährlich wie ein Zahnarzt ohne Bohrer.

Die Konter der Gastgeber waren dafür viel gefährlicher. Vor allem Harnik zeigte dabei seine läuferische Stärke. So blieb es letztlich beim verdienten und insgesamt souveränen 1:0-Erfolg der Gastgeber.

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