Fortuna-Ärger Statt Pink Ballermann-Musik? Marcus Haefs, Musikbeauftragter von Fortuna, will sich nicht ins Programm reden lassen.

Eigentlich hat die erste Zweitliga-Saison nach langer Abstinenz allen so richtig Spaß gemacht. Fast allen. Denn vor dem letzten Spieltag erhielten alle Vorstandsmitglieder der Fortuna eine E-Mail von Marcus Haefs, dem Musikbeauftragten des Vereins, der den meisten nur unter seinem Spitznamen "Opa" ein Begriff ist. Der 41-Jährige wollte sein Amt niederlegen. Nachdem sich Fortuna-Sprecher Tom Koster eingeschaltet hatte, hat Haefs seine Entscheidung vertagt. Ein klärendes Gespräch soll folgen.

Vor fünf Jahren hat Haefs sein Amt angetreten und ist seitdem für die Musikauswahl während der Spiele verantwortlich: "Mit dem Aufstieg in die Zweite Liga hat sich viel verändert. Es kamen plötzlich viel mehr Sponsoren hinzu. Das ist ja auch gut so." Doch in den vergangenen Monaten gab es zunehmend Ärger. Haefs: "Es hieß plötzlich, die Fortuna müsse jetzt familientauglich werden."

Konkret forderte ein Sponsor, dass zukünftig Ballermann-Musik mit DJ Ötzi auf den Plattenteller kommen sollte.

Für Opa, selbst aktiver Musiker bei der Band "Die 95er", ganz klar eine Frage der Ehre: "Für mich ist die Musik auch eine Frage der Haltung. Da kann ich Pink auflegen, das hat eine Qualität. Aber nicht DJ Ötzi." Haefs erinnert daran, dass vor allem die jüngeren Fans der Fortuna die Treue gehalten haben, auch in den harten Oberliga-Zeiten. Die sollte man nicht vergrätzen: "Das wäre ein schwerer Fehler."

In der Vergangenheit, vor allem zu Zeiten des Präsidenten Helge Achenbach, sei man schon einmal den falschen Leuten nachgelaufen: "Schampus und Nerzjäckchen sind sicher ein Teil von Düsseldorf. Zur Fortuna passt das Schicki-Micki-Image aber gar nicht."

Die Musik soll nicht unter den Reklame-Spots leiden

Unzufrieden ist Haefs auch damit, dass sein Musikprogramm immer weiter zugunsten der Reklame-Spots Federn lassen muss: "Ich komme selbst aus der Werbung und weiß, wie wichtig Sponsoren sind. Aber wenn man jedesmal nach eineinhalb Minuten Musik wieder einen neuen Spot bringt, hören die Leute irgendwann gar nicht mehr zu." Man solle den Firmen Qualität statt Masse anbieten. Davon habe jeder langfristig mehr.

In den nächsten Tagen soll ein Gespräch mit dem Vorstand der Fortuna folgen. "Wichtig ist mir die Rückendeckung vom Verein", macht "Opa" Haefs seinen Standpunkt deutlich. Außerdem fordert er, dass sich die Sponsoren nicht in das Musikprogramm einmischen sollen.

Fortuna-Sprecher Tom Koster bemüht sich, die Wogen zu glätten: "Wenn ich mir die Charts und unsere Musikauswahl anschaue, dann glaube ich, dass wir nicht schlecht dastehen."

Allerdings sei es auch falsch, sich in der Arena musikalisch auf eine Richtung festzulegen.

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