Kerem Demirbay erzielt beim FSV Frankfurt beide Tore zum 2:1. Und fliegt beim ersten Auswärtssieg der Saison auch noch vom Platz.

Kerem Demirbay erzielt beim FSV Frankfurt beide Tore zum 2:1. Und fliegt beim ersten Auswärtssieg der Saison auch noch vom Platz.
Erster Auswärtssieg der Saison für Fortuna: Julian Koch, Michael Rensing, Alexander Madlung, Axel Bellinghausen und Oliver Fink (v.l.) freuen sich.

Erster Auswärtssieg der Saison für Fortuna: Julian Koch, Michael Rensing, Alexander Madlung, Axel Bellinghausen und Oliver Fink (v.l.) freuen sich.

Wolff

Erster Auswärtssieg der Saison für Fortuna: Julian Koch, Michael Rensing, Alexander Madlung, Axel Bellinghausen und Oliver Fink (v.l.) freuen sich.

Düsseldorf. „Jawohl“, schrie Axel Bellinghausen aus vollem Herzen, als er nach 90 dramatischen Minuten und einem verdienten 2:1-Erfolg beim FSV Frankfurt in die Kabine kam. Die Erleichterung beim Fußball-Zweitligisten war riesig. Nur Kerem Demirbay war am Boden zerstört. „Ich muss mich entschuldigen. Das darf mir nicht passieren“, sagte der Mittelfeldspieler, der fünf Minuten vor dem Ende die Gelb-Rote Karte gesehen hatte, weil Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus keine Gnade vor Recht ergehen lassen wollte und konnte. Demirbay hatte sich nach einem rüden Frankfurter Foul an Sercan Sararer gleicht mit mehreren FSV-Spielern verbal angelegt. „Ich bin froh, dass die Mannschaft trotzdem noch gewonnen hat. Das war dumm von mir, da haben meine Nerven verrückt gespielt“, sagte der Spieler des Tages, der beide Tore für Fortuna erzielte und neben Rensing erneut der beste Spieler der Gäste war. „Ich hoffe, meine Mitspieler nehmen mir das nicht übel, und es tut weh, dass ich im nächsten Spiel nicht dabei sein kann.“

Den Elfmeter zum 1:0 nach Foul an Sararer hatte Demirbay ausgeführt, weil er sich stark gefühlt habe. Auch Didier Ya Konan und Lukas Schmitz wollten Verantwortung übernehmen. Nach der Führung war die Hamburg-Leihgabe dann sichtbar selbstbewusster und effizienter. Das zeigte sich auch beim 2:0, als er eine Vorlage von Ihlas Bebou verwertete.

Hermann möchte nicht mehr als ein Spiel in der Verantwortung sein

„Über den Platzverweis müssen wir noch einmal reden“, sagte Peter Hermann, der auch in einigen anderen Situationen nicht zufrieden mit der Spielweise seiner Mannschaft war. „Da müssen wir viel mehr Ruhe beweisen. Auch die vielversprechenden Kontersituationen müssen wir besser ausspielen“, sagte Fortunas Interimstrainer. „Es gibt nichts Schlimmeres als hektische Fußballer.“ Davon laufen bei Fortuna noch zu viele über den Platz.

„Viel zu ändern, war in der kurzen Zeit nicht möglich“, erklärte Hermann. „Alle Spieler waren da auch meiner Meinung.“ Als Chef sei er ein wenig angespannter gewesen als zuvor als Co-Trainer. „Komm, ein Spiel, das schaffst du, habe ich mir gesagt.“ Das Ergebnis sei in seinen Augen verdient, und die Mannschaft sei als Einheit aufgetreten, was Hermann sehr wichtig gewesen sei. „Wenn wir verloren hätten, dann wären wir richtig unten drin gewesen“, meinte Hermann.

Zur Elfmeter-Entscheidung von Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus wollte er sich nicht großartig äußern. „Ich weiß gar nicht, ob der berechtigt war“, sagte Hermann und sorgte dann für Lacher: „Falls er berechtigt war, ist es gut, und wenn er nicht berechtigt war, ist es auch gut.“ Eine Entscheidung in der Trainerfrage wird es nicht vor Mitte oder Ende der Woche geben. Für Hermann kann es aber nicht schnell genug gehen. Er möchte die Aufgabe abgeben. Aber nicht, weil er sich ihr nicht gewachsen sieht, sondern weil er nicht im Mittelpunkt stehen will.

Weis – Huber (50. Schahin), Gugganig, Ballas, Epstein – Perdedaj, Konrad – Barry, Halimi, Felipe Pires (77. Golley) – Dedic (83. Kapllani)

Rensing – Schauerte, Haggui, Madlung, Bellinghausen – Koch, Schmitz – Bebou (88. Akpoguma), Demirbay, Sararer (86. Fink) – Ya Konan (73. Pohjanpalo)

Bibiana Steinhaus (Langenhagen), Zuschauer: 6049.

0:1 (23./Foulelfmeter) Demirbay, 0:2 (42.) Demirbay, 1:2 (67.) Gugganig

Gugganig (3.) / Demirbay (4.), Koch (4.)

Demirbay (85.)

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