Kerem Demirbay ist ein Spielertyp, der weiß, wie man die Spitzen einsetzt und selbst noch zum erfolgreichen Abschluss kommt.
Kerem Demirbay ist ein Spielertyp, der weiß, wie man die Spitzen einsetzt und selbst noch zum erfolgreichen Abschluss kommt.

Kerem Demirbay ist ein Spielertyp, der weiß, wie man die Spitzen einsetzt und selbst noch zum erfolgreichen Abschluss kommt.

Kerem Demirbay in der Nationalelf.

Christof Wolff, Bild 1 von 2

Kerem Demirbay ist ein Spielertyp, der weiß, wie man die Spitzen einsetzt und selbst noch zum erfolgreichen Abschluss kommt.

Düsseldorf. Fortuna Düsseldorf hat derzeit 26 Profis im Kader – inklusive der drei Neuen Raphael Wolf, Niko Gießelmann und Florian Neuhaus sowie „Rückkehrer“ Rouwen Hennings. Es soll noch ein Stürmer (Havard Nielsen) kommen, ein Außenverteidiger und ein schneller Spieler für die (offensive) Außenbahn. Falls sich noch etwas in der Spätphase der Transferzeit tut, ist auch die Verpflichtung eines Innenverteidigers angedacht. Daraus ergeben sich zwei Fragen: Sucht die Fortuna nicht nach einem offensiven Mittelfeldspieler, der die Spitzen einsetzen kann, also einen Spielgestalter? Und wenn weitere drei Spieler kommen, wer wird die Fortuna bis zum 31. August noch verlassen? Denn Friedhelm Funkel will einen übersichtlichen Kader mit 20 bis 22 Feldspielern?

Eine große Tradition an „Zehnern“, wie sie Günter Netzer, Wolfgang Overath oder Kerem Demirbay darstell(t)en, hat Fortuna nicht. Gerd Zewe (Trikotnummer 3) hat das Spiel von weiter hinten gemacht, Petr Rada, Marco Christ und Michael Liendl hatten das Talent, aber nicht (immer) das Tempo. Und Spieler wie Michael Schütz, Andrzej Buncol, Holger Fach oder Klaus Allofs waren nicht in erster Linie mit der Aufgabe beschäftigt, die Bälle zu verteilen. Sergio Pinto hat sich dann schnell verletzt.

Kerem Demirbay weint jeder Düsseldorfer Fan übrigens noch dicke Tränen nach. In der vorletzten Saison war er der Spieler, der maßgeblich dafür verantwortlich war, dass die Fortuna nicht abgestiegen ist. Der Verlust Demirbays konnte im vergangenen Jahr in keiner Weise kompensiert werden, obwohl die Verantwortung vom Trainer auf mehrere Schultern verteilt worden war.

Falls jetzt noch Havard Nielsen als neuer Stürmer kommt, ergibt sich auch das Problem, wer die Spitzen so einsetzt, dass sie Wirkung zeigen. Nur mit der Nominierung von zwei Spitzen erledigt sich noch lange nicht das Offensivproblem, das am Sonntag sogar gegen einen Oberligisten offensichtlich wurde. Es kamen zwar wieder einmal ein paar Flanken von den Flügeln, aber deren Ungenauigkeit ist bei Fortuna ja inzwischen fast schon legendär. Es wäre also sehr hilfreich, wenn noch ein Spieler verpflichtet werden würde, der das Anspielproblem lösen könnte. Florian Neuhaus kann vielleicht mal ein Spieler werden, der das Zeug dazu hat, aber der Ex-Löwe ist noch jung, nicht lange genug bei Fortuna und eher ein Achter als ein Zehner. Um die hochgesteckten Ziele zu erreichen, wäre eine Investition in einen Spielmacher sicher zielführend.

Kemal Rüzgar ist bereits zu Viktoria Köln ausgeliehen. Der Stürmer hat auch einen Vertrag bis 2019. Maecky Ngombo, der gerade an einer leichten Verletzung leidet, kann nicht wieder ausgeliehen werden, ansonsten müsste Fortuna den Vertrag mit dem Belgier verlängern. Fortuna hofft nun auf einen Kaufinteressenten, weil Funkel nicht mehr mit ihm plant. Das gilt vielleicht auch für Taylan Duman (Vertrag bis Juni ’19) und Justin Kinjo (bis Juni ’18). Beide sind (defensive) Mittelfeldspieler, und auf dieser Position herrscht ein Überangebot an auch erfahrenen Profis.

Der Verein hat Ivo Karlo Majic aus der eigenen U 19 mit einem Profivertrag für die nächsten drei Jahre ausgestattet. „Karlo Majic hat sowohl in der stark besetzten U 19-Bundesliga West als auch in den Trainingseinheiten, die er im Profikader absolviert hat, seinen Torriecher unter Beweis gestellt“, sagte Trainer Friedhelm Funkel.

Auch Anderson Lucoqui (bis Juni ’19) könnte letztlich ein Abstecher beispielsweise in die 3. Liga helfen, um Spielpraxis und Erfahrung zu sammeln. Einen Aufschrei der Fans hätte sicherlich eine Ausleihe von Emmanuel Iyoha (bis Juni ’20) zur Folge. Der vorsichtige Aufbau, den Friedhelm Funkel für den U 20-Nationalspieler vorgesehen hat, könnte Spieler und Berater zu langsam gehen. Mehr Spielpraxis würde „Emma“ in jedem Fall guttun. Das Vertrauen des Trainers, mal über eine längere Phase spielen zu dürfen, hat Iyoha bisher jedenfalls nicht erhalten. Aber auch ihm würden bessere Vorlagen guttun.

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