Beim hart erkämpften 1:1 auf St. Pauli überzeugt die Defensive. Lob für das Abwehrduo.

Fortuna
Stelios Malezas befördert den Ball aus der Gefahrenzone. Der Grieche zeigte eine starke Leistung.

Stelios Malezas befördert den Ball aus der Gefahrenzone. Der Grieche zeigte eine starke Leistung.

Wolff

Stelios Malezas befördert den Ball aus der Gefahrenzone. Der Grieche zeigte eine starke Leistung.

Hamburg/Düsseldorf. Die Fairness gegenüber dem Gegner und seine angeborene Höflichkeit verhinderten, dass sich Mike Büskens öffentlich deutlicher über den eigentlich unnötigen Punktverlust nach dem 1:1 beim FC St. Pauli ärgerte. Seine Mannschaft hatte in der zweiten Hälfte früh ein Tor vorgelegt, danach eine Klasse-Defensivleistung geboten und auch noch den Vorteil, dass die Hamburger nach dem umstrittenen Platzverweis vom Markus Thorandt (81.) nur noch mit zehn Mann weiterspielen mussten.

„Das sind die Momente, die uns im Augenblick verfolgen. Da verteidigen wir den Ball zweimal und dann fällt dem Kringe der Ball so auf den Schlappen“, kommentierte Fortunas Trainer den sehenswerten Ausgleichstreffer der Gastgeber nicht mal eine Minute nach der Hinausstellung. „So ein Tor ist mir in meiner Karriere nur einmal so gelungen.“ Trotz des Ärgers über dieses Tor aus dem Nichts hatte Büskens auch Grund zur Freude, weil sich seine Mannschaft am Millerntor stark verbessert gegenüber der schwachen Leistung beim 1:1 gegen Dresden gezeigt hatte.

Die Mannschaft profitiert von Malezas’ Erfahrung

„Die beiden Spiele kann man nicht vergleichen. Das alles war diesmal hochemotional und ging für uns nur über die Leidenschaft“, sagte der Trainer des Bundesliga-Absteigers, der aber 20 Minuten benötigt hatte, um sich nach den personellen Umstellungen zu finden. Die Hereinnahme des genesenen Stelios Malezas ins Abwehrzentrum und die von Levan Kenia auf die Spielmacherposition hatte positive Folgen – auch in der taktischen Ausrichtung. Malezas hielt mit dem überzeugenden Bruno Soares die Abwehr zusammen, und Kenia sorgte oft genug für die notwendige Entlastung.

„Wir haben einen richtig geilen Kampf gezeigt. Das war richtig gut und von außen gut anzusehen“, sagte Kapitän Andreas „Lumpi“ Lambertz, der noch vor der Pause mit einer Sprunggelenksverletzung raus musste. „Ein Punkt auf St. Pauli ist eigentlich in Ordnung.“

Trotz der Rückschläge sei die Mannschaft immer wieder positiv in die Spiele gegangen, sagte Lambertz. „Deshalb mache ich mir da auch für die kommenden Aufgaben keine Sorgen.“

Die beiden „Sechser“ der Fortuna haben sich gesteigert

Bezahlsender Sky brachte die alten Weggefährten wieder zusammen: Fortuna-Trainer Mike Büskens und St. Paulis Sportchef Rachid Azzouzi führten Greuther Fürth 2012 zum ersten Bundesliga-Aufstieg der Vereinsgeschichte. „Wir haben noch regelmäßig Kontakt per Telefon, haben uns aber selten gesehen zuletzt“, sagte Azzouzi vor dem Spiel. Auch die St.-Pauli-Spieler Christopher Nöthe und Bernd Nehrig spielten unter Büskens in Fürth.

Da Fortuna auch in der Vergangenheit immer dann gut gespielt hat, wenn die Mannschaft aus einer kompakten Grundordnung agierte, ist es besonders wichtig, dass vor allem die defensiven Mittelfeldspieler in guter individueller Verfassung sind. Das traf vor allem auf Oliver Fink zu (» siehe Interview). Aber auch Adam Bodzek unterstrich zumindest im zweiten Durchgang, wie wichtig er für die Mannschaft ist.

„Wenn wir kompakt standen, hatte St. Pauli keine Lösungen“, sagte Mike Büskens, der vielleicht auch deswegen zuversichtlich in die Zukunft blicken kann. „Wir wussten, dass schwer wird, aber wir haben etwas mitgenommen.“ Und nicht nur den Ärger über den späten und unnötigen Ausgleichstreffer.

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