Auf eine Schnupperphase hat das Trainerteam auf Langeoog bewusst verzichtet.

Fortunas Trainer Frank Kramer hat auch auf dem Fährschiff alles im Griff.
Fortunas Trainer Frank Kramer hat auch auf dem Fährschiff alles im Griff.

Fortunas Trainer Frank Kramer hat auch auf dem Fährschiff alles im Griff.

Christof Wolff

Fortunas Trainer Frank Kramer hat auch auf dem Fährschiff alles im Griff.

Langeoog. Die dunklen Wolken, die die Mannschaft von Fortuna Düsseldorf auf dem Weg nach Langeoog begleiteten, passten nicht so richtig zur Aufbruchstimmung, die beim Fußball-Zweitligisten derzeit herrscht. Doch pünktlich, als die Fähre auf der Nordseeinsel anlegte, war es vorbei mit dem schlechtem Wetter. Bei angenehmen Temperaturen trotz bedeckten Himmels wurden direkt die Fahrräder ausgeliehen, die aussahen, als hätten sie aus dem vorangegangenem Jahr auf die Fortuna-Profis gewartet.

Axel Bellinghausen saß wieder auf dem Drahtesel, der den Namen „Axel“ trägt. Und das Fahrrad mit dem Namen Lumpi war für einen kleineren Spieler reserviert. Doch Co-Trainer Peter Hermann war dann schließlich derjenige, der Lumpi zumindest hier auf dem Fahrrad vergessen machen muss.

Die erste Einheit an der Nordsee dauert 137 Minuten

Ein lockeres und ruhiges Einspielen auf einer der grünsten deutschen Inseln war für das Trainergespann allerdings kein Thema. Es ging im ersten Training auf dem Platz des Jonny-Vestering-Stadions nicht nur intensiv zur Sache, auch der Ton war nicht auf Schmusekurs ausgelegt. Trainer Frank Kramer unterstrich gleich, dass es nicht um ein freundliches Kennenlernen geht. In unmissverständlichen Ansagen machte er seinen Spielern klar, was er von ihnen erwartet.

Immer wieder unterbach er die Übungen, um auf Fehler deutlich hinzuweisen. Und als sich dann Lars Unnerstall meldete („Ich habe keinen Puls“), ging es nicht etwa zurück in die Kabine. Da erst ging das Auslaufprogramm des neuen Fitnesstrainers Florian Klausner mit Pulsuhr und Herzfrequenzmessband los. Am Ende waren es zwei Stunden und 17 Minuten, die sich die Spieler zum „Eingewöhnen“ auf dem Platz befanden.

Dem Trainer ist bewusst, dass sich gerade in der Anfangsphase der Vorbereitung jeder Spieler zeigen will. „Dadurch ist es manchmal etwas hektisch, weil wir auf engem Raum trainieren“, sagte Kramer. „Aber das Engagement wollen wir hier von den Spielern natürlich schon sehen. Da scheppert es dann auch mal. Aber die Spieler sollen sich auch durchsetzen wollen.“

Auf teambildende Maßnahmen verzichtet das Trainergespann

Ben Halloran verlässt die Fortuna. Der 23 Jahre alte Australier hat seinen Vertrag beim Fußball-Zweitligisten aus Düsseldorf aufgelöst und sich dem 1. FC Heidenheim angeschlossen. Über die Ablösemodalitäten wurde Stillschweigen vereinbart. Halloran wechselte vor zwei Jahren aus seiner australischen Heimat von Brisbane Roar zur Fortuna. Seitdem absolvierte er für die Rot-Weißen 37 Partien in der 2. Bundesliga und erzielte dabei acht Treffer. Nun wechselt er zum Ligakonkurrenten. Halloran sah keine Chance mehr, sich bei Fortuna durchzusetzen und einen Stammplatz zu erhalten.

 

Zum ersten Mal seit langer Zeit fehlt ein vertrautes Gesicht im Trainingslager. Betreuer Aleks Spengler ist zu Hause geblieben und wird erst im zweiten Trainingslager in Maria Alm dabei sein.

„Wenn man in den Spielformen richtig drin ist, dann gehören auch entsprechende Pausen dazu“, sagte Trainer Frank Kramer, der auf Strandläufe eigentlich verzichten möchte, weil die Spieler sich ganz auf die beiden Einheiten des Tages konzentrieren sollen.

Das können die Profis auch. Denn großartige Ablenkung gibt es vor Ort nicht. Bislang ist auch die Zahl der begleitenden Fans noch übersichtlich und bestimmt nicht störend. „Wenn man hier hinkommt, ist das schon etwas Besonderes. Das ist toll“, sagte Fortunas Trainer mit einem breiten Grinsen und einem demonstrativen Rundumblick über die grünen Wiesen der Insel „Ich war vorher noch nicht hier. Alles ist so schön grün hier.“

Größere Maßnahmen, um den Teamgeist zu stärken, hat der Trainerstab nicht geplant: „Das Training ist dafür völlig ausreichend. Es gibt keine bessere teambildende Maßnahme als die gemeinsamen Übungen. Da muss man nicht irgendetwas Künstliches draufsetzen, was keine Wirkung hat. Es muss sich schon anbieten“, sagt Kramer. Eine Mannschaft müsse sich eben selber finden.

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