Neu-Fortune Benito Raman machte in der Vergangenheit auch abseits des Platzes Schlagzeilen. Sein Einstand war glänzend.

Benito Raman bei seinem ersten Pflichtspieleinsatz für die Fortuna am vergangenen Sonntag gegen Union Berlin (3:2).
Benito Raman bei seinem ersten Pflichtspieleinsatz für die Fortuna am vergangenen Sonntag gegen Union Berlin (3:2).

Benito Raman bei seinem ersten Pflichtspieleinsatz für die Fortuna am vergangenen Sonntag gegen Union Berlin (3:2).

Christof Wolff

Benito Raman bei seinem ersten Pflichtspieleinsatz für die Fortuna am vergangenen Sonntag gegen Union Berlin (3:2).

Düsseldorf. Fußballprofis wie Benito Raman und ihre Geschichten sind selten geworden. Öffentliches Liebes-Theater und Beschimpfungen anderer Sportler füllten vor 15 bis 20 Jahren unter der Woche regelmäßig die Sportseiten in Tageszeitungen. Die Protagonisten hießen Stefan Effenberg, Mario Basler, Lothar Matthäus oder Ansgar Brinkmann. „Echte Typen“ wie es an Stammtischen und in Fanblöcken gerne heißt. Solche Charaktere sind im Kommerzgeschäft Profifußball heutzutage fast gar nicht mehr zu finden. Zu viele Neben- und Störgeräusche lassen den Marktwert fallen – oder andere Clubs das Interesse verlieren.

Letzteres ist bei Fortuna Düsseldorf mit Blick auf Benito Raman im August schnell gestiegen. Kurz vor dem Ende der Transferperiode verpflichtete der Zweitligist den Offensivspieler auf Leihbasis von Standard Lüttich für ein Jahr plus Kaufoption. Als Ersatz für den nach Hannover in die Bundesliga gewechselten Ihlas Bebou. „Die erste Woche in einem neuen Club muss man sich noch bisschen orientieren. Seit dem Spiel am Wochenende fühle ich mich schon viel besser. In ein paar Tagen werde ich vollständig integriert sein“, sagt der Belgier, der sein eigenes Spiel noch nicht auf dem höchsten Niveau sieht: „Ich kann noch einige Dinge verbessern“.

Mit dem Model Eline Guillemyn führt Raman eine „On-off-Beziehung“, mal sind sie zusammen, mal nicht. Über seinen Twitter-Account wurde vor einigen Monaten der Tennisprofi Ivo Karlovic beleidigt, weil Raman bei einer Wette auf den Kroaten Geld verloren haben soll. „Das ist ein Freund gewesen, nicht ich“, sagt der U 21-Nationalspieler, der sich nicht verbiegen lassen möchte: „Es stimmt. Ich bin ein bisschen verrückt. Aber wenn ich ganz normal wäre, würden die Leute mich auch anders wahrnehmen. Manchmal mache ich verrückte Dinge, auch auf dem Spielfeld. Außerhalb ist das aber weniger geworden.“

Viel Aberglauben und künftig weniger Eskapaden

74 Minuten dauerte das Debüt des 1,72 Meter großen Angreifers im Fortuna-Trikot am Sonntag beim 3:2-Sieg über Union Berlin. Neben Florian Neuhaus und Davor Lovren gehörte Raman zu den besten Düsseldorfern, wirbelte Unions linke Abwehrseite ein ums andere Mal durcheinander. „Am Torabschluss muss ich noch arbeiten. Aber mein Debüt ist mit dem Sieg natürlich gut verlaufen“, sagt der Neue, der bereits einen wesentlichen Unterschied zu seiner sportlichen Heimat ausgemacht hat. „Hier ist der Fußball viel schneller. Wir sind viel gelaufen in den 90 Minuten. Aber diese Art passt zu mir und meinem Spiel.“

Die Vorbereitung auf dieses sieht meist gleich aus. „Ich mache Vieles in derselben Reihenfolge, bin ein bisschen abergläubisch. Zuerst ziehe ich den linken Schuh an, bei den Schienbeinschonern ziehe ich aber den rechten zuerst an. Das mache ich schon lange so. Und ich höre immer Musik vor den Spielen. Aktuell ist es deutscher Rap.“

Fortunas neue Nummer neun möchte in Zukunft mehr durch Leistung und Erfolge als durch Eskapaden abseits des Platzes für Schlagzeilen sorgen. „Ich ruhe mich zwischendurch viel aus, um Kraft zu tanken. Ab und an gehe ich in die Stadt. Aber ich benötige diese Ruhephasen. Auch weil der Konkurrenzkampf hier groß ist“, erklärt Raman, der vorhat, ab sofort erwachsener auftreten. Trotzdem sagt er: „Ich bin wie ich bin.“ Bisher ist er ein großer Gewinn für die Fortuna.

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