Fußball: Auch der "Klops" von Michael Melka kann nichts am Sieg der Fortuna ändern.

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Michael Melka (liegend) kann nicht fassen, was ihm da mit seinem "Eigentor" passiert ist.

Michael Melka (liegend) kann nicht fassen, was ihm da mit seinem "Eigentor" passiert ist.

Christof Wolff

Michael Melka (liegend) kann nicht fassen, was ihm da mit seinem "Eigentor" passiert ist.

Düsseldorf. Michael Melka konnte nach dem Spiel wieder lachen. Schließlich hatte die Fortuna mit 2:1 (1:0) beim SSV Jahn Regensburg gewonnen. "Aber es war schon ein ziemlich peinlicher Moment", sagte der Düsseldorfer Torhüter. Wenn auch nicht der entscheidende. Zu Melkas Glück. Beim Stand von 2:0 für seine Farben wollte er das Spiel schnell machen, "semmelte" den Abschlag an der Strafraumgrenze aber an den Rücken von Dennis Grassow, der gar nicht mehr ausweichen konnte.

"Das war kurios, ich habe das gar nicht richtig
mitbekommen und jetzt einen ziemlich fetten
Abdruck am Rücken."

Dennis Grassow, Kapitän der Regensburger, der mit seinem Rücken das Tor der Gastgeber "erzielt" hatte.

Dass sich die Kugel so passgenau wie eine Billardkugel ins Eck des Tores senkte, wird noch bei einigen Fernseh-Rückblicken zu sehen sein. "Es wird mir sicher oft wieder begegnen", sagte Melka. Aber dank des Sieges frage danach keiner mehr, fügte er hinzu.

Das Spiel gab sonst nur wenige nennenswerte Höhepunkte her. Beispielsweise die Tore, wie das 1:0 der Gäste, das mitten in der Regensburger Drangphase fiel. Da war der Block der Gäste nur zur Hälfte gefüllt, von Anfeuerung nicht viel zu hören. Die meisten Fortuna-Fans standen im 25-km-Stau auf der Autobahn zwischen Würzburg und Nürnberg. Eine Verschiebung des Anpfiffs nach hinten war verworfen worden.

Den zur Halbzeit spätestens in den Block geströmten Fans dürfte es egal gewesen sein: Lieber ein eigenes Tor verpassen als ein gegnerisches. Zumal in der ersten Hälfte Regensburg dominierte und die besten Chancen hatte. Doch Marco Christ brachte die Fortunen an alter Wirkungsstätte auf die Siegerstraße. "Damit hat er sich seinen Heimaturlaub verdient", sagte Meier. Aber nicht nur Christ durfte seine Belohnung einstreichen. Fast alle Düsseldorfer kämpften sich mit Herz und Siegeswillen in die Begegnung.

Das 1:0 für Fortuna fällt in der Drangphase des Gegners

Ohne Stürmer Ranisav Jovanovic, der am Samstagmorgen passen musste, spielte die Fortuna. Wahrscheinlich eine weise Entscheidung angesichts der Oberschenkelprobleme. "Es war ein richtiges Drecksspiel", so die Beschreibung der meisten Beteiligten. Da passte es vor 3350 Zuschauern im Jahnstadion dazu, dass die Fortunen von Entscheidungen des Schiedsrichters profitierten: Stefan Schempershauwe entschied nach der Melka-Glanztat gegen David Rommingers Schuss auf Abstoß statt Ecke. In der direkten Folge knallte Christ aus 22 Metern den Ball zum 1:0 ins Netz (36.).

3. Minute: Christs 18-m- Schuss geht knapp vorbei. 6.: Den 20-Meter-Flachschuss von Christ hält Sattelmaier nur mit Mühe fest. 18.: Melka lenkt einen 20-Meter-Flachschuss von Romminger an den Pfosten. 19.: Christ rettet nach einer Ecke auf der Linie. 35.: Romminger tanzt Langeneke und Palikuca im Strafraum aus, Melka rettet. 36.: Christ nimmt den Ball aus 22 Metern direkt und trifft halbhoch zum 1:0. 58.: Lambertz trifft nach Vorlage von Terodde zum 2:0. 62.: Melka will schnell abschlagen, trifft an der Strafraumgrenze Grassows Rücken, und der Ball senkt sich zum 1:2 ins Tor. 90.+3: Gaus sieht für das dritte Foulspiel in 15 Minuten Gelb-Rot.

Regensburg: Sattelmaier - Jarosch, Grassow, Maul, Binder (81. Güral) - Hiemer, Zellner, Schlauderer (57. Würll), Romminger - Beigang (57. Schmid), Stoilov Düsseldorf: Melka - Cebe, Palikuca (58. Cakir), Langeneke, Hergesell - Lambertz, Sieger, Christ (85. Costa), Caillas - Terodde (79. Gaus), Heidinger Schiedsrichter: Schempershauwe (Hildesheim) Zuschauer: 3350 Tore: 0:1 (36.) Christ, 0:2 (58.) Lambertz, 1:2 (62.) Grassow Gelbe Karten: Maul, Romminger / Heidinger, Terodde Gelb-Rote Karte: Gaus (90.+3/wiederholtes Foulspiel)

Der Treffer fiel aus dem nur sprichwörtlich heiteren Himmel, tat den kämpferisch zulegenden Fortunen aber sichtbar gut. Auf dem tiefen und matschigen Platz nutzten sie nach der Pause gegen die mehr Offensive wagenden Gastgeber die Räume, was Andreas Lambertz zum 2:0 nutzte (58.). Der Sieg für den - zu diesem Zeitpunkt noch - Tabellenzweiten schien unter Dach und Fach. Bis zu Melkas kuriosem Aussetzer.

Aber Trainer Meier konnte nach hektischer, aber souverän überstandener Schlussphase ebenso darüber lachen wie der "Sünder": "Wenn ich jetzt mit dem Kollegen Markus Weinzierl rausgehe und das nachzustellen versuche, schaffen wir das in 1000 Versuchen nicht." Musste ja auch nicht sein. Nächsten Samstag kommt Aue in die Arena - da gilt es wieder. 

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