Nach der Pokalpleite in Essen müssen die Spieler nun erst einmal wieder Leistung zeigen.

Düsseldorf. So schnell heilen die Wunden des verlorenen Pokalspiels in Essen nicht. Michael Melka war und ist mächtig sauer. Das ließ der Torwart der Fortuna nach der Pleite im Fußball-Niederrheinpokal nicht nur zwischen den Zeilen durchblicken: "Das war keine Einstellung, kein Zweikampfverhalten, kein gegenseitiges Helfen."

So in etwa ließ sich die miserable Leistung des Drittliga-Teams bei den klassentieferen Essenern auf den Punkt bringen. Dabei dürfte Melka weniger die verpasste Chance auf eine Teilnahme am DFB-Pokal umgetrieben haben, als vielmehr die Angst, dass der ersehnte Aufstieg in die 2. Bundesliga mit so einem Verhalten wie am Wochenende nicht klappen wird.

Und dabei wird es gerade für den 30-Jährigen interessant, der nie einen Hehl daraus gemacht hat, als Stammspieler in den "echten" Profifußball zu wollen. Er ist für Fortunas Sport-Geschäftsführer Wolf Werner neben Robert Wulnikowski (Union Berlin) der beste Torhüter der 3.Liga und wird sich vor Angeboten nicht retten können, falls Fortuna die 2. Liga verpasst.

Von 24 Akteuren laufen bei 15 die Verträge zum Saisonende aus. Insgesamt acht Spieler von den 15 - Melka eingeschlossen - haben nur für den Aufstiegsfall eine Verlängerungsklausel. Das heißt für diese Spieler, dass der Vertrag dann in der 2. Liga mit wohl angepassten Bezügen weiterläuft. Das gilt nicht zuletzt auch für Trainer Norbert Meier und Wolf Werner.

Klar dürfte deshalb sein: Je näher das Saisonende kommt, desto nervöser könnten die Gespräche geführt werden. Planungssicherheit ist etwas anderes. "Darüber mache ich mir für mich jetzt überhaupt keine Gedanken", sagt Trainer Norbert Meier. "Ich verlängere "traditionell meine Verträge erst sehr spät." Ein sicherer Aufstieg wäre kein schlechter Zeitpunkt.

Wolf Werner: Jetzt müssen die Spieler erst einmal Leistung bringen

Entwarnung Bereits beim Wintercup hatte Jens Langeneke leichte Probleme im Bereich der Halswirbelsäule gehabt. In Essen war dann das Spiel nach einer halben Stunde für Fortunas Abwehrchef beendet. Nach einem Kopfball musste Langeneke ausgewechselt werden. Ein Wirbel der Halswirbelsäule (Atlas) war herausgesprungen, und es gab sogar eine Bewegungsbeeinträchtigung bis in den Fußbereich. Gestern nach einer Computertomografie gab es eine erste Entwarnung, weil keine ernsthafte Schädigung in dem Bereich festgestellt werden konnte.

Behandlung Bernd Restle ist sicher, dass Langeneke am Donnerstag wieder auflaufen kann. "Das kriegen wir bis dahin unter Kontrolle", sagte Fortunas Physiotherapeut.

Zwar laufen auch die Kontrakte unter anderem mit Stammkräften wie Abwehrchef Jens Langeneke, Stürmer Ranisav Jovanovic und Mannschaftskapitän Andreas Lambertz noch bis 2010. Doch gerade auf dieses Trio dürfte die Konkurrenz angesichts der bisherigen Leistungen mehr als ein Auge geworfen haben.

Vor allem Lambertz hat selbst schon offenbart, dass er spätestens in der kommenden Saison bei einem Erst- oder Zweitligisten spielen möchte. "Am liebsten mit der Fortuna" - was aber so viel heißt wie: Wenn es mit dem Aufstieg nicht klappt, bin ich weg. Kleiner Trost in dem Fall: Ihn aus dem laufenden Vertrag "herauszukaufen", spült Geld in die Kassen des klammen Klubs.

Am Montag hatte es noch einmal eine Telefonkonferenz zwischen Vorstand, Aufsichtsratsmitgliedern und der sportlichen Leitung gegeben. Fazit war, dass auch in letzter Sekunde vor Transferschluss aus wirtschaftlichen Gründen keine weitere Verpflichtung vorgenommen wird.

"Auch vor diesem Hintergrund werden wir die Vertragsgespräche mit den Spielern zunächst einmal ruhen lassen", erklärt Wolf Werner. "Jetzt müssen die Spieler Leistung bringen, damit sie sich für die Zukunft bei der Fortuna empfehlen."

Dass Spieler gar nicht aufsteigen wollen, weil sie einen gut dotierten Vertrag für die 3. Liga haben, ist für den Geschäftsführer "totaler Quatsch". Denn zwei Drittel der Spieler aus dem aktuellen Kader haben ja dann laufende Verträge, falls die Fortuna aufsteigen sollte.

"Bis März passiert nichts. Die Mannschaft muss erst einmal gut aus den Startlöchern kommen. Dem wird alles andere untergeordnet", erklärt auch Fortunas Vorstandssprecher Peter Frymuth vor dem Liga-Heimspiel am Donnerstag gegen die Stuttgarter Kickers (19 Uhr). Es wird ein Schlüsselspiel in der Arena sein. "Aber gerade in solchen Spielen hat uns die Mannschaft zuletzt oft genug nicht geholfen", sagt Frymuth, der nach der Pokalpleite in Essen mindestens so sauer war wie Michael Melka.

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