Warum Düsseldorfs Geschäftsführer Paul Jäger den finanziellen Abschluss des Klubs für 2009 gelassen wie selten aufgestellt hat.

Düsseldorf. Geschäftsführer Paul Jäger passt die Euphorie um die Zweitliga-Fußballer der Fortuna ganz gut. In den vergangenen Wochen musste der finanzielle Abschluss des Vereins für 2009 von den Wirtschaftsprüfern abgesegnet und mit den Lizenzunterlagen eingereicht werden. In der Vergangenheit hatte das Zahlenwerk immer für Aufregung gesorgt. Und in diesem Jahr?

WZ: Herr Jäger, haben Sie das Aufarbeiten der Finanzen diesmal genießen können?

Jäger: Es war deutlich angenehmer als in den vergangenen Jahren. Wir haben uns stark verbessert, das ist seit Ewigkeiten mal wieder der Fall. Wenn man im ersten Halbjahr 2009 in der dritten Liga oben mitspielt und im zweiten Halbjahr in der zweiten Liga an der Spitze dabei bleibt, ist die Liquidität zwangsläufig nicht mehr so angespannt. Zudem konnten wir das Minuskapital in der Bilanz von zuletzt 3,1 Millionen Euro verringern, so wie es die Auflagen erfordern.

Wodurch kam das vor allem zustande?

Jäger: Natürlich durch gestiegene Zuschauereinnahmen, weil wir mit rund 10 000 über dem kalkulierten Besucher-Schnitt liegen. Allerdings haben wir dadurch auch entsprechend mehr Spieltags-Kosten. Im Bereich Sponsoring hat sich nicht viel getan, da waren die sehr guten Verträge schon vor der Saison in trockenen Tüchern. Der Bereich Merchandising verzeichnet hohe Zuwächse, und vor allem helfen uns die TV-Gelder, deren Höhe auch vom Tabellenplatz abhängt. Wir hatten 3,75 Millionen kalkuliert, landen jetzt bei 4,1 Millionen.

Fortuna wird Mittwochabend einen Test absolvieren: Ab 19 Uhr spielt das Team von Trainer Norbert Meier im Arena Sportpark gegen den TuS Bösinghoven 1964. Das von Wolfgang Jeschke trainierte Team aus Meerbusch spielt in der Landesliga. Der Eintritt ist frei. Während Bösinghoven mit dem ehemaligen Fortunen Thorsten Judt aufläuft, will Meier die beiden brasilianischen Testspieler Thiago Benedives und Alex Ventura im Wettkampf beobachten.

Wovon 30 Prozent in den Abbau der ursprünglich sieben Millionen Euro Sportwelt-Schulden fließen.

Jäger: Aber das ist kein Knackpunkt mehr, der notariell beurkundete Vertrag mit der Sportwelt sieht das so vor, die Hälfte dieser 30 Prozent dient der Tilgung, die andere als Vergütung. Die Schulden als solche belasten die Bilanz nicht, weil der Vertrag auf einen Wertbesserungsschein abstellt.

Ist denn vor dem Hintergrund ein möglicher Aufstieg auch sinnvoll?

Jäger: Es bleibt dann zwar bei den 30 Prozent, entsprechend zu einer höheren TV-Summe. Aber umso schneller tilgen wir dann und könnten irgendwann vielleicht den Prozentsatz durch komplette Tilgung auf 15 Prozent verringern. Ein Aufstieg kommt nie zu früh, das gilt in alle Richtungen.

Also alles gut bei der Fortuna?

Jäger: Ja, die Mannschaft macht Freude, Trainer und Funktionsteam machen eine prima Arbeit. Daneben haben wir Sympathiewerte geschaffen, auch durch das Auftreten unsere Mitarbeiter hier in der Geschäftsstelle.

Wie groß ist die Gefahr eines bösen Erwachens?

Jäger: Das kann es derzeit nicht geben, da alle Risiken abgeschätzt und im Lagebericht gewürdigt sind. Die Lizenz werden wir bekommen, natürlich mit Auflagen - und für die 2. Liga auch mit Bedingungen wie beispielsweise das Stellen einer Bürgschaft.

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