Von einer Auswärtsphobie will Fortunas Claus Costa vor dem Spiel am Montag in Aachen nichts wissen.

Düsseldorf. Claus Costa gilt als die Zuverlässigkeit in Person. In dieser Saison hat sich der Mittelfeldspieler von Fußball-Zweitligist Fortuna Düsseldorf nicht nur einen Stammplatz erspielt, sondern darüberhinaus einige beachtenswerte Spiele gezeigt. Wir sprachen vor dem Spiel gegen Alemannia Aachen mit dem 25-Jährigen.

Herr Costa, bei der Jubelfeier nach dem 4:0-Sieg gegen Ahlen hatten die Beobachter den Eindruck, als wäre die Mannschaft noch enger zusammengerückt. Stimmt das?

Costa: Nach diesem Spiel gegen einen unangenehmen Gegner war es schon eine spezielle Feier. Wir haben die 40-Punkte-Marke und damit ein wichtiges Ziel erreicht. Wir sind erleichtert, obwohl wir mit 34 oder 37 Punkten auch nicht mehr in Abstiegsgefahr waren. Jetzt können wir uns ein neues Ziel setzen und von anderen Dingen unabhängig voll angreifen. Den Schwung aus dem Ahlen-Spiel nehmen wir jedenfalls mit nach Aachen.

Um dann wieder in den Anfangsminuten ein Gegentor zu kassieren...

Costa: Nein, ganz sicher nicht. Auch in Augsburg, wo das passiert war, hat uns der Trainer ganz explizit gewarnt. So eine Fehlerkette nach nur einer Minute werden wir sicherlich nicht noch einmal produzieren. Gegentore sind immer ungünstig, aber Augsburg war auch ein sehr starker Gegner.

Aber die Fortuna hat jetzt eine Auswärtsphobie, oder?

Costa: Das ist doch Quatsch. Innerhalb der Mannschaft ist das überhaupt kein Thema. Wenn man es so sieht, ist die Heimserie ja auch nicht normal. Wenn wir auswärts so gut wie zu Hause gespielt hätten, wären wir mit 60 Punkten ja schon aufgestiegen. Das muss man alles schon etwas sachlicher sehen.

Was gibt Ihnen denn Zuversicht, dass es in Aachen klappen wird?

Costa: Die Stimmung bei uns ist tatsächlich bestens. Wir konnten die lange Woche gut nutzen. Die Erkrankungen und Verletzungen sind so weit abgeklungen, dass wir sehr gut vorbereitet in dieses Spiel gehen können. Keiner von uns nimmt diese Aufgabe auf die leichte Schulter. Außerdem ist es ein Derby, also für alle ein weiterer Höhepunkt in dieser Saison - ein Derby, für das mich niemand motivieren muss.

Hat der Gegner nicht die Klasse, um oben mitzuspielen?

3500 Karten hat die Alemannia an Fortuna abgegeben. Die Nachfrage war so groß, dass dieses Angebot schnell ausverkauft war. Der Gastgeber bietet aber an, in einem benachbarten neutralen Block weitere Eintrittkarten für Fortuna-Anhänger abzugeben.

Am Dienstagabend findet im "Haus der Jugend" an der Lacombletstraße, 19.30 Uhr, die traditionelle Gesprächsrunde des Arbeitskreises Fan-Arbeit der Fortuna statt. Als Gäste werden vom Fußball-Zweitligisten Sport-Geschäftsführer Wolf Werner, Stürmer Torsten Oehrl und Aufsichtsratsmitglied Günther Karen-Jungen erwartet. Außerdem werden die nächsten Auswärtsfahrten und die jüngsten Fan-Beiratssitzungen besprochen.

Costa: Wir treffen auf einen Gegner auf Augenhöhe. Und wenn die einen guten Tag erwischen, werden wir sicherlich nicht im Vorübergehen gewinnen. Eindeutiger Favorit wie im Hinspiel ist die Alemannia aber nicht mehr.

Wird im Kreis der Mannschaft über die Tabellensituation in der 2.Liga heiß diskutiert?

Costa: Natürlich schauen wir ganz genau darauf, was in der Liga passiert. Wir wollen aber jedes Spiel gewinnen - unabhängig von der Tabellensituation und was mit den Konkurrenten um den Aufstieg passiert. Dass St. Pauli (» siehe S. 30) verloren hat, muss uns jetzt kalt lassen. Und es hat sich ja letztes Jahr bewährt, als wir uns in einer ähnlichen Situation befanden, dass wir uns nur auf uns und unsere Spiele konzentriert haben.

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