Fortunas Sportdirektor ist des Redens überdrüssig. Jetzt müsse die Sache endlich auf dem Platz entschieden werden. Ein Abwarten kann sich die Mannschaft nicht mehr leisten.

So ein Stückchen ist Fortuna noch vom Abstieg entfernt. So könnte man den Fingerzeig von Sportdirektor Rachid Azzouzi verstehen. Archiv
So ein Stückchen ist Fortuna noch vom Abstieg entfernt. So könnte man den Fingerzeig von Sportdirektor Rachid Azzouzi verstehen. Archiv

So ein Stückchen ist Fortuna noch vom Abstieg entfernt. So könnte man den Fingerzeig von Sportdirektor Rachid Azzouzi verstehen. Archiv

Wolff

So ein Stückchen ist Fortuna noch vom Abstieg entfernt. So könnte man den Fingerzeig von Sportdirektor Rachid Azzouzi verstehen. Archiv

Düsseldorf. Es war dem Sportdirektor von Fortuna Düsseldorf anzusehen, dass er nach der ersten Trainingseinheit des gestrigen Tages keine gesteigerte Lust zu einem Interview mit den anwesenden Pressevertretern hatte. Rachid Azzouzi begründete das auch im Gespräch mit seinem ersten Satz: „Ich habe einfach keine Lust mehr, immer das Gleiche zu erzählen. Dass es jetzt zählt, und dass die Mannschaft jetzt liefern muss, sollte doch für alle verständlich sein.“

Azzouzi hatte sich fast das gesamte Training angesehen und erkannt, dass alle Spieler sehr engagiert bei der Sache waren. „Ja, sie sind fokussiert. Aber das hilft uns nichts, sie müssen das vor allem im Spiel zeigen“, sagte Fortunas Sportdirektor. „Wir brauchen jetzt nicht drumherum reden. Wir haben am Sonntag das Spiel, haben eine große Möglichkeit. Von allen Mannschaften, die hinten drin stehen, haben wir die beste. Da geht es nicht mehr ums Quatschen, sondern darum, das Spiel mit aller Macht zu gewinnen.“

Über mögliche Konstellationen macht sich niemand Gedanken

Aber das haben Spieler, Trainer und Verantwortliche auch vor dem Spiel in Duisburg erklärt, und es ist schief gegangen. „Wir können uns doch jetzt nicht hier hinstellen und sagen, wir geben auf“, meinte Azzouzi, der den Spielern geradezu verbietet, über das Spiel gegen Frankfurt und mögliche Konstellationen hinauszudenken.

Die Rettung sei bei entsprechenden Ergebnissen der Konkurrenz in einem Spiel möglich, aber auch erst nach der letzten Saison-Begegnung mit der Eintracht in Braunschweig. Azzouzi will aber nicht auf die Konkurrenz schauen. Das lenke nur von der eigenen Aufgabe ab. Allerdings sei der 45-Jährige froh, dass die Fortuna bei dem Punktestand überhaupt noch die Chance habe, aus eigener Kraft den Abstieg zu vermeiden. Erste und wichtigste Voraussetzung ist ein Erfolg gegen den FSV Frankfurt,

Ein Heimspiel zu haben, muss der entscheidende Vorteil sein

Die sportliche Leitung und das Trainerteam beobachten die Spieler in diesen Tagen ganz genau. Man merkt, dass die Mannschaft lebt und sich untereinander auch ein Stück weit anmacht. Und das ist auch wichtig. Wir brauchen das Feuer“, sagt der Sportdirektor.

„Wir haben in dieser Saison zwei Gesichter. Wir treten zuhause ganz anders auf als auswärts“

Rachid Azzouzi, Fortunas Sportdirektor auf die Frage, ob der Heimvorteil entscheidend sein wird

Geredet wurde genug. Auf die Situation einstellen, und mit aller Macht das Spiel gewinnen. Das sind die Vorgaben in diesem wichtigen Heimspiel. „Wir spielen vor unserem eigenen Publikum.“ Das müsse in den Augen von Azzouzi der entscheidende Vorteil an diesem 33. Spieltag sein. „Ich bin davon überzeugt, dass sie die Mannschaft die richtige Einstellung haben wird.“

Er könne aber nicht in die Köpfe reinschauen. Es gehe darum, zu zeigen, dass nur eine Mannschaft gewinnen kann. Und das sei die Fortuna. „Ich kann mich nicht mehr selbst auf den Platz stellen, das habe ich vor 15 Jahren gemacht“, sagte Azzouzi, der auf das Beispiel Werder Bremen hinwies. Die Hanseaten hätten gezeigt, was es heißt, wenn alle an einem Strang ziehen. Der VfB Stuttgart kann nach der 2:6-Niederlage, die vor allem der Willenskraft der Bremer entsprang, ein Lied davon singen.

„Die positive Energie, die in Düsseldorf schon seit Wochen herrscht, müssen wir unbedingt nutzen.“ Doch sich auf irgendetwas zu verlassen, dürfe die Mannschaft nicht. Es gibt hinterher keine Ausreden, es ist ein Endspiel, dem ein weiteres in Braunschweig folgen könnte. Einen Fehlstart und ein Abwarten kann sich die Fortuna nicht leisten. Und auch zu hoffen, dass der FSV noch schlechter sei als man selbst, wäre der größte Fehler überhaupt. Dann muss man vor dem Braunschweig-Spiel gar nicht mehr reden, und das Hoffen hätte sich ebenfalls erledigt.

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