Auf eine Vermarktung der Logen durch den Verein will sich die DCSE aber offenbar nicht einlassen.

Längst nicht alle Logen der Esprit Arena werden während der Fortuna-Spiele genutzt.
Längst nicht alle Logen der Esprit Arena werden während der Fortuna-Spiele genutzt.

Längst nicht alle Logen der Esprit Arena werden während der Fortuna-Spiele genutzt.

Christof Wolff

Längst nicht alle Logen der Esprit Arena werden während der Fortuna-Spiele genutzt.

Düsseldorf. Die Fragen auf der Tribüne bei Fortuna-Spielen häuften sich in jüngster Zeit: „Warum schafft es Fortuna Düsseldorf nicht, mehr Logen in der Esprit-Arena zu vermarkten?“ Die Antwort erscheint auf den ersten Blick leicht zu sein. Denn die Fortuna hat mit der Vergabe der Logen derzeit wenig zu tun. Das ist Sache des Arena-Betreibers „Düsseldorf Congress Sport & Event GmbH“ (DCSE). Wie die „Rheinische Post“ in ihrer gestrigen Ausgabe berichtete, will der Zweitligist mehr an der Vermarktung der Arena was Logen, Catering und Namensgebung angeht, beteiligt werden. Fortuna möchte zu diesem Zeitpunkt dazu aber keine konkrete Stellung nehmen, erklärte Robert Schäfer, der Vorstandsvorsitzende des Vereins. Nach unseren Informationen will die Fortuna aber nicht nur ihre Business-Sitze vermarkten, sondern hat der DCSE auch den Vorschlag gemacht, die Logen-Vermarktung komplett zu übernehmen und dafür mehr Stadionmiete zu zahlen. Das Risiko würde der Verein übernehmen.

Die größten Einnahmen für DCSE kommen aus dem Rechtebereich

„Das geschieht ja zum Teil bereits“, erklärte Hilmar Guckert der Sprecher der Geschäftsführung der DCSE. „Es ist ja auch sinnhaft, wenn eine enge Zusammenarbeit besteht, weil man mit gebündelten Interessen auch bessere Konditionen erreichen kann.“ Allerdings betonte Guckert auch, dass die Einnahmen aus dem Rechte-Bereich für die Arena-Betreiber zwei Drittel der Einnahmen ausmachen und man dort möglichst keine Einschnitte hinnehmen möchte. In vielen Bereichen arbeiten Betreibergesellschaft und Verein bereits zusammen. So ist die Firma Infront als Vermarkter der Fortuna auch damit beauftragt, einen neuen Namensgeber für die Arena zu finden.

„Was die Schankrechte angeht, soll die Fortuna künftig an der Auswahl beteiligt werden. Der aktuelle Vertrag läuft nur zwei Jahre“, erklärte Guckert, die Tatsache, dass der Verein bei den jüngsten Verhandlungen und der Erteilung der Schankrechte nicht mit am Verhandlungstisch saß.

Auch insgesamt weist der Sprecher der DCSE darauf hin, dass ein Betreiber einer Multifunktionsarena nicht nur den Hauptmieter Fortuna im Blick haben kann. „Fortuna ist und bleibt der wichtigste Partner, und wird in vielen Dingen mit einbezogen, was zum Beispiel auch den Austausch des Rasens angeht“, sagte Guckert. „Aber wir sprechen auch mit vielen anderen Partnern, um weitere Veranstaltungen und neue Konzepte zu generieren.“ Das heißt, die Mieter der Logen sind nicht nur da, wenn Fußball gespielt wird, sondern wollen auch andere Veranstaltungen sehen. „Da müssen wir die Interessen genau abwägen.“ Daraus ist zu lesen, dass die Fortuna wohl nicht die Logen und Marketingrechte für und während der Spiele selbst in die Hand bekommen wird. Zudem ist die Stadionmiete variabel und richtet sich nach dem Zuschaueraufkommen, während im Schankbereich umsatzorientiert abgerechnet wird. Das heißt, ein mögliches Angebot, mehr Miete zu zahlen, um damit die Logen selbst zu vermarkten, greift aus dem Blickwinkel der Betreibergesellschaft nicht richtig.

Fortuna geht von einer konstruktiven Lösungsfindung aus

„Wir werden uns mit der Fortuna auf jeden Fall über neue Konzepte unterhalten“, sagte Guckert, der dies auch zum Teil im Aufgabenbereich des neuen Geschäftsführers Michael Brill sieht. „Vor allem die Qualität unserer Angebote wird und soll dabei im Vordergrund stehen.“

Fortuna selbst hofft auf eine schnelle Annäherung der Positionen. Der Betreibergesellschaft liegen die Konzepte des Vereins seit längerem vor. Doch von außen sieht es so aus, als wäre es noch ein weiter Weg bis zu einer Einigung. Schließlich muss die Fortuna offensichtlich mit einem Caterer arbeiten, mit dem der Verein nicht 100-prozentig zufrieden ist, und andere Veranstalter (von Konzerten) dürfen sich einen eigenen Caterer aussuchen.

„Grundsätzlich befinden wir uns in konstruktiven Gesprächen“, sagte Fortunas Vorstandsvorsitzender Robert Schäfer auf Anfrage unserer Zeitung. „Wir sind zuversichtlich, dass wir positive Lösungen finden werden.“

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