Malta. Einen langen Weihnachtsurlaub hat sich André Hoffmann nicht geleistet. Die Winter-Einkauf von Fortuna Düsseldorf wollte nach einem kurzen London-Trip mit seiner Freundin bestens vorbereitet sein, um im Trainingslager seiner neuen Mannschaft direkt mit voller Kraft und Tatendrang starten zu können.

Wir sprachen mit dem 23-Jährigen, der aus Essen stammt und mit dem MSV Duisburg bereits einige Schlachten gegen die Fortuna geschlagen und insgesamt bereits 47. Bundesligaspiele absolviert hat.

Herr Hoffmann, wie wurden Sie von den neuen Kollegen aufgenommen?

André Hoffmann: Sehr gut. Ich habe schnell den Eindruck gewonnen, dass ich zu einer intakten Gruppe stoße, was das Wir-Gefühl angeht. Es war ein sehr herzlicher Empfang. Zudem kannte ich einige Spieler bereits vorher. Mit Özkan (Yildirim) habe ich in diversen DFB-Teams zusammengespielt. Julian Koch und auch Adam Bodzek kenne ich noch aus Duisburg. Das ist wirklich eine intakte Mannschaft. Auch deshalb war es mir wichtig, vom ersten Tag der Wintervorbereitung dabei zu sein.

Gab es in der Duisburger Zeit schon irgendwelche Kontakte zur Fortuna?

Hoffmann: Ja, all die Jahre. Durch die Spiele in der U17- und U19-Bundesliga gab es bereits interessante Duelle. Düsseldorf habe ich zudem immer beobachtet.

Und Hannover war dann ein Kulturschock?

Hoffmann: Ich habe da schon Unterschiede in der Mentalität festgestellt und ein wenig Zeit benötigt, um mit den Leuten warm zu werden. Aber wenn man angekommen ist, dann ist der Umgang auch sehr herzlich. Aber das geht nicht so leicht wie hier im Westen.

Gab es auch Kontakte zu Ex-Fortune Charly Benschop im Zusammenhang mit dem Wechsel?

Hoffmann: Ja, die gab es ziemlich oft. Auch weil ich schon früh in Kontakt mit der Fortuna stand. Er war ein Ansprechpartner, aber auch Martin Harnik. Ich kenne zudem niemanden, der eine Fortuna-Vergangenheit hat und ein schlechtes Wort über diesen Verein gesprochen hat.

Spielt das bei einer Entscheidung für oder gegen einen Verein überhaupt neben den finanziellen Dingen eine Rolle?

Hoffmann: Ja, auf jeden Fall. Ich bin ein sehr familiärer Mensch, und deshalb ist es für mich wichtig. Mir wurde vorher gesagt, dass es bei Fortuna nur in der Gruppe funktioniert, und da passe ich mit meinen Vorstellungen gut rein. Von daher hat es perfekt gepasst.

Und mit den Zielen der Fortuna konnten Sie sich auch anfreunden?

Hoffmann: Ich bin ein strukturierter Mensch und finde es gut, dass der Verein klare Ziele und genaue Vorstellungen von der künftigen Entwicklung hat. Die Fans spielen hier ein große Rolle und das hilft auch, sich noch besser mit dem Club zu identifizieren. Es ist extrem wichtig, die Fans mit ins Boot zu holen.

Warum haben Sie bei Hannover keine Chance mehr gesehen?

Hoffmann: Ich bin sehr motiviert in die Sommervorbereitung gegangen und dann für sieben, acht Wochen verletzt ausgefallen. Andere Spieler spielten in Hannover auf meiner Position, zudem wurde auch jemand verpflichtet. Körperlich hat es dann einige Zeit gebraucht, bis ich wieder auf meinem Niveau war, und da hatte die Mannschaft einen Lauf. Relativ früh ging dann die Türe zu, und mir wurde mitgeteilt, dass der Verein nicht mehr mit mir plant und ich mich im Winter umschauen soll.

Wie sehen Sie Ihre Chancen bei der Fortuna?

Hoffmann: Okay, ich komme natürlich in eine funktionierende Mannschaft, die wenig Gegentore erhalten und gut gestanden hat. Aber es ist natürlich mein Ziel, zu spielen, wenn man monatelang nur trainiert und nicht die Highlights auf dem Platz am Wochenende hatte.

Welche Position spielen Sie am liebsten?

Hoffmann: Das ist schon die des Innenverteidigers. Es ist aber sicher von Vorteil für den Trainer, dass ich auch auf der Sechs spielen kann. Friedhelm Funkel wird mich schon richtig einsetzen.

Wo liegen Ihre Stärken?

Hoffmann: Für mich ist es wichtig, als Team kompakt zu verteidigen. Ich denke, dass ich ein gutes Stellungs- und Kopfballspiel habe sowie auch gut von hinten raus spielen kann.

Man sagt, dass Sie nicht der Schnellste sind. Stimmt das?

Hoffmann: Ich weiß, dass ich nicht der Schnellste bin, aber weggelaufen, ist mir auch noch keiner. Wichtig ist, dass das Stellungsspiel stimmt.

Spielt es ein Rolle, zu wissen, dass Kevin Akpoguma, der auf ihrer Position eine gute Vorrunde gespielt hat, wahrscheinlich im Sommer den Club verlässt?

Hoffmann: Nein. Damit habe ich mich nicht beschäftigt. Ich werde wie immer in meiner Karriere den sportlichen Konkurrenzkampf annehmen.

Gibt es ein besonderes Vorbild?

Hoffmann: Nein, da ich auch immer wieder auf zwei verschiedenen Positionen gespielt habe, gibt es das nicht direkt.

Was hätten Sie gemacht, wenn es nicht zum Profi gereicht hätte?

Hoffmann: Irgendwas mit Sport im Fitnessbereich. Ich bin aber sehr froh, dass es gereicht hat.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer