Fortunas Interimstrainer wirft einigen Spielern mangelnde Einstellung und nicht ausreichende Fitness vor.

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Wenn es wieder nach oben gehen soll, muss laut Taskin Aksoy (2. v. re.) Einiges passieren.

Wenn es wieder nach oben gehen soll, muss laut Taskin Aksoy (2. v. re.) Einiges passieren.

Wolff

Wenn es wieder nach oben gehen soll, muss laut Taskin Aksoy (2. v. re.) Einiges passieren.

Düsseldorf. Fortuna Düsseldorf hat die schlechteste Rückrunde aller Mannschaften der 2. Bundesliga gespielt. Und auch das letzte Saisonheimspiel ging mit 2:3 gegen den FSV Frankfurt verloren. „Dass man gegen so einen biederen Gegner verliert, ist schon sehr bitter“, sagte Lukas Schmitz, der noch einer der Besten beim Saisonfinale im Fortuna-Trikot war. Taskin Aksoy hat danach schonungslose Kritik an der Mannschaft geübt, ohne in der Kürze der Zeit alle Gründe aufzählen zu können, die zum Absturz von Platz vier zum Ende der Hinrunde auf den zehnten Platz zum Ende der Saison geführt haben.

Für Aksoy hat das Engagement nach dem 22. Spieltag direkt mit einem Tiefschlag begonnen. Ex–Sportvorstand Helmut Schulte nahm dem Interimstrainer gleich die „Macht“, indem er damals verkündete, dass jederzeit ein neuer Trainer kommen könnte und Aksoy selbst auf keinen Fall Cheftrainer werde.

Die Spieler hatten ihr Alibi, um im Training nicht mehr Vollgas zu geben, denn Aksoy konnte auf eine wichtige Motivationskraft nicht zurückgreifen. Die Profis sahen in ihm nur eine Übergangslösung und konnten sich nicht über ihn für einen Stammplatz in der kommenden Saison empfehlen.

Natürlich schuf sich der Interimstrainer auch einige selbst gemachte Probleme, indem er ähnlich wie Oliver Reck nicht auf eine eingespielte Einheit setzte. Immer wieder gab es personelle Wechsel, die nicht nur durch Verletzungen oder Sperren begründet waren. Andererseits liefen auch Spieler auf, die es in ihrer Verfassung nicht verdient hatten, immer wieder das Vertrauen zu erhalten. Zum Beispiel hätte Michael Liendl eine Pause zwischendurch sicherlich einmal gut getan. Und warum Andreas Lambertz nicht bereits nach dem Debakel in Leipzig wieder Stammspieler war und zunächst nur als Notstopfen diente, weiß nur der Interimstrainer allein.

„Spielern fehlte Eigeninitiative und Eigenverantwortlichkeit“

Aksoy nannte zwar keine Namen, zeigte aber deutlich auf, dass er mit einigen Spielern überhaupt nicht zufrieden war. Der Kader habe zwar viel individuelle Qualität, aber sicherlich nicht so, dass es für einen Spitzenplatz gereicht hätte. „Man muss eine tiefgreifende Analyse machen, sonst steht die Fortuna in der kommenden Spielzeit wieder vor den gleichen Problemen“, sagte Taskin Aksoy.

Wenn die Tabelle der 2. Liga nur nach den Zuschauerzahlen berechnet würde, wäre die Fortuna Teilnehmer der Relegationsspiele. Den besten Schnitt hat der 1. FC Kaiserslautern mit 33 013 Zuschauern, gefolgt von Nürnberg mit 30 743 Stadionbesuchern und Fortuna mit 29 947 Zuschauern (509 099 Besucher insgesamt). Auch international muss sich die Fortuna nicht verstecken. In der europäischen Rangliste der Zweitliga-Clubs liegen die Glasgow Rangers mit 32 783 und Real Betis Sevilla 31 045 hinter Kaiserslautern, aber knapp vor Nürnberg und Düsseldorf.

Am ersten Spieltag der der Saison gegen Braunschweig hatte die Fortuna mit 41 667 Besuchern die höchste Zuschauerzahl 2014/15. Die zweitmeisten Zuschauer (36 255) sahen das Spiel gegen St. Pauli.

„Ich hoffe, dass der Verein entsprechend reagiert und seine Lehren daraus zieht. Wenn ich dazu gefragt werde, will ich gerne meine Meinung dazu äußern.“ Doch der Interimstrainer ging noch einen Schritt weiter. „Es lag an der mangelnden Einstellung und auch an fehlender Fitness“, sagte Aksoy. „Da ist nicht immer der Trainer für verantwortlich, da müssen sich auch die hoch bezahlten Profis drum kümmern.“ Diese müssten in der Lage sein, 90 Minuten auf ihrem höchstmöglichen Niveau abzuliefern.

Ansonsten müsse ein Spieler von sich aus mehr machen. „Eigeninitiative und Eigenverantwortlichkeit ist der Mannschaft so ein wenig abgegangen“, erklärte der Trainer, dem die Arbeit trotz alledem viel Spaß gemacht habe. Offensichtlich hatte der Trainer nicht die Macht, um die Spieler in dieser Hinsicht mehr unter Druck zu setzen. Man kann sich laut Aksoy jetzt nur wünschen, dass ein schlagkräftiger Kader zusammengestellt wird, „dass man wieder frischen Mutes in die neue Saison gehen kann“.

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