Der Liebling der Fans wird die Fortuna in Richtung Türkei verlassen – eine Rückkehr ist aber nicht ausgeschlossen.

wza_945x1500_502606.jpeg
Ahmet Cebe erfüllt sich einen Jugendtraum. Er wechselt in die Türkei.

Ahmet Cebe erfüllt sich einen Jugendtraum. Er wechselt in die Türkei.

Wolff

Ahmet Cebe erfüllt sich einen Jugendtraum. Er wechselt in die Türkei.

Düsseldorf. Wenn Trainer Norbert Meier am Mittwoch, 24. Juni, zum Trainingsauftakt ruft, wird ein Spieler fehlen, den die Fans immer besonders gemocht haben. Ahmet Cebe zählt dann nicht mehr zum Kader des Zweitliga-Aufsteigers. Er wird künftig, wie wir es bereits in der vergangenen Woche gemeldet haben, in der Türkei spielen.

Sein neuer Klub Denizlispor hat in der Süper-Lig, der ersten türkischen Liga, den Klassenerhalt geschafft. "Ja, ich habe mich entschieden", bestätigte der 26-Jährige. "Ich fahre am Freitag runter, lese mir den Vertrag durch und unterschreibe." Es sei denn, es gäbe im Kleingedruckten Ungereimtheiten, sagt Cebe.

Vor allem der Sprung in die erste Liga reizt den Offensivspieler. "Und wenn es absolut nicht funktionieren sollte, dann komme ich eben wieder zurück", sagt Cebe, der zunächst einmal ohne Familie - die in Krefeld wohnt - in die Türkei aufbricht. "Meine Freundin hole ich dann in kurzer Zeit zu mir. Die Landschaft am Mittelmeer ist toll."

Zuletzt hat Cebe offensichtlich das Vertrauen des Trainers gefehlt. Er war in der Schlussphase kein Stammspieler mehr und sucht nun eine neue Herausforderung. "Der Trainer hat mir gesagt, dass ich in der deutschen 2.Liga wohl besser klar kommen würde als in der 3. Liga", erklärt Cebe und sieht darin auch ein Kompliment für seine Spielweise aus dem Mund des Trainers.

Dass die Fans die eine oder andere Träne wegen seines Abschieds verdrücken könnten, möchte Cebe nicht. "Die Fans sollen sich die Tränen aufsparen und dann vor Glück weinen, wenn die Fortuna dann in die Bundesliga aufsteigt", sagt der Deutsch-Türke, der ja, wie Wolf Werner flachst, der erste Einkauf im kommenden Winter sein könnte.

Vertrag mit Trainer Norbert Meier ist seit Montag auch offiziell verlängert

Fortunas Fans sind heiß auf die Zweite Liga und auf Gegner wie den Karlsruher SC, Arminia Bielefeld und den 1. FCKaiserslautern. Deshalb gibt es schon jetzt die Dauerkarten für die Spielzeit 2009/2010. Auf dem Rathausplatz wurden am Sonntag bereits die ersten Tickets an den Mann gebracht. Die Preise sind größtenteils leicht gesunken, was daran liegt, dass es in der kommenden Saison nur 17 statt 19 Heimspiele gibt. Ein Vollzahler und Nichtmitglied muss etwa für einen Platz im Fanbereich 165 statt bisher 176 Euro bezahlen. Teurer sind dagegen die VIP-Logen (2250 statt 2000 Euro). Weitere Infos im Internet auf www.fortuna-duesseldorf.de und in der Geschäftsstelle am Flinger Broich. Bisherige Dauerkarten-Inhaber haben ein Vorkaufsrecht bis zum 14. Juni. Ende Juni wird die Fortuna ein Testspiel beim TuS Bösinghoven bestreiten. Wann genau, ist noch nicht bekannt.

Die Fortuna ist keine Serientäterin, obwohl sie vom zweiten bis 15. Heimspiel (0:1 gegen Union Berlin) in der 3.Fußball-Liga in 14 Heim-Begegnungen in Folge ungeschlagen geblieben ist. Allerdings gelangen nie mehr als drei Heimsiege hintereinander. Allerdings blieb die Fortuna auch nicht länger als vier Heimspiel ohne Sieg. Niederlagen schmeckten der Mannschaft überhaupt nicht. "Sie hat immer eine Reaktion gezeigt", sagt Norbert Meier. Und damit hat der Trainer der Fortuna Recht. Denn seine Spieler haben nicht ein einziges Mal zwei Spiele hintereinander verloren. Das ist einmalig in der Liga. Insgesamt blieb die Fortuna nur einmal vier Spiele ohne einen Sieg.

13. Juli 2008: Trainer Norbert Meier bestimmt Andreas Lambertz zum neuen Mannschaftskapitän, Stellvertreter wird Jens Langeneke. Vorgänger Henri Heeren schafft nicht mehr den Sprung in die erste Mannschaft.

27. Juli: Die Fortuna geht im ersten Heimspiel der Saison mit 1:4 gegen den SC Paderborn unter, belegt zur Premiere der dritten Liga den vorletzten Rang.

31. August: Christian Erwig verlässt den Klub Richtung Schalke II (Regionalliga), von wo er ein gutes Jahr zuvor gekommen war. Die Fortuna verpflichtet noch während der laufenden Saison Bruno Custos, Clement Halet und Ranisav Jovanovic - die beiden letzteren durch eine "externe Finanzierung".

27. September: Nach dem 3:0 gegen RW Erfurt belegt die Fortuna zum ersten und bis zuletzt einzigen Mal den zweiten Rang und damit einen Platz zum direkten Aufstieg. Erst am vorletzten Spieltag gelingt die vielleicht entscheidende Rückkehr auf den zweiten Platz.

4. Oktober: Die Legende lebt: Ex-Fortuna Rudolf Zedi köpft das 1:0 für Kickers Emden und damit den Siegtreffer gegen Fortuna - wieder einmal.

8. November: Das furiose 3:1 gegen Wuppertal in der Arena wird überschattet von Randale der Gästefans, die unter anderem bengalische Fackeln abbrennen und aufs Spielfeld werfen. Der Schiedsrichter unterbricht das Derby für eine Viertelstunde. Die Fortuna wird mit 6500 Euro zur Kasse gebeten, bei den Wuppertalern wird die Zuschauerzahl beim folgenden Heimspiel durch den DFB beschränkt.

14. Dezember: Hinspiel gegen Werder Bremen II: Der "Fluch" von Platz 11 neben dem Weserstadion bleibt bestehen. Die Fortuna verliert 0:2

8. Januar 2009: Wegen der langwierigen Verletzung von Stürmer Axel Lawarée wird Simon Terodde (MSV Duisburg II) nachverpflichtet,

31. Januar: Im Viertelfinale des Niederrheinpokal scheitert der Drittligist beim Viertligisten RWEssen im Elfmeterschießen.

5. Februar: Nach vier sieglosen (Liga-)Spielen in Folge gelingt mit dem 2:0 gegen die Stuttgarter Kickers der Start ins Jahr.

2. März: Die Firma "systaic" steigt als Sponsor ein, wird mit mehr als einer Millionen Euro in den kommenden Jahren die Jugendarbeit und das Nachwuchsleistungszentrum unterstützen.

19. April: In der Arena unterliegt Fortuna mit 0:1 gegen Tabellenführer Union Berlin. 27375Zuschauer bedeuten zunächst einen neuen Drittliga-Rekord. Nur drei Punkte holt die Fortuna insgesamt im Vergleich mit den Spitzenmannschaften. Am Rande des Spiels geht die Polizei mit übertriebener Härte gegen Fans an der Gaststätte Kastanie vor.

27. April: Aufsichtsratsvorsitzender Reinhold Ernst schockt mit seinem Rücktritt Mitglieder und Fans. Die Ereignisse bei der Jahreshauptversammlung stürzen den Klub kurzfristig ins Chaos.

6. Mai: Begünstigt durch den sportlichen Erfolg beruhigt sich das Umfeld langsam. Dirk Kall wird zum neuen Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt

16. Mai: Nach dem 2:1 beim VfR Aalen stürmt Fortuna auf Platz zwei in der Tabelle.

23. Mai: Vor ausverkauftem Haus und 50095 Zuschauern gelingt ein 1:0-Sieg gegen Bremen II und der Aufstieg in die 2. Liga.

Der Fortuna drückt Cebe natürlich für die am 7.August beginnende Saison beide Daumen. "Ich bin sicher, dass Fortuna nie wieder in die 3. Liga runter muss", sagt Cebe. "Dazu sind der Club, die Spieler und die Fans viel zu gut."

Zwei weitere Personalentscheidungen wurden ebenfalls am Montag von der Fortuna verkündet. Wie sich bereits herumgesprochen hatte, wurde der Vertrag mit Trainer Norbert Meier am Montag offiziell um ein weiteres Jahr verlängert. Johannes Walbaum, der zwischen der ersten Mannschaft und der "Zweiten" pendelte, kehrt nach Wegberg-Beeck zurück.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer