Ex-Fortune Ahmet Cebe ist mit seiner Freundin auf Weihnachtsurlaub in Deutschland.

Düsseldorf. Für Ahmet Cebe war es am Wochenende vor Weihnachten eine turbulente Rückkehr nach Düsseldorf. Denn er landete buchstäblich mitten im Schnee- und Eis-Chaos am Flughafen.

Doch turbulente Zeiten ist der Deutsch-Türke offensichtlich inzwischen gewohnt. Denn die vergangenen sechs Monate in der Türkei hatten es auch in sich für den ehemaligen Publikumsliebling der Fortuna.

Der 26-Jährige, der sich nach dem Aufstieg mit seiner "alten Liebe" Fortuna für das Abenteuer "Süper Lig" entschieden hatte, ist zurück und freut sich, alte Bekannte zwischen den Jahren wiederzusehen.

Zunächst erzählt er aber von den turbulenten Ereignissen rund um den Tabellenvorletzten der ersten türkischen Fußball-Liga, bei dem er sich seit August einen seiner Lebensträume erfüllt. "Inzwischen haben wir schon den dritten Trainer. Sechs Spielern wurde gekündigt oder sind selbst gegangen, und wir haben erst einen Sieg auf dem Konto", sagt Cebe, der trotz der zehn Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz keineswegs seinen Entschluss bereut hat, in die Türkei zu gehen.

Aufgeben kommt trotz der Abstiegsgefahr nicht in Frage

"Ich habe von Beginn an immer im Kader gestanden und bin inzwischen Stammspieler", sagt Cebe voller Stolz. "Jetzt kennt man meinen Namen auch in der Türkei." Deshalb kommt Aufgeben für den gebürtigen Krefelder gar nicht in Frage. Auch wenn sein "alles ist noch möglich" bei dem klaren Rückstand in der Tabelle etwas trotzig klingt.

Geboren: 2. Mai 1983
Grösse: 181 cm;
Gewicht: 79 kg
Position: offensives Mittelfeld
Vereine: Denizlispor, Fortuna-Düsseldorf, Schalke04 II, KFC Uerdingen
Familienstand: ledig
Hobbies: Internet/Playstation
Lieblingsgericht: Reis mit Bohnen
Musik : R&B, Hip Hop, House

Vor allem haben ihm die Spiele bei den großen türkischen Mannschaften wie Galatasaray und Fenerbahce riesigen Spaß gemacht. "In der Begegnung gegen Besiktas habe ich dann auch von Anfang an gespielt und war trotz meiner eigentlich großen Erfahrung vorher ein wenig nervös."

"Man nennt mich in der Türkei deutschen Panzer."

Ahmet Cebe

Die Stimmung in den Stadien am Bosporus gefällt dem 26-Jährigen besonders. Die Mentalität sei natürlich in der Türkei eine ganz andere. Die Emotionalität auf den Rängen sei mitreißend. Doch der ehemalige Heißsporn ist bisher mit einer einzigen Gelben Karte davon gekommen. "Und dass, obwohl ich einiges abbekommen habe", sagt Cebe, der glaubt, dass in der Süper Lig härter als in Deutschland gespielt werde.

"Mein Berater hat mich vorher beschworen, ich müsse mich in Sachen Disziplin sehr zusammenreißen." Nach der Eingewöhnung mache ihm auch das Pfeifkonzert der gegnerischen Fans nichts mehr aus. "Das motiviert mich noch mehr. Man nennt mich inzwischen den deutschen Panzer."

Das professionelle Arbeiten hinter den Kulissen bei Denizlispor imponiert dem Deutsch-Türken ungemein. "Wir haben ein Trainingszentrum mit eigenen Zimmern, Ruhebereichen, einer guten Küche mit zwei speziell für uns anwesenden Köchen." Und auch sportlich ist Cebe angetan vom Fußball in seiner zweiten Heimat: "In der Türkei gibt es sehr viele talentierte Offensivspieler", sagt er. "Nur in der Abwehr stehen selbst bei uns ausländische Profis."

"Irgendwann möchte ich auch noch einmal für Fortuna spielen"

Die schönen Momente des Aufstiegs mit der Fortuna im Mai und seine alten Kameraden hat Cebe natürlich nicht vergessen. "Ich telefoniere häufig mit Hamza (Cakir), Rani (Ranisav Jovanovic) und selbst mit Wolf Werner", sagt der 26-Jährige, der erklärt, dass er schon zur Winterpause einige Angebote deutscher Vereine vorliegen hat.

"Ich bereue es aber nicht, den Schritt gegangen zu sein, obwohl ich im Internet immer wieder sehe, wie gut es bei der Fortuna läuft." Den Durchmarsch in die Bundesliga solle man aus seiner Sicht auf jeden Fall mitnehmen. "Das würde Düsseldorf gut tun. Und irgendwann möchte ich auch noch einmal für die Fortuna spielen", gibt er dann doch zu.

Seine Freundin Karen (22), mit der er einen ganz ruhigen Heiligabend bei deren Eltern verbringen möchte, ist für ihn in der Türkei eine wichtige Stütze. "Für sie ist es dort auch wegen der Sprache nicht ganz so einfach", sagt der Fußball-Profi, für den sich auch deshalb das "Heimweh" in Grenzen hält.

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