Abwehrchef Jens Langeneke fordert von seinen Kollegen schnell 40 Punkte zum Klassenerhalt und mehr Ruhe bei Ballbesitz.

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Abwehrspieler Jens Langeneke freut sich auf die Rückrunde.

Abwehrspieler Jens Langeneke freut sich auf die Rückrunde.

Fortuna/dpa/Bernd Schaller/Hajo Lange/Dieter Alsleben

Abwehrspieler Jens Langeneke freut sich auf die Rückrunde.

Düsseldorf. Jens Langeneke war nach dem Trainingslager froh, wieder zu Hause zu sein. Da auch jetzt die Trainingsbedingungen in Düsseldorf stimmen, freut sich Fortunas Abwehrchef auf den Beginn der Rückrunde am Samstag. Wir sprachen mit dem 33-Jährigen.

Herr Langeneke, sind Sie nach Trainingslager und Wintercup zufrieden mit der Vorbereitung?

Langeneke: Die Woche in Spanien komplett bei idealen Bedingungen trainieren zu können, war sehr wichtig. Wir haben in Adam Bodzek einen neuen Spieler integriert, der wichtig für uns werden kann. Den Ergebnissen des Testspiels und der beiden Wintercup-Begegnungen messe ich nicht so viel Bedeutung zu. Gegen Cottbus zählt es erst richtig.

Was muss die Mannschaft denn noch verbessern?

Langeneke: Grundsätzlich müssen wir bei Ballbesitz ruhiger werden. Was nützen uns die tollsten Statistiken, was den Ballgewinn angeht, wenn wir ihn zu schnell wieder hergeben. Wir sollten eine gute Mischung finden, aggressiv draufzugehen und mit Ruhe aufzubauen.

Geboren ist er am 29. März 1977.   

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Was sagen Sie zur Zweitliga-Tabelle von Spieltag sieben bis 17, in der die Fortuna hinter Augsburg auf Platz zwei rangiert?

Langeneke: Das ist pure Spielerei, die ersten sechs Spieltage sind nun mal nicht wegzudiskutieren. Mit dem Konjunk- tiv können wir nichts anfangen, wobei wir auch in manchen Spielen Glück gehabt haben. So hätte es Elfmeter geben müssen, nachdem ich gegen Augsburg Michael Thurk kurz vor Ende im Strafraum umgehauen hatte.

Die Fans sollten also nicht damit rechnen, dass die Fortuna oben noch mal angreift?

Langeneke: Das ist doch utopisch. Um aufzusteigen, müssten wir am Ende rund 62 Punkte haben. Das heißt, wir brauchen in der Rückrunde noch 40 Punkte. Wir tun gut daran, jetzt nicht zu rechnen, sondern uns nur auf das erste Spiel gegen Cottbus zu konzentrieren.

„Bundesliga – der Zug ist für mich abgefahren.“

Jens Langeneke

Wie lautet denn das Saisonziel?

Langeneke: Wir müssen uns in der 2. Liga etablieren und den Klassenerhalt schaffen, je früher desto besser. Langfristig werden wir uns nach oben orientieren.

Gilt es, gegen die ersten sechs Gegner etwas gut zu machen?

Langeneke: Die Namen der Mannschaften, auf die wir treffen, sind mir völlig egal. Jedes Spiel müssen wir gleich ernst nehmen.

Es wurde zu Beginn der Saison starke Kritik an der Abwehr geübt. Wie ist es gelungen, dass die Abwehr und die Mannschaft insgesamt so sattelfest geworden sind?

Langeneke: Die Mannschaft hat sich komplett stabilisiert, die wenigen Gegentore sind aber nicht nur ein Verdienst der Abwehr. Assani Lukimya hat viel abbekommen, sich aber nie beirren lassen. Wir beide haben viel miteinander gesprochen. Die Wende für alle kam durch das Osnabrück-Spiel. Was die Fans da veranstaltet haben, hat ein Gänsehaut-Gefühl verursacht. Auch dadurch haben bei wir bei diesem 3:2-Sieg den Schalter umlegen können.

Wird der Konkurrenzkampf durch die Verpflichtung von Adam Bodzek jetzt noch größer?

Langeneke: Wenn alle gesund sind, gibt es im Mittelfeld ein Hauen und Stechen. Da es bei uns in der Mannschaft charakterlich stimmt, wird uns das auf jeden Fall weiterbringen.

Muss im Sturm auch unbedingt noch jemand verpflichtet werden?

Langeneke: Die Erwartungshaltung bei den Fans ist da, dass noch ein echter Torjäger kommt. Natürlich würden wir uns über einen Glückstreffer freuen, wenn dieser uns zehn Tore garantieren würde. Aber wir haben Vertrauen in die Spieler, die da sind – wenn alle gesund bleiben. Sie haben schon gezeigt, dass sie es können.

Sie haben eine Wette laufen, dass Sie kein zweites Mal eine Gelbsperre absitzen müssen . . .

Langeneke: Das stimmt, ich bin fest davon überzeugt, dass ich nur auf neun Karten kommen werde, obwohl ich jetzt sechs auf meinem Konto habe.

In der Kicker-Rangliste im Sommer zählten Sie zu den besten vier Abwehrspielern der 2. Liga. Anderson und die anderen beiden spielen jetzt in der Bundesliga, warum Sie nicht?

Langeneke: Der Zug ist für mich von meinem Alter her abgefahren. Da mache ich mir keine Illusionen mehr. Aber ich finde es klasse, dass meine ehemaligen Nebenleute wie Gledson oder Anderson in der Bundesliga gelandet sind. Immer haben beide voneinander profitiert. Auch für Luky würde ich mich freuen, wenn das irgendwann mal klappt.

Und Sie wollen nach Ihrer sportlichen Karriere Sportjournalist werden?

Langeneke: Das sollen die bei Fortuna mal aus meinem Fragebogen rausnehmen. Ich habe zwar ein Vordiplom im Sport, aber ich glaube nicht, dass das mein Weg sein wird. Auch als Trainer würde ich mich schwer tun, wenn ich die Ruhe bewahren müsste und nicht eingreifen könnte. Alles andere lasse ich derzeit noch auf mich zukommen.

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