Souverän und am Ende auch im Ergebnis deutlich siegte Fortuna Düsseldorf gestern im DFB-Pokal bei Viertligist Hessen Kassel. Sascha Rösler sorgte mit seinem Treffer für die Vorentscheidung gegen einen Gegner, der lange Zeit gut dagegenhielt.

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Kurioser Treffer zur Vorentscheidung: Ein Lambertz-Zuspiel traf Sascha Rösler am Kopf, im Liegen verwandelte er den herunterfallenden Ball zum 2:0.

Kurioser Treffer zur Vorentscheidung: Ein Lambertz-Zuspiel traf Sascha Rösler am Kopf, im Liegen verwandelte er den herunterfallenden Ball zum 2:0.

Christof Wolff

Kurioser Treffer zur Vorentscheidung: Ein Lambertz-Zuspiel traf Sascha Rösler am Kopf, im Liegen verwandelte er den herunterfallenden Ball zum 2:0.

Kassel. Seinen Wunschzettel klebte Fortuna-Vorstand Peter Frymuth nicht noch extra an die Kabinentür. „Da war alles gesagt“, sagte Frymuth, der erstmals in seiner über sechsjährigen Amtszeit die zweite Runde des DFB-Pokals erreichen wollte. Und durch das 3:0 (1:0) bei Viertligist Hessen Kassel wurde dieser Wunsch auch erfüllt.

Frymuth und Co. dürfen nun am kommenden Samstag bei der Auslosung auf ein attraktives Los hoffen, dass die ohnehin sechsstellige Zusatzeinnahme aus dem Pokalwettbewerb noch weiter steigern dürfte. Zudem war es nach zwölf Jahren das erste Mal, dass die Fortuna die erste Hauptrunde überstand. Mit einer nicht gerade überragenden, dafür aber soliden Leistung vor 14 850 Zuschauern in Kassel. Denn vor allem aus dem 1:1 des Fußball-Zweitligisten gegen den SC Paderborn aus der Vorwoche hatte Trainer Norbert Meier so seine Lehren gezogen, entschied sich somit für eine überraschendere Änderung in der Startformation: Für den in Paderborn blass gebliebenen Ken Ilsö rutschte Thomas Bröker ins Team.

Die als fraglich erklärten Einsätze von Assani Lukimya und Andreas Lambertz (fehlte in Paderborn wegen Halsschmerzen und Fieber) waren indes möglich, beide hatten am Samstag beim Abschlusstraining voll mittrainiert und waren hernach mit nach Nordhessen gefahren.

Tags darauf folgte die rot-weiße Karawane der Fans, verwandelten die Raststätten und Parkplätze entlang der Autobahn in rot-weiße Picknick- und Party-Meilen. Mehr als 4000 waren zur Unterstützung mit ins schmuck modernisierte Kasseler Auestadion gefahren, durften bei leichter Bewölkung und blauem Himmel schon mal deutlich besseres Wetter genießen als den Koblenzer Bindfaden-Regen beim Ausscheiden vor knapp einem Jahr. Und ihre erstmals in den schwarzen Auswärtstrikots angetretene Mannschaft nahm von Beginn an die Favoritenrolle an, die technisch und läuferisch überlegenen Fortunen dominierten das muntere Geschehen auf dem Rasen.

Nach einigen guten Gelegenheiten war es nur eine Frage der Zeit, bis der erste Treffer fiel, und das 1:0 durch Thomas Brökers Kopfball war auch noch sehenswert herausgespielt. Lambertz hatte Sascha Rösler steil geschickt, der butterweich auf Brökers Kopf flankte (25.). Zu einem Zeitpunkt, als sich der Viertligist gerade an das Tempo der Gäste zu gewöhnen schien. Mit der Führung im Rücken kehrte bei den Düsseldorfern aber plötzlich der Schlendrian ein. Vorne fehlte es an zielgerichteten Aktionen, und Kassel kämpfte sich ein ums andere Mal in den Fortuna-Strafraum.

Hessen Kassel: Domaschke – Riske (60. Metin), Knipping, Grembowietz, Gerdes – Wehrendt, Wolf (75. Herpe) – Ochs (60. Gundelach), Mayer – Hajdarovic, Damm Fortuna

Düsseldorf: Ratajczak – Weber, Lukimya, Langeneke, van den Bergh – Bodzek, Fink – Beister (55. Kruse), Rösler (86. Dum), Lambertz – Bröker (77. Grimaldi)

0:1 (25.) Bröker, 0:2 (80.) Rösler, 0:3 (86.) Fink

14 850

Mayer, Metin, Gundelach / Kruse, Dum

Benjamin Cortus (Nürnberg)

2. Min. Bröker probiert es aus 23 Metern, zu harmlos.

5. Rösler köpft aufspringenden Ball aufs Tor, Domaschke pariert mit Mühe.

9. Beisters Kuller-Schuss aus 18 m lenkt Domaschke um den Pfosten.

15. Mayer zieht aus 25 m flach ab, Ratajczak hält sicher.

25. Lambertz schickt Rösler steil dessen Flanke erreicht Bröker, der per Kopf zum 1:0 trifft.

40. Beister verlädt Wolf, zirkelt aus 12 m aber drüber.

55. Fink schickt Beister alleine aufs Tor, doch der scheitert an Domaschke.

58. Rösler schießt aus 16 m ans Außennetz. 59. Rösler köpft aus spitzem Winkel am leeren Tor vorbei.

66. Bröker-Tor wegen Abseits zurecht nicht gegeben.

80. Lambertz-Zuspiel trifft Rösler am Kopf, im Liegen verwandelt er den herunterfallenden Ball zum 2:0.

86. Fink trifft beim Nachsetzen zum 3:0.

Allein Maximilian Beister verpasste es kurz vor und kurz nach der Pause bei größten Gelegenheiten, für die Vorentscheidung zu sorgen – einmal schoss er freistehend drüber, nach der Pause scheiterte er frei vor dem Tor an Schlussmann Erik Domaschke (55.). Sicherlich mit ein Grund für seine frühe Auswechslung kurz darauf – der Australier Robbie Kruse durfte sich im rechten Mittelfeld beweisen. Allerdings dauerte es noch bis zur 80. Minute, ehe Sascha Rösler aus abseitsverdächtiger Position endlich für die Vorentscheidung sorgte und im Fallen den Ball zum 2:0 ins Tor schoss.

Oliver Finks 3:0 machte es schließlich standesgemäß (86.). Wobei es trotzdem nie danach ausgesehen hatte, als wenn Frymuths Wunscherfüllung irgendwie in Gefahr hätte geraten können. Zu schwach waren die Gäste, Kassel hatte keine einzige nennenswerte Torchance. Und Fortunas Fans sangen schon von Berlin – doch bis zum Finale braucht es noch vier Siege in den nächsten Runden.

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