Werder Bremen - Fortuna Düsseldorf
Düsseldorfs Elfmeterschütze zum 1:0, Jens Langeneke (2.vl), freut sich mit Robbie Kruse (l), Axel Bellinghausen und Adam Bodzek (r) über die 1:0-Führung.

Düsseldorfs Elfmeterschütze zum 1:0, Jens Langeneke (2.vl), freut sich mit Robbie Kruse (l), Axel Bellinghausen und Adam Bodzek (r) über die 1:0-Führung.

Carmen Jaspersen

Düsseldorfs Elfmeterschütze zum 1:0, Jens Langeneke (2.vl), freut sich mit Robbie Kruse (l), Axel Bellinghausen und Adam Bodzek (r) über die 1:0-Führung.

Düsseldorf. Für Werder Bremen war es das erste Spiel nach Klaus Allofs, für Fortuna Düsseldorf hieß es endlich wieder Konzentration auf das sportliche Geschehen nach den Eskapaden von Andrey Voronin. Beide Kontrahenten hatten so ihr Gepäck mitgenommen in das Sonntagsspiel am zwölften Spieltag der Fußball-Bundesliga, am Ende siegten die Bremer mit 2:1 (0:1), drehten so eine Begegnung, in der mehr für die Fortunen drin war. Jens Langeneke hatte die Gäste früh in Führung gebracht mit seinem verwandelten Foulelfmeter (11.), kurz nach der Pause hatte Bremen durch Nils Petersen ausgeglichen (51.). Nach der Gelb-Roten Karte gegen Bremens Assani Lukimya (77.) gelang den Gastgebern vor 42 100 Zuschauern tatsächlich noch das 2:1 durch Kevin De Bryune (83.). "Wir haben nicht nachgelassen, sind dran geblieben. Deshalb bin ich am Ende sehr froh, dass wir dieses intensive Spiel noch gewonnen haben", sagte Werder-Trainer Thomas Schaaf. Fortuna-Trainer Norbert Meier haderte ein wenig mit den Gegentoren: "Da haben wir uns fehlerhaft verhalten. Es ist ärgerlich, dass wir uns für eine eigentlich ordentliche Leistung nicht belohnt haben." Innenverteidiger Jens Langeneke ärgerte sich auch über Werder Bremens Marko Arnautovic. Denn mit ihm war er nach etwa einer halben Stunde aneinandergeraten, der österreichische Nationalspieler deutete einen Kopfstoß nicht nur an. Schiedsrichter Peter Sippel zeigte aber nur die Gelbe Karte. „Das war eine klare Rote Karte“, schimpfte Langeneke, und Fortuna-Trainer Norbert Meier musste ihm beipflichten, dass Arnautovic „ihn wohl mehr als nur berührt“ habe.
Vielleicht mischte sich in Langenekes Frust auch der Ärger über eben jene Fehler – und darüber, dass sein verwandelte Foulelfmeter nicht mindestens einen Punkt gebracht hatte. „Irgendwann ist es ja auch mal gut mit dem Lehrgeld.“ In der Startaufstellung hatte Trainer Norbert Meier eine Änderung im Vergleich zur Vorwoche vornehmen müssen. Oliver Fink hatte vergangene Woche wegen muskulärer Probleme im Oberschenkel nicht trainieren können. An seiner Stelle durfte Kapitän Andreas Lambertz wieder von Beginn an spielen, nahm neben Adam Bodzek die „Sechser“-Position ein. Werder-Trainer Thomas Schaaf veränderte seine Startelf der Vorwoche nicht (1:2 bei Schalke), somit durfte auch Assani Lukimya von Beginn an ran gegen seinen Ex-Verein. „Luki“ war im Sommer von Düsseldorf nach Bremen gewechselt. Das Wichtigste: Endlich wurde am Sonntagnachmittag Fußball gespielt. Sowohl bei Gastgeber Werder Bremen als auch bei Fortuna Düsseldorf hatte jeweils ein anderes Thema das sportliche Geschehen in den Hintergrund und fast bis zur Bedeutungslosigkeit verdrängt. In Bremen gab es kein anderes Thema als der vollzogene Wechsel von Manager Klaus Allofs zum VfL Wolfsburg – irgendwie gerade rechtzeitig vor dem Wiedersehen mit „seiner“ Fortuna. In Düsseldorf regierten die Eskapaden um Andrey Voronin die Schlagzeilen und Stammtischgespräche. Insofern war der Anpfiff durch Schiedsrichter Peter Sippel beinahe wie ein Befreiungsschlag, selbst wenn beide Themen den Spieltag überdauern dürften. Nach offensivem Bremer Beginn wurde aus Fortuna-Sicht aus dem Befreiungs- ein Paukenschlag: Sokratis hatte Robbie Kruse im Strafraum gefoult, der rutschige Boden tat sein Übriges dazu. Schiedsrichter Peter Sippel entschied zu Recht auf Strafstoß, den Jens Langeneke eiskalt zum 1:0 für die Gäste verwandelte (11.). Wenig später vergab Ken Ilsö die große Chance zum 2:0: Kruse hatte auf dem rechten Flügel Sokratis stehen gelassen, in der Mitte stand der Däne völlig frei, brachte die Kugel aber nicht an Werder-Torwart Sebastian Mielitz vorbei. "Wenn wir 2:0 in Führung gehen, läuft hier vielleicht Vieles ganz anders", sagte Meier. So bestimmten die Bremer bis zur Pause zwar die Begegnung, hatten auch einige gute Chancen. Doch die Fortunen verteidigten mit Glück und Geschick ihre Führung, hätten vielleicht ihre Konter noch ein bisschen besser ausspielen müssen. Meier: "Da haben wir den letzten Pass gegen aufrückende Bremer zu zögerlich gespielt. Da waren schon einige gute Situationen dabei." Nach der Pause klingelte es dafür gleich im Fortuna-Tor: Der Ball rollte oder rutschte die Linie entlang, Lukas Schmitz entdeckte die Chance und sprintete hinterher. Ronny Garbuschewski machte da gar keine gute Figur, ließ sich an der Eckfahne auch noch locker ausspielen. Seine Flanke nickte Nils Petersen in der Mitte zum 1:1 ein (51.). Die Fortunen steckten den Ausgleichs-Schock schnell weg, fanden nach und nach zur defensiven Sicherheit zurück. Werder kontrollierte zwar nach wie vor das Geschehen, war aber auch anfällig für Konter. Und nach der Gelb-Roten Karte gegen Assani Lukimya – ausgerechnet der Ex-Fortune musste runter – schien alles auf mindestens einen Punkt hinzudeuten (77.). Doch wieder einmal schafften es die Fortunen nicht, daraus Kapital zu schlagen. Im Gegenteil: Ballverlust am eigenen Strafraum, und das Unglück nahm seinen Lauf. Johannes van den Bergh und Axel Bellinghausen waren sich nicht einig, und Kevin De Bruyne hielt seinen Fuß in die Flanke, traf unhaltbar zum 2:1 für die Bremer ins Tor (83.). "Insgesamt haben wir uns gut verkauft", sagte Meier, der nach wie vor das Vertrauen in seine Mannschaft hat, dass sie diese Rückschläge wegstecken könne. Spätestens am Freitag gegen den Hamburger SV (20.30 Uhr , Arena) kann sie das wieder unter Beweis stellen.

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