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Adam Matuschyk (rechts) und Timo Furuholm feierrn den Treffer des Polen in der 80. Minute.

Adam Matuschyk (rechts) und Timo Furuholm feierrn den Treffer des Polen in der 80. Minute.

Christof Wolff

Adam Matuschyk (rechts) und Timo Furuholm feierrn den Treffer des Polen in der 80. Minute.

Düsseldorf. Warum auch immer dieses Duell zwischen Energie Cottbus und Fortuna Düsseldorf als „Montagsspiel“ 2. Fußball-Bundesliga gewählt wurde, wollte sich beim Blick auf die Tribünen erst recht nicht erschließen: Im Stadion der Freundschaft blieben etliche Plätze leer, das Gastspiel des Tabellendritten in der Lausitz wollten gerade 7819 Zuschauer sehen.

Aus Düsseldorf waren entsprechend wenige, etwa 600 Fans mitgekommen, die am Ende mit dem 1:1 (0:1) zumindest keine Niederlage mit ins Rheinland nehmen mussten.

Was die Aufstellung anging, hatte Fortuna-Trainer Norbert Meier „positionsgetreu“ aufgestellt, um die drei Gelb-Sperren von Jens Langeneke, Adam Bodzek und Sascha Rösler auszugleichen. Also Juanan wie angekündigt als Innenverteidiger, Adam Matuschyk als „Sechser“ und Thomas Bröker im Sturm. Als „interessant“ hatte es Meier vor dem Düsseldorfer Gastspiel bei Energie Cottbus bezeichnet, wie sich diese bislang selten zum Einsatz gekommenen Akteure bewähren würden.

Zumal die in Schwarz gekleideten Fortunen dringend Schritt halten wollten mit den Konkurrenten aus Fürth und Frankfurt, die vorgelegt und sich auf Platz eins und zwei etwas abgesetzt hatten. Cottbus hatte nach einer enttäuschenden Leistung beim 1:1 gegen Eintracht Braunschweig vor eigenem Publikum Besserung gelobt, die im Stadionheft gleich mehrfach geäußerte Selbstkritik musste beinahe als selbstzerstörerisch bezeichnet werden. „Schluss mit dem Rumgegurke“ hatten die Energie-Fans per Banner gefordert.

Da sich die hereingenommenen Düsseldorfer nicht nur personell, sondern auch taktisch exakt einfügten, schienen die Gäste kaum Anlaufzeit zu benötigen. Vorne macht Bröker Dampf, bediente nach einem energischen Flankenlauf gleich nach wenigen Minuten Ken Ilsö, der allerdings das Tor nicht traf.

Energie Cottbus: Kirschbaum – Bittroff, Hünemeier, Möhrle, Ziebig – Kruska (46. Roger) – Bittencourt (72. C. Müller), Banovic, Sörensen, Adlung – Rangelov (38. Fenin)

Fortuna Düsseldorf: Almer – Levels, Lukimya, Juanan, van den Bergh (75. Furuholm) – Lambertz (64. Dum), Matuschyk – Beister (64. Jovanovic), Ilsö, Fink – Bröker

Schiedsrichter: Marco Fritz (Korb)

Zuschauer: 7819

Tore: 1:0 Sörensen (26.), 1:1 Matuschyk (80.)

Karten: Kruska, Kirschbaum, Fenin; Lambertz (9.), Levels (5.), Fink (5.)

8. Minute: Nach Brökers Solo auf der rechten Seite kommt Ilsø am kurzen Eck nicht kontrolliert zum Abschluss.

13. Nach Fehlern von Beister und Lukimya muss Juanan per Kopf klären.

14. Rangelov kommt aus der Drehung zum Abschluss, verzieht aber.

21. Banovic schießt aus 20 Metern über das Tor.

26. Ein Tor aus dem Nichts, Adlung kann unbedrängt von links flanken, Sörensen setzt sich beim Kopfball gegen van den Bergh durch – 1:0.

34. Nach schwerem Levels-Fehlpass hindert Lukimya Rangelov in letzter Sekunde am Torschuss.

48. Adlungs Freistoß streicht knapp am Tor der Gäste vorbei.

49. Bröker kann seinen Kopfball nicht richtig platzieren.

62. Erneut landet eine Flanke von van den Bergh nach einem vielversprechenden Konter hinter dem Tor.

64. Doppelwechsel, Lambertz und der schwache Beister müssen raus.

66. Fink-Kopfball streicht nach einem Ilsö-Freistoß knapp am Pfosten vorbei.

70. Juanan kommt zum Kopfball, doch der Ball geht weit über das Tor.

76. Jovanovic scheitert nach einem starken Solo an Kischbaum.

80. Jovanovics guten Kopfball fischt sich Kirschbaum noch.

81. Matuschyk trifft zum 1:1 nach einer Kopfball-Ablage von Jovanovic.

88. Jovanovic versucht es mit einem Distanzschuss.

„Wir wussten, dass unsere drei gesperrten Spieler nicht einfach zu ersetzen sind. Wir müssen mit dem 1:1 zufrieden sein. In der ersten Halbzeit haben wir uns schwer getan. Ich bin froh, dass wir noch die Kurve bekommen haben.“
Andreas Lambertz, Kapitän

 

„Die erste Halbzeit war zum Vergessen. Das war richtig schlecht. Nachher haben wir es mit der Brechstange versucht.“
Robert Almer, Torhüter

Robert Almer - war beim Gegentor machtlos, ansonsten ohne größere Beschäftigung.

 

Tobias Levels - bleibt ein Unsicherheitsfaktor, ist immer wieder für einen Fehlpass gut und hat wenig Ideen im Spiel nach vorne.

 

Assani Lukimya - leistete sich nur einen Fehler, wurde aber für ein Auswärtsspiel wenig gefordert.

 

Juanan - organisierte die Abwehr ordentlich und lieferte eine souveräne Vorstellung in der Defensive ab. Im Angriff tauchte er nicht auf.

 

Johannes van den Bergh - wurde sehr gefordert von Bittencourt, spielte weder dabei fehlerfrei, noch sah er beim 0:1 besonders glücklich aus.

 

Adam Matuschyk - traute sich viel zu wenig zu, als Dampfmacher eine Fehlbesetzung, defensiv okay. Immerhin traf er zum 1:1.

 

Andreas Lambertz - versuchte viel, aber erneut gelang ihm wenig. Muss als Kapitän nicht nur mit den Emotionen vorangehen.

 

Maximilian Beister - war in Cottbus ein Totalausfall. Seltsam emotionslos.

 

Ken Ilsø - konnte sich nicht richtig durchsetzen, auch die guten Ansätze blieben auf der Strecke.

 

Oliver Fink - viel in Bewegung, oft von Kollegen übersehen, guter Ballverteiler.

 

Thomas Bröker - muss mehr tun, als nur den Ball abschirmen.

Das Spiel der Gastgeber war eher auf Zufall ausgerichtet, Juanan hatte es mit seinen Kollegen vor allem mit hoch in ihre Richtung gedroschenen Bällen zu tun. „Neuling“ Nummer drei, Adam Matuschyk, hatte im zentralen Mittelfeld vor allem damit zu tun, Andreas Lambertz den Rücken freizuhalten. Der Mannschaftskapitän betätigte sich fas als eine Art Spielmacher, versuchte mit viel Laufarbeit und Passspiel seine Mannschaftskollegen einzusetzen. Gegen ideenlose und statisch wirkende Cottbusser nicht das schlechteste Vorhaben.

Dass sich allerdings aus deren erster ansehnlicher Kombination das 1:0 ergab, kam schon etwas überraschend. Per Doppelpass über die rechte Abwehrseite der Fortuna, die Flanke in die Mitte durch Daniel Adlung erreichte den langen Dennis Sörensen, der sich gegen Linksverteidiger Johannes van den Bergh im Kopfballduell durchsetzte (26.). Den Fortunen fehlte vor der Pause die Bissigkeit, die vielleicht Ansprachen von Rösler und Langeneke auf dem Feld hätten erzeugen können – insofern war die Cottbusser Führung in einem wenig erbaulichen Duell durchaus verdient.

Die zweite Hälfte begann mit einem „Wachmacher“, Daniel Adlung zirkelte einen 19-m-Freistoß mit rechts nur knapp am Fortuna-Tor vorbei (48.). Doch nach wie vor fehlte bei den Fortunen jene Spritzigkeit und Giftigkeit, die bei einem Gastspiel in Cottbus nötig sind gegen nicht einmal überzeugende, aber kampfstarke Energie-Spieler. So zeigte Juanan zwar weiterhin ein gutes Stellungsspiel, dafür leistete sich Matuschyk zunehmend Fehler, und Bröker war vorne fast ganz abgetaucht.

Gleichwohl war immer noch etwas drin für die Gäste, bei denen Trainer Meier bereits eine Viertelstunde vor Schluss das Wechselkontingent erschöpft und zwei weitere Stürmer gebracht hatte. Zunächst scheiterte der eingewechselte Ranisav Jovanovic per Kopf am glänzend reagierenden Thorsten Kirschbaum. Wenig später legte Jovanovic per Kopf ab, und ausgerechnet Adam Matuschyk traf zum 1:1 (80.), rettete der Fortuna damit noch einen Zähler.

© WhatsBroadcast

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