Co-Trainer Uwe Klein (r.) hat Spaß im Trainingslager in La Manga.
Co-Trainer Uwe Klein (r.) hat Spaß im Trainingslager in La Manga.

Co-Trainer Uwe Klein (r.) hat Spaß im Trainingslager in La Manga.

Christof Wolff

Co-Trainer Uwe Klein (r.) hat Spaß im Trainingslager in La Manga.

La Manga. Es gibt im Leben ruhige Momente, die sind einfach herrlich. Und es gibt ruhige Momente, in denen man genau weiß: Gleich passiert was. Gleich wird es laut. Einen eben solchen gab es am Sonntag auch im Fortuna-Training in La Manga. Passen, Flanken, rein die Murmel. So lief das seit Minuten. Leise, stumm mechanisch. Bis, ja bis der Trainer diesen Ballon der Gefälligkeit platzen lässt. „Es ist ruhig. Es ist viel zu ruuuuuuhiiiig!“, schreit Lorenz-Günther Köstner über den Platz. Das weckt auf. Denn auch wenn gerade das Flügelspiel mit Flanke und Torabschluss in diesen Tagen ein immer wiederkehrendes Bild ist, Ruhe soll nicht einkehren.

Ruhe ist in der köstnerschen Fußballlehre der kleine Bruder von Passivität. . „Das Flügelspiel, Ballan- und Ballmitnahme, Flanken und das Timing beim Torabschluss. Das sind die Schwerpunkte die wir uns in diesem Trainingslager gesetzt haben“, erklärt Co-Trainer Uwe Klein. Den berühmtren „Zirkel des Grauens“ oder Konditionsbolzen, das gab es bisher noch nicht in La Manga. „Wir waren schon im Kraftraum, aber diese Grundlagen sind bereits gelegt“, sagt Klein, der diesmal wesentlich weniger Zeit hatte das Trainingslager vorzubereiten als sonst. „Der Trainer musste sich ja erst einmal ein Bild machen, wo er die Probleme der Mannschaft sieht.“ An diesen Problemstellen wird jetzt gebastelt. Das heißt 1000 Flanken und kein Ende. Klein: Das geht nur über die Wiederholungszahl, bis die Abläufe wie automatisch kommen.“ Der Co-Trainer, der seit zwölf Jahren für die Fortuna auf dem Platz steht, betont natürlich, dass immer Köstner das letzte Wort bei den Trainingsinhalten habe, aber „ab und zu schlage ich auch etwas vor, was dann umgesetzt wird“. Klein ist so etwas wie eine lebende Trainer-Wikipedia. „Wenn der Trainer sagt, er will das Spiel in die Tiefe trainieren, dann suche ich ihm etwas raus.“ Klein hat seit seinem ersten Tag bei Fortuna sämtliche Trainingseinheiten archiviert. Welche Übungen die damaligen Fortunen am 12. März 2008 trainiert haben - der „ewige Uwe“ wüsste es.

Ohnehin ist in so einem Trainingslager alles durchgeplant. Selbst das Essen. Die Hotelküche muss sich natürlich auf die Lebensgewohnheiten von Leistungssportlern einstellen - nicht selten zu deren Leidwesen. So ist zum Beispiel Schweinefleisch verboten. „Das gehört jetzt nicht zu den Dingen, die Fußballer unbedingt essen sollten“, sagt Klein. Auch ein englisches Frühstück mit Bratwurst und Baked Beans, wie ich es mir hier ab und zu gönne, ist für Lumpi und Co. nicht drin. „Aber die Jungs dürfen ruhig mal was Süßes, wenn sie so hart trainieren.“ Es gibt also ab und zu ein Leckerli. Überfragt wirkte der Düsseldorfer Betreuerstab nur bei der Frage einer Mitarbeiterin von Testspielgegner Alianza Lima, welche Nahrungsergänzungsmittel die Fortuna denn ihren Kickern verabreiche. Und so geht es jetzt noch einen Tag weiter: Passen, flanken, rein ins Tor - ganz ohne Kraftfutter.

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