Im Europapokal in Portugal soll es diesmal auf dem Treppchen noch etwas höher gehen.

Düsseldorf. Der Europäische Golf Verband (EGA) ist traditionsbewusst. Mit einer Champions League oder ähnlich neumodischen Erfindungen haben die Verantwortlichen in der EGA-Zentrale in Lausanner Stadtteil Épalinges (Schweiz) nichts am Golfhut. Die gute, alte Tradition des Europapokals der Landesmeister wird weiterhin gepflegt. Deshalb sind die Herren des GC Hubbelrath (GHC) von Donnerstag bis Samstag im Aroeira Golf Club in Portugal aktiv, denn dort wird der Landesmeister-Pokal ausgespielt.

„Wir waren vor drei Jahren schon dort und haben beim Europapokal mitgespielt“, erläutert Trainer Roland Becker. „Wir kennen die Anlage und den Kurs also ein wenig.“ Genauso wie 2013 haben sich die Hubbelrather Herren 2016 den Deutschen Meistertitel gesichert und sich damit für den Europapokal qualifiziert. Auch im vergangenen Jahr war der GCH Deutschlands Vertreter im Kampf um die Krone des europäischen Clubgolfs.

Der Spielmodus könnt den Düsseldorfern entgegenkommen

2013 war Platz vier drin, 2015 gelang der Sprung aufs Treppchen und der Gewinn der Bronzemedaille. „Jetzt möchten wir auch mal ganz oben stehen und Europapokalsieger werden“, kündigt Becker an, obwohl in Luis Obiols (studiert in den USA) und Frederik Strünker (schreibt Freitag eine Klausur) zwei ganz starke Spieler in der Nähe von Lissabon nicht zur Verfügung stehen. Trotz der geäußerten Titel-Ansprüche bauen er und auch der Club keinen Druck auf die Spieler auf. Der amtierende deutsche Matchplay-Meister Nicolai von Dellingshausen, Julian Baumeister, Florian Schmiedel und Kapitän Marc-Christopher Siebiera können also befreit aufspielen.

„Wir sind stolz, dass wir dabei sind. Sollten wir etwas mitnehmen, schön“, sagt Becker. „Wenn es nicht funktioniert, ist es aber auch in Ordnung.“ Beim Europapokal spielt jedes Team pro Tag drei Runden, die beiden besten kommen jeweils in die Wertung. Der Club, der nach den sechs gewerteten Runden die niedrigste Anzahl an Schlägen aufweist, ist Europapokalsieger. Genau dieser Spielmodus kann der Vorteil für die Hubbelrather sein. Ihr Stammtrio, von Dellingshausen, Schmiedel und Baumeister, haben alle drei deutlich positive Handicaps. Die Chance, dass täglich zwei gute Runden eingespielt werden, sind somit größer als bei den meisten anderen Teams. Ein Selbstläufer wird der Gewinn des „Potts“ aber nicht, denn sieben weitere Teams aus den insgesamt 24 Europapokalaspiranten treten mit Spielern an, die ausschließlich ein Pluszeichen vor ihrem Handicap stehen haben.

In der Vorbereitung haben die Hubbelrather jedenfalls gut gearbeitet. Nach der Klausurzeit in ihren jeweiligen Studiengängen wurde jeden Tag intensiv trainiert, und die Klausurzeit ist bereits seit einigen Wochen vorbei. „Wir sind gut vorbereitet. Ich habe ein gutes Gefühl, dass wir in Portugal pro Tag mindestens zwei richtig gute Runden spielen“, erklärt Becker.

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