Ohne die Schwimmanlage in Flingern fehlen Trainingsmöglichkeiten. Viele Kinder kehren dem Verein den Rücken.

Schwimmsport
Das Allwetterbad in Flingern Ende Dezember vergangenen Jahres: Die maroden Zeltheringe haben bei Unwetter versagt.

Das Allwetterbad in Flingern Ende Dezember vergangenen Jahres: Die maroden Zeltheringe haben bei Unwetter versagt.

Lepke

Das Allwetterbad in Flingern Ende Dezember vergangenen Jahres: Die maroden Zeltheringe haben bei Unwetter versagt.

Düsseldorf. Dieser Weg wird kein leichter sein. . . An diese Zeilen aus einem bekannten Lied von Xavier Naidoo erinnert sich Dirk Lindner, einer von drei Vorsitzenden des Schwimm -und Wasserball Vereins DSC 98, zurzeit fast täglich: „Ich komme mir vor wie ein Krisenmanager. Jeden Tag müssen wir irgendetwas improvisieren, um den Trainings- und Wettkampfbetrieb vernünftig aufrechterhalten zu können.“

Die Situation ist auch ziemlich schwierig. Seit dem Wegfall des Allwetterbades in Flingern verteilt sich das Vereinsleben auf verschiedene Bäder im Stadtgebiet. Überwiegend wird in Stockum im Rheinbad trainiert, doch die Möglichkeiten reichen bei weitem nicht aus. „So haben wir in den Jahrgängen 2000-2003 einen Rückgang von 40 auf 10 Jugendliche zu verzeichnen“, ärgert sich Sebastian Berthold, hauptamtlicher Lehrwart des DSC. Dabei schien das vor sieben Jahren eingeschlagene Konzept auf dem richtigen Weg. „Düsseldorf hat im Jugendbereich in NRW die meisten Kaderathleten“, so Berthold, „doch dieser Erfolg ist aufgrund der fehlenden Wasserzeiten gefährdet, schon jetzt hängen wir im Vergleich zu anderen Städten in der Schwimmfähigkeit um einiges zurück.“

Die Wasserball-Mannschaft macht sich Sorgen um die Jugend

Zumal auch irgendwann einmal die erste Mannschaft in der zweiten Wasserball-Bundesliga betroffen sein wird. „Wenn wir es irgendwann einmal nicht mehr schaffen, in einem Jahrgang eine Jugendmannschaft zu melden, werden wir mit Punktabzügen bestraft“, sagt Lindner.

Auch Düsseldorfs Vorzeigeschwimmerin, Tanja Gröpper, die bei den Paralympics in London noch die Bronzemedaille über 100 Meter Freistil erkämpfte, klagt über die schlechten Trainingsbedingungen: „Ich pendel zwischen Neuss, den Bilker Arcarden und dem Rheinbad hin und her, doch nicht überall gibt es eine 50-Meter-Bahn.“

Dabei ist der Aufwand, den sie betreiben muss, mit am höchsten. Zwei bis vier Stunden Training, je nach Wettkampfphase, sind täglich zu absolvieren. Zwar stellt ihr Arbeitgeber sie teilweise für die Übungseinheiten frei, doch da ihr Arbeitsplatz in Bonn liegt, kommen täglich noch einmal 140 Kilometer Fahrstrecke hinzu.

Und so richten sich in der Zukunft die Hoffnungen auf das neue Schwimmbad, das in absehbarer Zeit gebaut werden soll. „Bis dahin müssen wir eben schauen, dass wir mit den vorhandenen Möglichkeiten zurecht kommen“, richtet der Vorsitzenden Lindner den Blick nach vorn.

© WhatsBroadcast

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