Auf das 0:3 in Wolfsburg folgt ein 4:0 gegen Bremerhaven. Was lief gut? Was nicht?

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Voll reinhängen möchte sich Maximilian Kammerer (l.) ab September in Washington.

Voll reinhängen möchte sich Maximilian Kammerer (l.) ab September in Washington.

Am Sonntag ohne Gegentor: Mathias Niederberger. Archiv

Horstmüller, Bild 1 von 2

Voll reinhängen möchte sich Maximilian Kammerer (l.) ab September in Washington.

Wie bereits mehrfach in dieser Saison gab es für die Düsseldorfer EG an einem Wochenende in der Deutschen Eishockey Liga einen guten und einen schlechten Tag. Am Freitag verlor die DEG 0:3 in Wolfsburg, am Sonntag siegte sie 4:0 gegen Bremerhaven. Das reicht nach 18 Spielen nur für Rang zwölf. Die Tops und Flops.

Top: Mathias Niederberger

Vor nur einer Woche schien Mathias Niederberger nur noch Torwart Nummer zwei zu sein. Erst erlebte er einen schwachen Saisonstart mit mehr als drei Gegentoren im Schnitt und einer Fangquote unter 90 Prozent, dann verletzte er sich und musste mit ansehen, wie der nachverpflichtete Dan Bakala ihm die Show stahl: 1,6 Gegentore, 93,9 Prozent Fangquote und ein Shutout. Nun sieht das wieder anders aus. Bakala erwischte in Mannheim (4:5) und Wolfsburg (0:3) schwache Tage – sieben Gegentore bei 28 Schüssen in 84 Minuten – Niederberger kehrte bärenstark zurück. In den 36 Minuten in Wolfsburg kassierte er nur einen Treffer, am Sonntag gegen Bremerhaven (4:0) feierte er seinen ersten Shutout. Seit seiner Rückkehr hat er eine Fangquote von 97,3 Prozent. Das Duell um die Nummer eins im DEG-Tor ist wieder spannend.

Flop: Auswärtsschwäche

Zu Hause läuft es: zwei Siege ohne Gegentor in Folge, insgesamt fünf Erfolge bei acht Spielen. Auswärts klappt allerdings fast gar nichts mehr. Das 0:3 in Wolfsburg war die fünfte Niederlage in Serie. In der Zeit gab es 18 Gegentore. Insgesamt gewann die DEG erst zwei ihrer zehn Auswärtsspiele.

Top: Die Fans

Kurz vor Ende des Spiels drehten sich 6000 DEG-Fans in Richtung Oberrang und applaudierten denen aus Bremerhaven. Knapp 2000 Pinguins-Anhänger waren ins Rheinland gekommen, ein Großteil hatte sich sogar eine stundenlange Schiffstour gegönnt. Später in der Halle sorgten sie für ordentlich Stimmung und brachten gar die gern mal lethargischen DEG-Fans dazu, ihr Team mehr als sonst anzufeuern. Besser war die Stimmung in dieser Saison nie im Dome.

Flop: Fehlende Kreativität

Mehr als 100 Schüsse gab die DEG am Wochenende ab und war viel in der Angriffszone unterwegs. Doch echte Chancen? Mangelware. Durchdachte bis kreative Spielzüge gibt es aktuell kaum zu sehen. Entweder wird zu viel gepasst oder zu früh aus unmöglichen Winkeln geschossen. Zudem herrscht weiter zu wenig Betrieb vor dem gegnerischen Tor. Die meisten Schüsse – wenn sie denn aufs Tor fliegen – sind leichte Beute.

Eine der Baustellen der ersten Wochen ist geschlossen: das Unterzahlspiel. Am Wochenende gab keinen Gegentreffer in Unterzahl – obwohl es gegen zwei der stärksten Powerplay-Teams der Liga ging, die weit mehr als 20 Prozent ihrer Überzahlspiele nutzen. Mittlerweile steht die DEG in Unterzahl bei guten 83,1 Prozent.

Flop: Überzahl

Das bedeutet aber nicht, dass die Special-Teams grundsätzlich funktionieren. Im Gegenteil: Das Powerplay ist weiter eine einzige Farce. Das 1:0 von Jeremy Welsh am Sonntag war eine Ausnahme – und auch keine besonders gelungene, herausgespielt war an dem Tor gar nichts. Ansonsten bekommt man fast Mitleid, wenn man das Überzahlspiel der DEG sieht. Kein guter Aufbau, keine klugen Passstafetten, keine gelungenen Schüsse, kein Betrieb vor dem Tor. Zudem stellt sich die Frage, warum Stephan Daschner mit seinen guten Pässen und harten Schüssen nicht aufs Eis darf. Am Wochenende klappte nur eins von sieben Powerplays. Insgesamt steht die DEG bei einer indiskutablen Quote von nur 9,8 Prozent.

© WhatsBroadcast

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