Zwei DEL-Clubs feuerten den Chef hinter der Bande bereits im ersten Saisonviertel.

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Da haben sie in Wolfsburg im Trainerteam noch zusammengearbeitet: Mike Pellegrims (links) und Pavel Gross. Archiv

Da haben sie in Wolfsburg im Trainerteam noch zusammengearbeitet: Mike Pellegrims (links) und Pavel Gross. Archiv

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Da haben sie in Wolfsburg im Trainerteam noch zusammengearbeitet: Mike Pellegrims (links) und Pavel Gross. Archiv

Die Trainerstühle in der Deutschen Eishockey Liga waren in der Vergangenheit eigentlich nicht dafür bekannt, besonders wackelig zu sein. Waren es 2014/15 noch sieben Übungsleiter, die diesen während der laufenden Saison räumen mussten, ging diese Quote in den folgenden Jahren runter. Vor zwei Jahren gab es vier Entlassungen, in der vergangenen Spielzeit nur noch eine. 2017/18 scheint sich dieser Trend aber nicht zu bestätigen. Nach Jari Pasanen in Iserlohn erwischte es mit Bill Stewart in Straubing bereits den zweiten Cheftrainer. Und das nach gerade einmal einem Viertel der Hauptrunde. Frühzeitiges Betätigen der Notbremse anstelle von strapazierfähigem Geduldsfaden. Und wer die Ambitionen der „kleineren“ Teams sieht, der weiß: Es werden wahrscheinlich nicht die Einzigen bleiben in dieser Saison.

Dass Mike Pellegrims und Pavel Gross irgendwann zwischen morgen und Anfang März dasselbe Schicksal ereilen wird, ist nach jetzigem Stand der sportlichen Lage und den Gemütszuständen in Düsseldorf und Wolfsburg unwahrscheinlich. Beide Clubs sind in tabellarischen Regionen unterwegs, die zwar noch nicht für hundertprozentige Zufriedenheit sorgen. Doch beide liegen im berühmten „Soll“, laufen noch nicht hinterher wie Iserlohn und Straubing es zum Zeitpunkt ihrer Trainerentlassungen (zumindest ein wenig) taten.

Bei den Niedersachsen standen Pellegrims und Gross einst sechs Jahre gemeinsam hinter der Grizzlys-Bande, der neue DEG-Cheftrainer als Assistent des „Lehrmeisters“. Morgen (19.30 Uhr, WZ-Liveticker) treffen sie zum zweiten Mal in der DEL als Gegner im feinen Zwirn ohne Schlittschuhe aufeinander. Das erste Duell entschieden die Wolfsburger mit 3:2 nach Verlängerung für sich.

Pavel Gross ist seit 2010 in Wolfsburg in Amt und Würden, führte die Bären zuletzt fünf Mal in Folge mindestens bis ins Halbfinale. 2016 und 2017 wurden die Grizzlys Vizemeister, mussten sich nur dem Branchenprimus EHC München geschlagen geben. Trotz eines nun durchwachsenen Saisonstarts blieb es im dortigen Umfeld ruhig. „Wolfsburg ist eine Wohlfühloase für Übungsleiter“, schrieb das Fachmagazin Eishockey News in dieser Woche. Anstelle von schnellen Einkäufen oder gar einer Trainerdiskussion wurde weitergearbeitet. Gelassen wie immer. Und inzwischen liegen die Wolfsburger wieder auf einem Play-off-Platz – und die handelnden Personen um Manager Karl-Heinz Fliegauf dürfen sich bestätigt fühlen.

Der neue DEG-Trainer hat viele Spieler wieder nach vorne gebracht

Auch bei der DEG sind Trainerentlassungen in der laufenden Saison eine Seltenheit. Zuletzt ereilte Harold Kreis im Jahr 2010, zwei Spieltage vor dem Ende der Hauptrunde, dieses Schicksal. Mike Pellegrims, der im Sommer einen Zweijahresvertrag unterzeichnete, hat zumindest eine volle Saison Zeit, den im Vorjahr hinter den Erwartungen zurückgebliebenen Traditionsverein wieder auf Kurs zu bringen. Dem Belgier ist es gelungen, dem Team relativ schnell seine Idee von Eishockey zu vermitteln. Die Spieler ziehen mit. Zwar fehlt es bei den Ergebnissen noch an Kontinuität, doch (fast) alle Profis, die bereits unter Christof Kreutzer für die Rot-Gelben aktiv waren, haben unter Pellegrims einen Schritt nach vorne gemacht. Trotzdem steht der Düsseldorfer Cheftrainer mit Blick auf das Abschneiden am Ende der Saison mehr unter Druck als sein Wolfsburger Pendant. Ein weiteres Jahr ohne Play-offs darf sich die DEG nicht leisten. Ein Jahr ohne Finalteilnahme wäre in Wolfsburg kein Beinbruch.

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