Vor Wochen noch eins der größten Probleme, hat die DEG ihre Erfolgsquote im Überzahlspiel zuletzt fast verdoppelt. Das sorgt für Punkte.

Eishockey
Routinier Rob Collins ist neben Spielmacher Norm Milley das Gehirn des Düsseldorfer Überzahlspiels.

Routinier Rob Collins ist neben Spielmacher Norm Milley das Gehirn des Düsseldorfer Überzahlspiels.

Horstmüller

Routinier Rob Collins ist neben Spielmacher Norm Milley das Gehirn des Düsseldorfer Überzahlspiels.

Düsseldorf. Ken-André Olimb ist normalerweise nicht dafür bekannt, von Superlativ von Superlativ zu hetzen. So aufregend der Norweger in Diensten der Düsseldorfer EG auf dem Eis auch ist, spricht er hinterher über sich und seine Team-Kollegen, ist Tiefstapelei angesagt.

Am Sonntag, nach dem 4:1-Erfolg über den EHC München, geriet der 26-Jährige aber regelrecht ins Schwärmen. „Norm (Milley) ist vermutlich der beste Passspieler der Liga. Manuel (Strodel) und ich müssen uns nur noch freilaufen“, sagte Olimb über seinen 35 Jahre alten Reihenkollegen, der das 1:0 selbst besorgt und das 3:0 mit einem genialen Pass vorbereitet hatte.

Da beide Treffer in Überzahl fielen, waren sich hinterher alle einig, dass es wieder mal die Specialteams der Düsseldorfer waren, die den Unterschied ausgemacht hatten. Und die dafür sorgten, dass die DEG nach 13 Siegen aus den jüngsten 16 Spielen auf dem besten Weg ist, sich direkt für das Viertelfinale der Deutschen Eishockey Liga zu qualifizieren.

Vor knapp sechs Wochen war das noch anders. Da galt das Überzahlspiel als die größte Problemzone im Spiel der Rot-Gelben. Ganze 14 Powerplay-Tore hatte das Team von Christof Kreutzer und Tobias Abstreiter in den ersten 21 Spielen der Saison nur erzielt. Dabei war es ordentliche 101 Mal in Überzahl gewesen – doch meist scheiterte es schon daran, kontrolliert in die Angriffszone zu kommen und die Formation zu finden.

Wer Trainer Kreutzer darauf ansprach, erlebte einen immer genervter wirkenden Mann. „Wir kriegen unsere Chancen, wir müssen sie nur nutzen“, lautete seine Dauerantwort auf die fehlende Durchschlagskraft bei nummerischer Überlegenheit.

Ausfälle Das Verletzungspech von Niki Mondt und Torwart Bobby Goepfert reißt einfach nicht ab. Erneut wird die DEG auf die beiden Routiniers verzichten müssen. Mondt zog sich am Freitag in Hamburg (3:4) einen Sehnenanriss im rechten Knie zu. Goepfert muss wegen einer Leistenentzündung etwa eine Woche aussetzen. Dafür soll David Van der Gulik bald wieder trainieren.

 

Mittlerweile spricht niemand mehr über die schwache Quote der DEG. Zwar ist die mit 18,3 Prozent noch immer nur die zehnbeste der DEL, das liegt aber ausschließlich an der ersten Phase der Saison, als die Automatismen noch nicht griffen und Norm Milley sowie Rob Collins – die beiden Gehirne des Düsseldorfer Überzahlspiels – noch nicht in ihrer jetzigen Form waren. Nun sind sie es, und führen die DEG immer wieder durch kluge Pässe und eigene Treffer zum Erfolg.

Von 13,9 Prozent steigerte sich die DEG ab Spieltag 22 auf 25,4 Prozent

In den vergangenen 15 Spielen erzielte die DEG 16 Powerplay-Tore. Von Spieltag eins bis 21 lag die Erfolgsquote bei ganz mageren 13,9 Prozent, seit dem 22. Spieltag endet jedes vierte Überzahlspiel vorzeitig mit einem Tor (25,4 Prozent).

Das liegt vor allem an den beiden erfahrenen Kanadiern Collins und Milley sowie dem quirligen Ken-André Olimb. Das liegt aber auch an Chris Minard, der seine Rolle als Powerforward immer besser ausfüllt und dahin geht, wo es weh tut: direkt vor das Tor, um Schüsse abzufälschen, dem Torhüter die Sicht zu nehmen und Nachschüsse zu verwerten. Fünf seiner acht Saisontore hat Minard in Überzahl erzielt.

Und auch von den Verteidigern, die entweder an der blauen Linie die Scheibe verteilen oder selbst schießen, kommt mehr. Bernhard Ebner und Stephan Daschner haben jeweils drei Treffer in Überzahl erzielt. Und weil die DEG mit 85 Prozent das zweitbeste Unterzahlspiel der Liga hat, ärgert sich in Düsseldorf kaum noch jemand, wenn der Schiedsrichter den Arm hebt.

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