Eine Aktion von DEG und KEV soll am Sonntag im Rhein-Derby helfen, Leben zu retten.

Patrick Reimer (DEG), Roland Verwey (KEV) und Martin Hinterstocker (v.l.) hoffen Sonntag auf viele Spender.
Patrick Reimer (DEG), Roland Verwey (KEV) und Martin Hinterstocker (v.l.) hoffen Sonntag auf viele Spender.

Patrick Reimer (DEG), Roland Verwey (KEV) und Martin Hinterstocker (v.l.) hoffen Sonntag auf viele Spender.

Lange

Patrick Reimer (DEG), Roland Verwey (KEV) und Martin Hinterstocker (v.l.) hoffen Sonntag auf viele Spender.

Düsseldorf. Noch sind es fünf Tage bis zum rheinischen Eishockey-Derby zwischen der Düsseldorfer EG und den Krefeld Pinguinen am Karnevalssonntag (18.30 Uhr, Rather Dome). Doch schon am gestrigen Montag warf das immer reizvolle Duell seine Schatten voraus.

Allerdings ging es dabei nicht um den Sport und schon gar nicht gegeneinander. DEG-Stürmer Patrick Reimer und KEV-Angreifer Roland Verwey setzten sich gemeinsam für eine gute Sache ein und hoffen mit gutem Beispiel vorangegangen zu sein. Die Rede ist von der Aktion "Powerplay gegen Leukämie".

In Zusammenarbeit mit der Firma Henkel startet die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) am Sonntag im Foyer des Rather Domes einen Aufruf, sich als potenzieller Stammzellenspender registrieren zu lassen und so im Falle einer Typenübereinstimmung Menschenleben zu retten. "Alle 45 Minuten erkrankt in Deutschland ein Mensch an Leukämie, auch Blutkrebs genannt. Für die meisten bedeutet die Übertragung von gesunden Stammzellen die einzige Chance auf Heilung", sagt Nicole Heßmert, Leiterin des Aktionsteams der DKMS.

Schon im Februar 2007 wurde eine derartige Aktion im Rather Dome durchgeführt. Mit Erfolg. Beim Spiel gegen die Kölner Haie konnte mit dem DEG-Fan Frank Nehling ein Spender gefunden werden, der mit seinem Knochenmark einer 55-Jährigen in den USA das Leben rettete.

Vereinfachte Methode soll noch mehr Spender mobilisieren

Diesmal wurde die Begegnung mit den Krefeld Pinguinen ausgesucht. "Natürlich werden wir in der Partie auf dem Eis Rivalen sein. Aber der Sport ist doch Nebensache, wenn es um Menschenleben geht", sagt Roland Verwey, der die Aktion ebenso wie Patrick Reimer auch unter das Motto "Gemeinsam stark" stellt. "Ich würde mich freuen, wenn auch die Fans so denken würden. Schließlich können durch diese fünf Minuten vielleicht Leben gerettet werden."

Torwartfrage: "Ich kann eines ganz sicher sagen. Düsseldorf ist die letzte Station in meiner Karriere." Mit diesem Satz hat DEG-Torhüter Jamie Storr nach seiner glänzenden Leistung beim 3:2 in Hamburg am Sonntag Nachmittag in den Katakomben der Stellinger Arena Raum für Spekulationen geboten. Beendet der Kanadier nach Ablauf seines Vertrages im April 2010 die Karriere? Oder bleibt er den Fans der Rot-Gelben auch darüber hinaus noch erhalten?

Geplant war das eigentlich nicht, denn der 33-Jährige wollte den Platz zwischen den Pfosten für seinen Freund Jochen Reimer räumen. Doch der wechselt nun im Sommer nach Wolfsburg und damit hat sich die Situation entscheidend verändert. "Jamie fühlt sich in Düsseldorf inzwischen pudelwohl. Er hat viele neue Freunde gefunden und seine Kinder besuchen hier die Schule", sagt DEG-Manager Lance Nethery.

Viel wird bei der Storr-Frage auch davon abhängen, wen Nethery als zweiten Torhüter für die kommende Saison verpflichten kann. Ein Kandidat ist Lukas Lang von den Füchsen Duisburg, doch der hat dort noch Vertrag. "Ich gehöre noch zu den Menschen, die verstehende Verträge respektieren. Deshalb muss erst einmal abgewartet werden, was in Duisburg passiert", so Nethery.

Genau dort muss die DEG am Dienstagabend (erstes Bully um 19.30 Uhr in der Eishalle am Wedaustadion) antreten. Gegen das abgeschlagene Schlusslicht kann man sich nur blamieren. "Das wird vor allem eine Frage des Charakters", sagt Lance Nethery. Angreifer Patrick Reimer verspricht volle Konzentration. "Wir werden Duisburg bestimmt nicht unterschätzen. Schließlich haben sie Berlin geschlagen."

Verzichten muss die DEG in den nächsten vier Wochen auf Stürmer Evan Kaufmann, der sich in Hamburg am Sprunggelenk des rechten Fußes verletzte. Auch die Verteidiger Korbinian Holzer (Leiste) und Marco Nowak (Grippe) fehlen am Dienstag.

Die DKMS hofft nicht nur wegen der großen Besucherzahl auf einen Erfolg, sondern auch weil das Verfahren einfacher und damit schneller funktioniert. Der potenzielle Spender muss lediglich für 30 Sekunden mit einem Wattestäbchen seine Wangeninnenseiten abstreifen. Durch diesen Abstrich werden Mundschleimhautzellen gewonnen, die dann typisiert werden.

"Eine Blutabnahme ist nicht mehr nötig. Damit bedeutet auch ein eventuell zuvor getätigter Konsum von Alkohol keinen Hinderungsgrund, um an der Aktion teilzunehmen", sagt Nicole Heßmert. In Bezug auf den Termin am Karnevalssontag ein wichtiger Hinweis.

Teilnehmen können alle gesunden Personen zwischen 17 und 55 Jahren. Die DKMS ist ab 17 Uhr im Foyer des Rather Domes anzutreffen und nimmt die Typisierungen auch in den Drittelpausen und während des Spiels vor. Für alle, die verhindert sind, aber dennoch teilnehmen möchten, gibt es Infos unter 0221/940582-0 und www.dkms.de

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