Stürmer Jerome Flaake soll bei der DEG zu alter Form finden.

Eishockey
Jerome Flaake steht seit Montagmorgen mit seinen neuen Kollegen von der Düsseldorfer EG auf dem Eis an der Brehmstraße.

Jerome Flaake steht seit Montagmorgen mit seinen neuen Kollegen von der Düsseldorfer EG auf dem Eis an der Brehmstraße.

Horstmüller

Jerome Flaake steht seit Montagmorgen mit seinen neuen Kollegen von der Düsseldorfer EG auf dem Eis an der Brehmstraße.

Düsseldorf. Pünktlich zum Trainingsstart ist die Laune blendend bei der Düsseldorfer EG. Mit Blick auf die jüngere Historie fast verstörend gut. „Aufbruchstimmung“ nennt das der sonst zurückhaltende Bernhard Ebner, sein Verteidigerkollege Marco Nowak zählt den biederen Tabellenelften der beiden Vorjahre gar zu den „Top Sechs“ der Deutschen Eishockey Liga.

Das liegt vor allem an den namhaften Verstärkungen in der Offensive, wobei sich Marco Nowak besonders über die Verpflichtung von Jerome Flaake gefreut hat: „Endlich habe ich mal einen Ostler hier, dann bin ich nicht mehr der Einzige“, sagt der Dresdner lachend über seinen Kollegen aus Guben in der Niederlausitz.

An der deutsch-polnischen Grenze ist Jerome Flaake aber längst nicht mehr zu Hause. Die Familie zog früh nach Bayern, wo er das Eishockeyspielen lernte und sich zu einem der größten Talente des Landes entwickelte. Selbst die Späher der nordamerikanischen NHL hatten ihn auf dem Zettel. Die Toronto Maple Leafs schlugen zu und luden ihn zum Trainingscamp ein, doch es wurde nichts mit der Millionenliga. Flaake ging nach Hamburg.

Für die Freezers schoss er in sechs Jahren 97 Tore und bereitete weitere 123 vor. Als die Teambesitzer im Sommer 2016 den Stecker zogen, galt der Stürmer als begehrtester Spieler aus der Konkursmasse der Freezers. Ein 26-jähriger Deutscher, ein Nationalspieler, der das Tor trifft und außerhalb des Eises durch seine extravagante Mode auffällt? Wer würde den nicht haben wollen?

Das Rennen machte der Deutsche Meister aus München, der in Flaake einen künftigen Star der Liga sah, einen Eckpfeiler seiner Zukunftsplanung. Doch es kam anders. Aus dem vermeintlichen Topstürmer wurde einer für die hinteren Reihen. Im zweiten Jahr erzielte Flaake nur noch zwei Tore. In 58 Spielen. Münchens „wohl größte spielerische Enttäuschung der letzten Jahre“, nannte ihn jüngst die „Süddeutsche Zeitung“.

München war trotz der Titel ein Rückschritt

Er selbst sieht das naturgemäß anders: „Vielleicht hätte man in der ein oder anderen Situation mehr von mir verlangen können, aber ich habe nur die Chance in der dritten oder vierten Reihe bekommen.“ Und die habe er klaglos akzeptiert und „Charakter gezeigt“, man könne ja „auch rumstänkern, aber ich habe den Mund gehalten und meine Arbeit gemacht“. Am Ende standen zwar schwache persönliche Werte, aber zwei Meistertitel. Trotzdem wollte er im Sommer weg, löste seinen Vertrag in München auf und unterschrieb für gleich drei Jahre in Düsseldorf.

Das kam überraschend. Bei Teams, die wirtschaftlich und sportlich weiter sind als die DEG, hätte Flaake ebenfalls unterkommen können. Er ist erst 28. Aber er entschied sich für Düsseldorf, weil er hofft, „hier wieder eine andere Rolle zu haben“. Und auch, weil er Spaß daran, etwas aufzubauen. „Als ich nach Hamburg kam, waren wir auch nicht gut, nach ein paar Jahren waren wir Hauptrundenmeister.“

Das wird mit der DEG eher nicht passieren, aber mit ihm steigen die Chancen, wieder die Play-offs zu erreichen. Trainer Harold Kreis, der Flaakes „Geschwindigkeit, Technik und Übersicht“ schätzt, plant ihn derzeit mit John Henrion und Ken-André Olimb in der zweiten Reihe ein.

So ist Jerome Flaake ein Symbol für die DEG im Sommer 2018. Ein großer Name, der zuletzt Rückschläge erlebte und nun den Neustart wagt. Der Erfolg des einen wird den des anderen entscheidend prägen.

© WhatsBroadcast

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