Nach einer halben Minute lag das Team von Christof Kreutzer bereits zurück, kämpft sich auf 2:2 heran und verliert dann 3:7.

DEG-Goalie Mathias Niederberger hatte einen schweren Stand gegen die gefährlichen Münchner.
DEG-Goalie Mathias Niederberger hatte einen schweren Stand gegen die gefährlichen Münchner.

DEG-Goalie Mathias Niederberger hatte einen schweren Stand gegen die gefährlichen Münchner.

Birgit Häfner

DEG-Goalie Mathias Niederberger hatte einen schweren Stand gegen die gefährlichen Münchner.

Düsseldorf. Seine Mannschaft solle auch dann nicht kopflos nach vorne rennen, wenn sie mit einem oder zwei Toren zurückliegt, hatte Christof Kreutzer vor dem Spiel gegen den EHC München gesagt. Wohl wissend, dass das gegen den Titelverteidiger und Tabellenführer der Deutschen Eishockey Liga ja schnell mal passieren kann. Dass es nicht mal dreieinhalb Minuten dauerte, ehe der große Favorit das 2:0 erzielte, hatte Kreutzer aber wohl nicht erwartet. Und auch wenn sich die Düsseldorfer EG an das Konzept ihres Trainers hielt, weiter abwartend sowie kontrolliert agierte und damit sogar zum Ausgleich kam, verlor sie am Ende mit 3:7 (1:2/1:2/1:3).

Das war keine allzu große Überraschung, hatte die DEG doch bereits die ersten beiden Saisonvergleiche mit den Münchenern verloren und dabei vor allem beim 1:7 auswärts ganz düster ausgesehen. Auch Kreutzer hatte sich im Vorfeld nicht viel ausgerechnet, gegen den Meister sei „jeder Punkt ein Zusatzpunkt“. Gleichgültig dürfte er die 21. Niederlage im 36. Saisonspiel aber trotzdem nicht hingenommen haben. Weil die Straubing Tigers parallel mit 6:3 gegen die Eisbären Berlin gewannen, wuchs der Rückstand auf Platz zehn auf fünf Punkte an. Geht die DEG auch am Sonntag (16.30 Uhr) im direkten Duell mit den Straubingern leer aus, rückt der letzte Play-off-Platz in weite Ferne.

Verteidiger Tim Conboy muss nach nicht mal drei Minuten vom Eis

Um das zu verhindern, sollten die Düsseldorfer aber nicht erneut den Start verschlafen. Ganze 31 Sekunden waren gespielt, da durfte der völlig freistehende Michael Wolf nach einem Pass des ebenfalls nicht im Ansatz angegriffenen Konrad Abeltshauser bereits zum 0:1 einschießen. Keine zwei Minuten später folgte der nächste Tiefschlag für die DEG, als Tim Conboy für einen harten Check gegen Münchens Maximilian Kastner in die Kabine musste. Kastner, der nicht damit gerechnet und keine Körperspannung hatte, knallte mit Rücken und Kopf auf das Eis, blieb benommen liegen und musste raus. Das folgende Überzahlspiel nutze der EHC gleich zum 2:0 durch den alles überragenden Jonathan Matsumoto.

Der 30-Jährige ist ein Sinnbild dafür, was bei den Münchenern finanziell möglich ist. Bereits ohne ihn war der EHC vergangene Saison Meister geworden, trotzdem luchsten sie dem Nachbarn aus Augsburg deren Topscorer ab. Mit Erfolg: Allein am Freitag war der Münchener Paradesturm mit Matsumoto, Jason Jaffray und Michael Wolf für fünf Tore zuständig. Die drei Stürmer seien „sehr heiß heute“ verteilte ein blendend gelaunter EHC-Trainer Don Jackson sogar ein Extralob.

Auch sein Gegenüber schien hinterher nicht allzu traurig zu sein. Zu früh war das Spiel entschieden, zu deutlich war seine Mannschaft unterlegen. Spielerisch und vor allem läuferisch. Das hatte auch Kreutzer so gesehen und sagte: „Gegen München kannst du nur gewinnen, wenn du einen Toptag und defensiv etwas Glück hast.“ Weil sein Team das aber nicht hatte, erfreute er sich lieber daran, dass seine Mannen „Moral bewiesen und zurückgekommen“ wären. Doch als die Halle nach dem 2:2 gearde erwacht war, fing sich die DEG die Tore zum 2:3 und 2:4. „Die haben uns das Genick gebrochen, die sind zu leicht gefallen, da waren wir nicht konsequent in den Zweikämpfen.“

Tor Niederberger (Bick);

Abwehr Davis, Conboy - Brandt, Daschner - Ebner, Haase - Nowak;

Angriff Kammerer, Collins, Bowman - Yip, Lewandowski, Dmitriev - Strodel, Weiß, Milley - Courchaine, Barta, Minard

Tor Aus den Birken (Leggio);

Abwehr Abeltshauser, Regehr - Joslin, Quint - Smaby, Boyle - Kettemer;

Angriff Matsumoto, Jaffray, Wolf - Christensen, Aucoin, Pinizzotto - Flaake, Y. Seidenberg, Macek - Wörle, Kastner, Mauer

Schiedsrichter Schütz (Rosenheim) und Bauer (Nürnberg)

Zuschauer 6429

Tore 0:1 (0:31) Wolf (Abeltshauser), 0:2 (3:20) Matsumoto (Seidenberg), 1:2 (14:37) Brandt (Lewandowski, Daschner), 2:2 (26:05) Courchaine (Daschner), 2:3 (30:28) Matsumoto (Jaffray/5-4), 2:4 (37:41) Macek (Flaake), 2:5 (44:53) Jaffray (Matsumoto), 3:5 (45:10) Dmitriev (Lewandowski, Haase), 3:6 (48:51) Jaffray (Matsumoto), 3:7 (52:25) Christensen

Strafminuten: DEG 11 plus Spieldauer Conboy – München 8

Nun gehe es darum, schnell aus den Fehlern zu lernen, sagte Kreutzer. Während Norm Milley lieber „alles, was heute passiert ist, vergessen“ wollte. „Am Sonntag haben wir ein wichtiges Spiel. Darauf müssen wir uns fokussieren.“ Das gilt aber nicht für Tim Conboy, der ist gesperrt.

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