DEG-Angreifer Marco Habermann hat inzwischen die Diagnose „Diabetes“ verarbeitet.

Blickt optimistisch in die Zukunft: Marco Habermann.
Blickt optimistisch in die Zukunft: Marco Habermann.

Blickt optimistisch in die Zukunft: Marco Habermann.

Lange

Blickt optimistisch in die Zukunft: Marco Habermann.

Düsseldorf. Am Mittwoch wird sich Marco Habermann auf den Weg zurück nach Düsseldorf machen. Rund vier Wochen weilt der 22-jährige Stürmer der DEG nun schon bei seinen Eltern in Peiting, statt Eishockey zu spielen.

Die Ausübung von Leistungssport ist für den Oberbayern derzeit nicht möglich. Habermann muss sein Leben völlig neu ordnen, seit bei ihm Ende Dezember die Zuckerkrankheit diagnostiziert worden ist.

„Zuerst habe ich gedacht, es sei das Pfeiffer’sche Drüsenfieber. Das hatte ich schon mal, und die Symptome sind seinerzeit die gleichen gewesen. Ich war müde, antriebslos und das Atmen fiel mir schon bei geringen Belastungen schwer“, sagt Habermann.

Zunächst wurde die Cortison-Behandlung infolge eines Bandscheibenvorfalls von November für die Schwäche verantwortlich gemacht. Dann aber bekam Habermann immer mehr Durst. „Ich hatte den Zwang, permanent zu trinken, weil mein Mund trocken war und mir das Schlucken schwer fiel.“

„Eigentlich hätte ich im Koma liegen müssen“

Sechs bis sieben Liter Trinken pro Tag waren keine Seltenheit, doch es wurde immer schlimmer. An Weihnachten übergab er sich. Nachdem er vor dem Spiel gegen Krefeld am 26. Dezember im Rather Dome zusammengebrochen war, ließ ihn DEG-Manager Walter Köberle ins Krankenhaus einliefern. „Dort wurde ein Blutzuckerspiegel von 800 ermittelt. Normal sind 120 bis 140. Da ich inzwischen auch von meinen 100 Kilogramm Körpergewicht 14 verloren hatte, hätte ich eigentlich im Koma liegen müssen“, sagt Habermann.

Die Krankheit war schon lange im Körper, bevor sie rasant ausbrach. Fünfmal täglich muss Habermann nun spritzen. Im Diabetes-Center von Murnau erhielt er eine Schulung. „Statt Pizza und Pasta gibt es nun Vollkornprodukte aus dem Bio-Laden.“ Und Eishockey? „Ich bin voll motiviert und möchte unbedingt aufs Eis, aber momentan darf ich nicht an meine Leistungsgrenze gehen.“

Zurück in Düsseldorf steht nun zunächst ein Belastungs-EKG an. Es folgen Physiotherapie und Reha-Training. Aber Habermann ist guter Dinge. „Leistungssport geht auch mit dieser Krankheit, das beweist Michael Hackert ja schon seit Jahren.“ Der 31-Jährige bestritt 479 DEL-Spiele und wurde 2004 mit Frankfurt Deutscher Meister. „Tino Boos hat mir seine Nummer gegeben. Ich werde mir von Michael demnächst mal ein paar Tipps geben lassen“, sagte Habermann. Die Krankheit gehört nun zu seinem Leben.

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