Am Samstag spielt die DEG gegen die Kölner Haie - im Düsseldorfer Fußballstadion. Es soll und muss ein großes Event werden.

Lorenz Funk organisiert das DEL Winter Game.
Lorenz Funk organisiert das DEL Winter Game.

Lorenz Funk organisiert das DEL Winter Game.

Sergej Lepke

Lorenz Funk organisiert das DEL Winter Game.

Düsseldorf. Wenn alles fertig ist, wenn sich 50000 Fans für das erste Bully bereitmachen, wird Lorenz Funk erst mal durchatmen und sich einen Platz suchen. „Ich habe schon in Nürnberg auf der Treppe gesessen“, sagt der 46-Jährige, der dieser Tage der entscheidende Mann im deutschen Eishockey ist.

Seit einem Jahr plant Funk das zweite „DEL Winter Game“. Offiziell ist es nur eins von 364 Hauptrunden-Spielen der Deutschen Eishockey Liga (DEL). Aber wenn sich die Düsseldorfer EG und die Kölner Haie am Samstag in der Düsseldorfer Fußball-Arena treffen, geht es um so viel mehr. Für die Teams. Für die Liga. Ja den Sport an sich.

Erst am Wochenende stieg das U20-Nationalteam bei der WM in Kanada mit sechs Niederlagen und 6:27 Toren aus der A-Klasse ab. Auch die A-Nationalmannschaft befindet sich nach der verpassten Olympia-Qualifikation und Platz 14 bei der WM im Mai in der Krise.

Zudem rumort es trotz der Einigungsversuche von Neu-Präsident Franz Reindl weiter im Deutschen Eishockey Bund. Und auch die Liga tut sich schwer, Fans, Medien und Sponsoren außerhalb der Eishockeyszene für ihre 52 Spieltage lange Hauptrunde zu begeistern.

So ist es kein Zufall, dass sich die DEL-Bosse den Januar für ihr Spiel des Jahres ausgesucht haben. Wenn der alles überschattende Fußball pausiert. „Die Zeit nach Weihnachten gehört dem Eishockey“, hatte Florian Gogel, Redaktionsleiter beim übertragenden Fernsehsender „Servus TV“, bereits im September gesagt.

13 Uhr: Einlass in die Arena;

 

14 Uhr: „Spiel der Legenden“ zwischen DEG und KEC mit ehemaligen Spielern wie Chris Valentine, Peter-John Lee oder Uli Hiemer;

 

15 Uhr: Konzert der Rock-Pop-Band Mando Diao;

 

16.30 Uhr: Hauptspiel des Winter Games zwischen der Düsseldorfer EG und den Kölner Haien;

 

etwa 18.45 Uhr großes Abschlussfeuerwerk.

Nun ist diese Zeit gekommen. Und Liga, Clubs und TV-Sender geben alles. Zehn Spieltage hat die DEL in die Zeit vom dem letzten Fußballwochenende vor der Winterpause bis zum Winter Game gequetscht. Das nutzt „Servus TV“ für zahlreiche Liveübertragungen und extra angefertigten Dokumentationen.

Auch DEG und Haie versorgen die Öffentlichkeit mit ständig neuen Mitteilungen zum Rahmenprogramm, speziellen Trikots oder Tickets. Mehr als 47000 sind verkauft. 3000 fehlen bis zum Europarekord für ein Eishockey-Ligaspiel unter freiem Himmel. Nun liegt es an Lorenz Funk, den Fans die perfekte Show zu bieten. 2013, beim ersten „DEL Winter Game“ in Nürnberg, hatte er das geschafft.

Funk war damals Geschäftsführer der Icetigers. Wäre es nach ihm gegangen, wäre bereits 2009 DEL-Eishockey in einem Fußballstadion gespielt worden. „Am Anfang wollte das aber keiner so ganz verstehen. Erst eineinhalb Jahre danach haben wir das Thema wieder aufgegriffen“, sagt Funk, der trotz des Erfolgs wenig später entlassen wurde, weil es sportlich nicht mehr lief.

Als die DEL das zweite Spiel dann nach Düsseldorf vergab, kam der Anruf schnell. Wegen seines Knowhows – und vor allem wegen seiner DEG-Vergangenheit. In den 90er Jahren spielte der Bayer fünf Jahre an der Brehmstraße und erlebte die Goldenen Jahre. „Düsseldorf ist etwas Besonders für mich. Es ist schön, alte Freunde zu treffen“, sagt der 46-Jährige, dem es aber nicht darum geht, die zweite Karriere mit der ersten zu verbinden. „Ich brauche Herausforderungen. Und das hier ist eine.“

Aktuell koordiniert er 20 Firmen, um das Fußballstadion Winter-Game-tauglich zu machen. Mit der Eisfläche samt ihrer Kühltechnik, den weißen Teppichen, die den übrigen Rasen abdecken, der Bühne für das Rockkonzert, den vier Leinwänden, der Licht-, Sound- und Kameratechnik sowie dem Feuerwerk. „Unser Aufwand ist vergleichbar mit dem der NHL“, sagt Funk und verweist auf die zwei Millionen Euro, die die eigens gegründete Winter Game GmbH investiert hat, um ein Event nach Vorbild der nordamerikanischen Eliteliga zu stemmen.

Auch andere Ligen kopieren die Idee der Freiluftspiele seit Jahren. Und Funk hat viele von denen gesehen, war in den USA, Schweden und Tschechien, um sich auszutauschen. Funk mag das. Schon als Aktiver hatte er viel mit Nordamerikanern, Skandinaviern und Osteuropäern zu tun. Ein paar von denen trifft er am Samstag wieder, wenn die Legenden-Teams aufs Eis gehen. Läuft bis dahin alles glatt, spielt er mit. „Wie ein Klassentreffen“ werde das, sagt Funk. „Leider bin ich der, der Stress hat, während alle Spaß haben.“

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