Auch Korbinian Holzer, der zweite DEG-Akteur im Nationaltrikot, spielte eine tolle WM.

Korbinian Holzer muss nach einem Foul vom Eis geleitet werden.
Korbinian Holzer muss nach einem Foul vom Eis geleitet werden.

Korbinian Holzer muss nach einem Foul vom Eis geleitet werden.

Korbinian Holzer muss nach einem Foul vom Eis geleitet werden.

Köln. Da stand er. Weißes Hemd, schwarzer Sakko, die noch nicht ganz getrockneten Haare glatt nach hinten gekämmt. Daniel Kreutzer wurde am Sonntag Abend wie alle anderen Spieler der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft auf einer Empore vor der Kölnarena von hunderten begeisterter Fans gefeiert.

Ein Glas Bier hatte der Kapitän der Düsseldorfer EG im Gegensatz zu seinen Kameraden dabei allerdings nicht in der Hand. Mit einem Kölsch wollte sich der Ur-Düsseldorfer auf den Bildern der vielen Fotografen dann doch nicht sehen lassen.

Mit einer Medaille um den Hals schon, doch diesen Traum machten dem DEB-Team zunächst im Halbfinale die Russen (1:2) und dann im Spiel um Platz Drei die Schweden (1:3) zunichte. "Edelmetall wäre natürlich die Krönung gewesen, aber wir haben auch so eine sensationelle Weltmeisterschaft gespielt", sagte Kreutzer.

Recht hat er, denn dieser vierte Platz ist die beste WM-Platzierung seit 1938. Zwar gab es 1953 Silber, doch war dieses Turnier mit nur vier Teilnehmern, von denen die Tschechen nach dem Tod ihres Staatspräsidenten Klement Gottwald auch noch vorzeitig abreisten, ein Muster ohne Wert.

Ein Muster mit Wert hingegen war bei der nun zu Ende gegangenen WM die deutsche Abwehr. Früher oft eine Schießbude, kassierte sie in neun Spielen nur 14 Gegentore. Mit dafür verantwortlich war auch Korbinian Holzer. "Bundestrainer Uwe Krupp hat uns viel Selbstvertrauen gegeben. Aber eine gute Abwehr fängt im Angriff an und da haben uns die Stürmer enorm geholfen. Jeder war für jeden da", sagte der DEG-Verteidiger.

Korbinian Holzer wurde ein Opfer seiner guten Leistung

Leider musste Holzer seine guten Taten teuer bezahlen. Der Russe Nikolai Kulemin war so genervt, dass er ihn in der zwölften Minute des Halbfinals derart an die Bande nagelte, dass für den gebürtigen Münchener das Turnier mit einer Gehirnerschütterung vorzeitig beendet war.

"Ich habe nur noch Sterne gesehen", sagte Holzer, der sich mit seinem Kontrahenten wohl schon bald aussprechen kann. Denn Kulemin spielt für die Toronto Maple Leafs, zu denen der Düsseldorfer mit großer Wahrscheinlichkeit in diesem Sommer wechseln wird.

Damit könnte Holzer der Nationalmannschaft in 339 Tagen fehlen, wenn in der Slowakei die 75. Weltmeisterschaft beginnt. Und auch die Frage, ob Daniel Kreutzer seinen nun 193 Länderspielen weitere hinzufügen kann, ist nach dem Rücktritt des Berliners Sven Felski offen. "Wir haben sehr gut zusammen gepasst und toll harmoniert", sagte Kreutzer. Und stimmte erneut in die "La Ola"-Welle der Fans vor der Kölnarena ein.

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