Die Düsseldorfer EG gibt gegen München (3:7) und Straubing (2:5) auf allen Ebenen ein erschreckendes Bild ab. Die Play-offs der DEL sind nur noch theoretisch zu erreichen.

Der Frust ist bei den Spielern der Düsseldorfer EG groß. Derzeit bieten sie „einfach schlechtes Eishockey“, wie es Marcel Brandt ausdrückt.
Der Frust ist bei den Spielern der Düsseldorfer EG groß. Derzeit bieten sie „einfach schlechtes Eishockey“, wie es Marcel Brandt ausdrückt.

Der Frust ist bei den Spielern der Düsseldorfer EG groß. Derzeit bieten sie „einfach schlechtes Eishockey“, wie es Marcel Brandt ausdrückt.

Häfner

Der Frust ist bei den Spielern der Düsseldorfer EG groß. Derzeit bieten sie „einfach schlechtes Eishockey“, wie es Marcel Brandt ausdrückt.

Düsseldorf. Entscheidende Niederlagen haben eine transformatorische Wirkung auf Sportler, erst recht auf die, die ihr Geld mit Eishockey verdienen. Eben noch schmeißen sie sich in bis zu 150 Stundenkilometer schnelle Pucks, fahren krachenden Checks oder lassen die Fäuste fliegen. Doch sobald die Schlusssirene ertönt, erinnert nicht mehr viel an die heroischen Kämpfer mit ihren Gesichtsnarben und Zahnlücken. Dann gehen sie kleinlaut und mit gesenktem Kopf in die Kabine.

Bei der Düsseldorfer EG war das am Wochenende gleich zwei Mal zu beobachten. Null Punkte und 5:12 Tore standen nach den beiden Heimspielen gegen München (3:7) und Straubing (2:5) zu Buche. Es waren die Niederlagen 21 und 22 der laufenden Saison, die ihrem Tiefpunkt entgegensteuert; der Rückstand auf einen der zehn Play-off-Plätze der Deutschen Eishockey Liga beträgt mittlerweile acht Punkte.

Wer am Sonntagabend nach dem ebenso vorentscheidenden wie unansehnlichen Spiel gegen Tabellennachbar Straubing im Kabinengang stand, der sah eine Gruppe Männer, die jeden Blickkontakt mit Fans oder Reportern vermieden. Wie Schüler, die beim Rauchen auf der Toilette erwischt wurden und ängstlich auf die Standpauke ihres Lehrers warten.

Bereits in den 60 Minuten zuvor hatte es mehrere Beweise der fehlenden Düsseldorfer Selbstsicherheit gegeben. Diverse Alibi-Schüsse aus ungefährlichen Zonen oder uninspirierte Pässe in die Tiefe. Ein Chris Minard, der bei einem Zwei-auf-zwei-Konter lieber zum Wechsel fährt. Oder ein Kurt Davis, der die letzten zehn Sekunden des ersten Drittels gemütlich hinter dem eigenen Tor ausklingen lässt, anstatt noch mal einen Angriff zu starten. Böse Beobachter dieser Szene unkten hinterher, der Verteidiger sei stehengeblieben, damit der Weg in die Kabine nicht so weit sei.

Christof Kreutzer und Tobias Abstreiter wirken ratlos

Trainer Kreutzer nahm das alles nur noch kopfschüttelnd zur Kenntnis. Vor Wochen hätte er wahrscheinlich mehrere Wutanfälle bekommen. Vermutlich wäre auch mal eine Flasche geflogen. Nun blickte er meist verständnislos durch die Halle oder zu Assistent Tobias Abstreiter, der genauso ratlos wirkte. Nicht mal das klare Abseits kurz vor der zweiten frühen Strafzeit, die zum 0:1 führte, ließ Kreutzers Puls erkennbar in die Höhe steigen. Ob das an den geänderten Verhaltensregeln der Liga liegt, die es ihm nun verbieten, Entscheidungen der Unparteiischen öffentlich infrage zu stellen? Oder hat er sich wegen früherer Verfehlungen selbst Fesseln angelegt? Man weiß es nicht. Aber zumindest passte das Verhalten zum Gesamtbild: Unten stümperte sein Team lethargisch übers Eis, auf den Tribünen herrschte völlige Stille.

Zumindest in der Kabine soll es Augenzeugen zufolge laut geworden sein. Ob der Inhalt sein Team noch mal wachrütteln kann? Kreutzers Worte seien zwar „so wie es sein muss in so einer Situation“, sagte Stephan Daschner, wirklich neu waren sie nach sieben Niederlagen aus den vergangenen acht Spielen aber nicht. „Der Trainer weiß wahrscheinlich langsam auch nicht mehr, was er sagen soll. Mir fehlen auch die Worte“, sagte der Verteidiger mit gesenktem Blick.

Die restlichen Aussagen der Spieler beinhaltete nichts, was nicht schon tausend andere Sportler in tausend anderen Krisen gesagt hätten. „Hart arbeiten“, „weiter dran glauben“, „einfach Spielen“, „die richtigen Entscheidungen treffen“ – es war der übliche Ritt durch die Welt der Phrasen und Floskeln.

Auch Kreutzer machte eifrig Gebrauch davon. „Ich weiß, dass es gerade sehr hart ist, aber wir müssen weiter nach vorne schauen. Es kommen noch genügend Spiele.“ Um genau zu sein, sind es 15. 45 Punkte sind theoretisch also noch zu holen. Vier mehr als die DEG nach 37 Spielen gesammelt hat. Mindestens 25 wird sie brauchen, um doch noch Zehnter zu werden. Und derzeit spricht nicht viel dafür, dass sie plötzlich eine Siegesserie startet. Seit Weihnachten gab es in acht Spielen nur einen Sieg und satte 34 Gegentore. Oder wie es Marcel Brandt sagte: „Es ist einfach schlechtes Eishockey, was wir zeigen.“

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