Wolfgang Boos und Christof Kreutzer rücken in den Vorstand auf, aber das Hauptproblem bleibt bestehen.

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Horstmüller

Düsseldorf. So voll war es in den vergangenen zehn Jahren nicht bei einer Mitgliederversammlung des DEG e.V.: Der Raum über der zweiten Eisbahn platzte am Mittwoch aus allen Nähten, nachdem der Restvorstand mit dem Vorsitzenden Markus Wenkemann an der Spitze zur außerordentlichen Versammlung geladen hatte. Die Moderation hatte Rechtsanwalt Christian Hindahl übernommen, der jegliche Einwände von Mitgliedern im Keim erstickte.

Kemen und Mörsch hatten ihre Ämter zur Verfügung gestellt

Die Wahlen waren notwendig geworden, nachdem Schatzmeister Detlef Kemen und Jugendobmann Peter Mörsch ihre Ämter zur Verfügung gestellt hatten. „Es gibt keinerlei Ansätze für eine konstruktive Zusammenarbeit mit den Neuvorständen Markus Wenkemann, Michael Staade und Frank Merry“, hatten beide am 7. Januar unisono erklärt.

Für die ausgeschiedenen Vorstandsmitglieder rücken Wolfgang Boos (Schatzmeister) und Christof Kreutzer (Jugendobmann) nach. Beide wurden von den 96 stimmberechtigten Mitgliedern mit großer Mehrheit gewählt. Jugendkoordinator wird der ehemalige DEG-Profi Udo Schmid, der Kreutzer in dessen Funktion entlasten soll.

Der Verein hält im übrigen mit 50,4 Prozent des Stimmrechtes die Majorität bei der GmbH. Die Gesellschafter Michail Ponomarew und Peter Hoberg halten je 18,6 Prozent der Anteile, 12,4 Prozent behält die Radeberger Gruppe. Der Verein kann also die Entscheidungen der GmbH maßgebend beeinflussen, was sicher nicht im Sinne der beiden Hauptgeldgeber Ponomarev und Hoberg ist.

Der größte Schwachpunkt für das DEL-Team sind die fehlenden Sponsoren. In den vergangenen vier Jahren sind wichtige Partner (Metro, Airberlin, Henkel, Schneekoppe, Klüh, Stadtsparkasse) weggebrochen, kaum jemand ist hinzu gekommen. Ein Trikot ohne Werbeaufschrift kommt einem Offenbarungseid gleich.

Ponomarew will seine Kontakte nutzen

Eishockey-Liebhaber Ponomarew will das Image der DEG verbessern. „Nur so kann man potenzielle Geldgeber für ein Engagement motivieren“, sagt der russische Geschäftsmann, der seine Kontakte für die Sponsorensuche nutzen will. Seit dem Ausstieg der Metro-Gruppe 2012 kämpft die DEG ums Überleben. Zweimal hat der Club die Lizenz nur unter umfangreichen Auflagen der Deutschen Eishockey Liga erhalten. Aktiv geworben für die DEG hat vor allem die Düsseldorfer Kultband „Die Toten Hosen“, außerdem hat sich eine Kooperation der Westdeutschen Zeitung, der Rheinischen Post und des Düsseldorf Express für die DEG eingesetzt.

Die ersten Fortschritte konnte die DEG schon vermelden. Nachdem die Saison 2014/2015 dank der Bankbürgschaften von Ponomarev und Hoberg finanziell gesichert war, bekam die DEG den Zuschlag für das Wintergame 2015 in der 55 000 Zuschauer fassenden Arena. Eigens dafür wird eine Gesellschaft gegründet. Bei der Ausrichtung wird der ehemalige Eishockeyprofi Lorenz Funk mithelfen. Der 45-Jährige spielte fünf Jahre in Düsseldorf und wirkte schon bei der Durchführung des Wintergames 2013 in Nürnberg mit.

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