Am Sonntag gastiert die DEG in Bremerhaven. Gegen die Pinguins, die als Liga-Neuling alle überraschen, haben die Düsseldorfer alle bisherigen Duelle gewonnen.

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DEG-Stürmer Chris Minard versucht, sich hier im Heimspiel gegen Bremerhaven gleich gegen zwei Kontrahenten durchzusetzen.

DEG-Stürmer Chris Minard versucht, sich hier im Heimspiel gegen Bremerhaven gleich gegen zwei Kontrahenten durchzusetzen.

Vor elf Jahren stand Mike Pellegrims (l.) noch selbst gegen die Kölner Haie auf dem Eis. Mit Patrick Reimer (re.) stoppt er den Kölner Stephane Julien.     (homü)

Birgit Häfner, Bild 1 von 2

DEG-Stürmer Chris Minard versucht, sich hier im Heimspiel gegen Bremerhaven gleich gegen zwei Kontrahenten durchzusetzen.

Düsseldorf. Dass in der Deutschen Eishockey Liga jedes Team gegen jede andere Mannschaft gewinnen kann, haben Christof Kreutzer und Tobias Abstreiter im Laufe dieser Saison mehrfach betont. Sehr oft sogar. Leichte Gegner gab es für die Düsseldorfer EG tatsächlich keine, besonders schwere – so wie Freitagabend die Nürnberg Ice Tigers – dafür schon. Aber wenn die Rot-Gelben am Sonntag (16.30 Uhr/WZ-Liveticker) bei den Fischtown Pinguins in Bremerhaven antreten, dann spricht so viel wie nur selten in den zurückliegenden Monaten für einen Erfolg der Düsseldorfer. Denn gegen jedes andere der 13 Teams in der DEL hat die DEG mindestens ein Mal in dieser Saison verloren. Nur gegen Bremerhaven gab es ausnahmslos Siege: ein 5:4 und 4:2 im Rather Dome sowie ein 5:2 auswärts.

„Sie spielen unbeschwert, weil niemand etwas von ihnen erwartet“, hat Kreutzer wiederholt über die Pinguins gesagt. Der Liga-Neuling, der mit rund 3,5 Millionen Euro über den kleinsten Etat der Liga verfügt, wird in seiner ersten DEL-Saison die erste Play-off-Runde erreichen. Das ist nach wie vor auch das erklärte Ziel der DEG, die sich dafür aber in den verbleibenden Spielen mächtig strecken muss.

Wie unbeschwert Bremerhaven spielt und wie schwierig sie zugleich zu spielen sind, erfuhren die meisten der 13 anderen DEL-Mannschaften am eigenen Leib. Außer der DEG haben nur Schwenningen, Mannheim und Wolfsburg alle Vergleiche mit den Norddeutschen gewonnen. Ausrufezeichen in einem konstant guten Jahr des Teams von Trainer Thomas Popiesch waren beispielsweise die beiden Auswärtserfolge bei Titelverteidiger EHC München (3:1 und 2:1), die Siege in Köln (2:0) oder in Nürnberg (3:2).

21 der 27 Spieler in Bremerhavens Kader sind im Ausland geboren

„Bislang sind wir sehr zufrieden. Was jetzt noch kommt, nehmen wir gerne mit“, wird Bremerhavens Teamchef Alfred Prey in diesen Tagen auf der Club-Homepage zitiert. Gestartet war der Aufsteiger mit dem erklärten Ziel, die Hauptrunde nicht als Tabellenletzter abzuschließen. Die Pinguins mögen es in einer Saison, in der so wenige Punkte wie nie zuvor für das Erreichen der Pre-Play-offs genügen, auf dem Papier leichter gehabt haben, als so manch anderer Neuling oder Außenseiter in der jüngeren DEL-Historie. Aber an der Nordseeküste hat sich ein echtes Team gebildet.

Dass von den 27 im Kader gelisteten Spielern 21 nicht in Deutschland geboren sind, mag die DEL-Regelung bezüglich Ausländerlizenzen ähnlich ad absurdum führen, wie in der zurückliegenden Spielzeit bei den Iserlohn Roosters, als Kölns Moritz Müller vor laufender Fernsehkamera einst von der „1c-Nationalmannschaft Kanadas“ sprach. Neun der 21 Bremerhavener „Kufencracks“ haben immerhin auch einen deutschen Pass. Dort wo wenig deutscher Nachwuchs ist oder sich gute deutsche Profis anderen Vereinen anschließen, macht Not eben erfinderisch. Ob dies tatsächlich so ausgelegt werden kann und soll, bleibt wohl jedem Eishockey-Fan selbst überlassen.

Fakt ist jedenfalls, dass die Saison in Bremerhaven am Ende des Monats noch nicht beendet sein wird. In Krefeld, Iserlohn, Schwenningen und möglicherweise auch in Düsseldorf hingegen schon. Eine Situation, die viele im September so nicht erwartet hatten. Daran wird auch ein vierter Erfolg der DEG im vierten Duell nichts ändern. Für die Düsseldorfer könnten diese Punkte aber noch besonders wertvoll werden.

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