Zwischen 1990 und 1996 erlebt die DEG die beste Phase ihrer Vereinsgeschichte. Valentine, Lee und Co. gewinnen fünf Titel in sieben Jahren.

Zwischen 1990 und 1996 erlebt die DEG die beste Phase ihrer Vereinsgeschichte. Valentine, Lee und Co. gewinnen fünf Titel in sieben Jahren.
Anfang der 90er Jahre ein gewohntes Bild: Die Düsseldorfer EG feiert am Ende der Eishockey-Saison die Meisterschaft.

Anfang der 90er Jahre ein gewohntes Bild: Die Düsseldorfer EG feiert am Ende der Eishockey-Saison die Meisterschaft.

Horstmüller

Anfang der 90er Jahre ein gewohntes Bild: Die Düsseldorfer EG feiert am Ende der Eishockey-Saison die Meisterschaft.

Düsseldorf. Drei Titeln in neun Jahren folgen nach 1975 magere Jahre für die inzwischen erfolgsverwöhnte Düsseldorfer EG. Zunächst spielt Rot-Gelb noch oben mit, erreicht 1980 und 1981, dem Jahr, in dem die Play-offs eingeführt werden, zwei Vize-Meisterschaften. Dann folgt der Einbruch.

Dreimal wird die DEG nur Achter, hat in den Play-offs anschließend keine Chance. Unter Trainer Peter Johansson steht das Team 1989 wieder im Finale, wie schon 1986. Gegen den Sportbund Rosenheim verliert die DEG die „Best-of-five“-Serie mit 1:3 und sorgt im dritten Spiel für einen Skandal: Aus Protest über die Leistung von Schiedsrichter Werner Würth verlässt das DEG-Team das Eis.

Die Begegnung wird 5:0 für Rosenheim gewertet, das in Spiel vier dann den Titel perfektmacht. 20 000 Menschen feiern dennoch am und im Rathaus den Vize-Meister. „Das hatte es zuvor nie gegeben und ist bis heute einmalig. Die Stadt stand Kopf“, erinnert sich der langjährige Organisations-Chef Hansi Sültenfuß.

Ein Jahr später sind es sogar 30 000. Die DEG feiert nach 15 Jahren wieder einen Titel. „Die Erfolge in den Neunzigern waren das Resultat von harter Arbeit und kamen nicht, weil wir ganz plötzlich die beste Mannschaft hatten. Vier Titel hintereinander zu holen ist schwer“, sagt Peter-John Lee über die Hochphase des Clubs.

Neben all den Stars und Nationalspielern wie Helmut de Raaf, Gerd Truntschka, Dieter Hegen oder Uli Hiemer sind es in den glorreichen Neunzigern vor allem zwei Spieler, die in besonderem Maße für den Erfolg des Düsseldorfer Eishockeys stehen: jener Peter-John Lee und Chris Valentine. Beide prägen den sportlichen Wiederaufbau maßgeblich. Lee kommt 1983 von den Pittsburgh Penguins aus der NHL, Valentine ein Jahr später von den Washington Capitals aus Nordamerikas Profiliga. Gemeinsam sammeln sie in 22 Saisons 1700 Scorerpunkte.

1990 scheint die DEG trotz des ersten Tabellenplatzes kurz vor den Play-offs neben der Spur zu sein. Bei Hedos München gibt es eine 1:10-1:10-Klatsche, in deren Folge Peter Johansson gehen muss. Co-Trainer Petr Hejma übernimmt und führt die DEG in die Neuauflage der Finalserie von 1989 gegen Rosenheim. Der Legende nach knipst Hejma vor dem entscheidenden fünften Spiel in der Kabine gar das Licht aus, um seine Mannschaft einzustimmen. Valentine und Co. gehen raus und zerlegen die Oberbayern in ihre Einzelteile. Nach 17 Minuten steht es 5:0 – am Ende heißt es 8:2, ehe alle Dämme im Eisstadion an der Brehmstraße brechen.

Stelldichein der großen NHL-Stars beim „Epson Cup“ in Düsseldorf

Internationales Flair bringt in diesen Jahren der Epson Cup des gleichnamigen Trikotsponsors. Im September 1990 misst sich die DEG im heimischen Stadion mit dem amtierenden Stanley-Cup-Sieger Edmonton Oilers sowie den St. Louis Blues aus der NHL. Stars wie Mark Messier und Brett Hull sind mit dabei – und die DEG zieht sich mit 1:3 (gegen St. Louis) und 0:2 (gegen Edmonton) achtbar aus der Affäre.

Im ersten Jahr unter Trainer Hans Zach muss 1991 wieder das fünfte Finalspiel die Entscheidung bringen. In Köln setzt sich die DEG mit 4:0 durch – unvergessen bleiben der späte Doppelpack von Lee inklusive Jubeltanz und eben Zach, der Sekunden vor der Schlusssirene auf das Eis läuft.

Der Titel-Hattrick glückt in beinahe ungefährdeter Art und Weise: sieben Punkte Vorsprung zum Abschluss der Hauptrunde und neun Siege in neun Play-off-Spielen. Wieder einmal ist Rosenheim der Endspielgegner, doch die Oberbayern sind chancenlos. „Wir haben uns unsterblich gemacht“, sagt Zach anschließend auf der Pressekonferenz.

Der vierte Titel hintereinander gilt 1993 als der intensivste. Das DEG-Team hat seinen Zenit erreicht, einige Spieler haben ihn gar schon überschritten. Im fünften Finalspiel gegen Köln steht es 1:1, ehe Benoit Doucet sich mit seinem Treffer in der Verlängerung einen ganz besonderen Platz in der Vereinshistorie sichert. Ein Jahr später ist Hedos München dann im Finale zu stark.

Dem Viertelfinal-Aus 1995 folgt 1996 der achte und vorerst letzte Meistertitel. An der Brehmstraße glückt im vierten Finalspiel mit 4:2 der entscheidende Sieg über die Kölner Haie. Und das gelingt ausgerechnet mit Hardy Nilsson, dem ehemaligen Kölner Coach, hinter der Bande. Für Chris Valentine ist es das letzte Spiel im DEG-Dress. „Bei so einem Abschluss kann ich nicht traurig sein“, sagt die Legende im Fernsehinterview. Es ist die letzte Meisterparty für Valentine – gleiches gilt bis heute für die DEG.

Im fünften Teil der Serie geht es um den Rückzug aus der DEL, den Wiederaufstieg und den neuen Namen. 

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